Verliebt wie am ersten Tag
Verliebt wie am ersten Tag: Werner und Elisabeth Paul.

Verliebt wie am ersten Tag

Beim „Schneewalzer“ hat’s gefunkt

Seit 65 Jahren verheiratet: Das Ehepaar Paul feiert am Sonntag ein seltenes Ehejubiläum

Empelde. Elisabeth und Werner Paul strahlen. Am Sonntag hat das Paar seine eiserne Hochzeit gefeiert. Ihr Rezept für eine glückliche Ehe klingt einfach: Verständnis, Vertrauen und der Zusammenhalt in der Familie. Doch wie schafft man das 65 Jahre lang? „Ich liebe meinen Mann immer noch wie am ersten Tag“, sagt Elisabeth Werner (88) über ihren vier Jahr älteren Ehemann. „Und wenn es mal Streit gegeben hat, dann haben wir uns vor dem Schlafengehen in den Arm genommen, und es war wieder gut“, fügt der rüstige Senior hinzu.

Kennengelernt hat sich das Paar im Jahr 1950 beim Tanzen in der Gaststätte Deisterquelle in Nienstedt. Richtig gefunkt habe es beim „Schneewalzer“. Knapp ein Jahr später traten sie vor den Traualtar. „Es war eine sehr schöne Hochzeit. Das Schlafzimmer meiner Eltern wurde ausgeräumt, und wir konnten dort feiern“, entsinnt sich die Jubilarin. Und an noch etwas kann sie sich sehr genau erinnern. „Mir war die ganze Nacht schlecht, mein Onkel hat uns andauernd Likör eingeschenkt. Den habe ich nicht vertragen, ich war ja keinen Alkohol gewöhnt“, erzählt sie.

Werner Paul kam 1923 im Riesengebirge, in Schmiedeberg, zur Welt, er verließ seine Heimat während des Krieges. Nach fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Polen verschlug es ihn 1950 nach Nienstedt, wo viele Schlesier nach der Flucht eine neue Heimat gefunden hatten. Elisabeth stammt aus dem schlesischen Bernstein. Ihre Eltern flüchteten im Jahr 1946 mit den fünf Kindern und ließen sich in Apelern nieder. Als gelernter Teppichweber fand Werner Paul Arbeit bei der Firma Vorwerk in Gehrden. Seine Frau war in der Kinderheilanstalt in Nienstedt als Säuglings- und Kinderkrankenschwester tätig.

Das Ehepaar wohnt seit 40 Jahren in Empelde. Zur Feier der eisernen Hochzeit kehrten beide an ihren früheren Wohnort Apelern zurück, wo sie sich vor 65 Jahren auch das Jawort gegeben hatten. Als langjährige Mitglieder des Schützenvereins empfing das Paar im Schützenhaus seine Gäste, darunter vier Enkel und vier Urenkel.

Den Festgottesdienst gestaltete Elisabeth Pauls Bruder, Pastor Helmuth Barth. Auch wenn die 88-Jährige wegen starker Rückenschmerzen kaum gehen kann, ein kleines Tänzchen hat sie mit ihrem Liebsten trotzdem gewagt. Und dabei erklang natürlich ihr Lied, der „Schneewalzer“.

Bildquelle

  • Eiserne Hochzeit Paul: Heidi Rabenhorst

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.