Stadt erinnert an Leinenpflicht für Hunde. Während der Brut- und Setzzeit gilt ein besonderer Schutz für Wildtiere und deren Nachwuchs
Vorbildlich: Jessica Hondronikos-Engel führt ihre Ridgebackhündin Mila an der Leine. Foto: Rabenhorst

Stadt erinnert an Leinenpflicht für Hunde. Während der Brut- und Setzzeit gilt ein besonderer Schutz für Wildtiere und deren Nachwuchs

Gehrden. Am Sonntag, 1. April, hat in Niedersachsen die Leinenpflicht begonnen. Während der bis zum 15. Juli andauernden Brut- und Setzzeit müssen Hunde an der Leine geführt werden. „Im Allgemeinen halten sich die Hundebesitzer auch daran“, sagt Fachdienstleiter Holger Spohr von der Stadtverwaltung. Es habe zuletzt vermehrt Anfragen nach Freilaufflächen gegeben – ein Wunsch, den die Stadt aber nicht erfüllen könne. „Wir haben diese Flächen nicht“, sagt Spohr und verweist auf die zahlreichen Hundeschulen im Calenberger Land.

Für die Kontrollen im Wald ist der Feld- und Forsthüter Harald Meyer zuständig. Im Vorjahr habe es hin und wieder Probleme gegeben, sagt er. Deshalb sei er viel unterwegs, um zu prüfen, ob sich die Hundehalter an den Leinenzwang halten. Er verstehe das als Aufklärungsarbeit. „Wir sprechen vernünftig mit den betroffenen Leuten“, sagt er.

Meist mit Erfolg: 90 Prozent der Hundebesitzer zeigten sich seinen Erfahrungen nach einsichtig. Ein Hundeführer habe im vergangenen Jahr allerdings einen Bußgeldbescheid erhalten. „Es beginnt bei 30 Euro und ist Ermessenssache“ berichtet Meyer.

Viele Hundehalter wüssten nicht, dass der größte Teil des Gehrdener Berges Wildschongebiet ist. „Dort besteht sogar eine ganzjährige Anleinpflicht. Nur ein kleiner Bereich am Köthnerberg ist davon ausgenommen“, fügt Meyer hinzu.

Auch der Vertreter des Kreisjägermeisters im alten Landkreis Hannover und Leiter des Hegerings Wennigsen, Heinrich-Henning Wildhagen, bittet Hundehalter, die Vorschrift einzuhalten. Die Anleinpflicht diene dem Schutz wild lebender Tierarten und ganz besonders deren Nachkommen. „Hundehalter sollten in dieser kurzen Zeitspanne die Rechte der Wildtiere respektieren“, sagt er.

Die meisten Hundebesitzer halten sich aber auch seiner Ansicht nach an die Verordnung. „Aber es ist wie überall – es gibt einige Unverbesserliche“, sagt Wildhagen. Erst kürzlich habe er an der Argestorfer Spitze im Deister ein von einem Hund gerissenes Rehkitz erlösen müssen.

„Weder der Hund noch sein Besitzer konnten ausfindig gemacht werden. Spaziergänger haben den Vorfall beobachtet und sofort die Polizei gerufen“, erzählt Wildhagen.

 

Bildquelle

  • Leinenpflicht: Heidi Rabenhorst

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