Ich habe einen Traum von Grün auf Salz
Foto: Bargiel

Ich habe einen Traum von Grün auf Salz

Frank Nickel hat mit dem Empelder Salzberg seinen Traum geerbt –
Er will sechs Millionen Tonnen Kali-Abraum begrünen

Frank Nickel organisiert vielfältige kulturelle Veranstaltungen auf dem jetzigen Empelder Waldberg.Quelle: Martin Bargiel

Frank Nickel organisiert vielfältige kulturelle Veranstaltungen auf dem jetzigen Empelder Waldberg.

Seit mehr als 200 Millionen Jahren schlafen riesige Mengen weißen Goldes unter der niedersächsischen Erdoberfläche: Salz, dass schon vor 110 Jahren auch im Bereich des heutigen Empelde geborgen und noch bis ins 19. Jahrhundert mit Edelsteinen aufgewogen wurde.

Die am Rande Hannovers in der Erde schlummernden Kalisalze sind und waren von besonderer Qualität, so dass nach langen Vorarbeiten am 6. Dezember 1905 durch die Gewerkschaft Hansa-Silberberg ihre Förderung begann. In über 70 Jahren Fördergeschichte wurden von zeitweise mehr als 1000 Beschäftigten viele Millionen Tonnen Kalisalz zur Veredlung und Nutzung ans Tageslicht geschafft.

Erst im Jahre 1975 erzwangen Wassereinbrüche das Ende des Kalibergbaues in Empelde. Salz schläft in Tiefen von mehr als 1000 Metern komprimiert und unsichtbar. Vom Menschen „geweckt“ und ans Tageslicht geholt erinnern seine nicht verwertbaren Reste in Form riesiger Kalihalden für alle sichtbar an die Förderung.

So sehr Salz für das Leben notwendig ist, so hinderlich ist es aber in hoher Konzentration für die meisten Pflanzen und Lebewesen. Messungen hatten ergeben, dass etwa 24.000 Tonnen Salze pro Jahr von der ungeschützten Halde Empelde gelöst und in die Fösse abgespült wurden: Eine ernsthafte Bedrohung für Pflanzen und Tiere – heute sind es nur noch etwa 10.000 Tonnen!
Mein Vater Herbert Nickel hatte den Traum, das zu ändern. Er träumte das Unmögliche: Das Salz sollte grün werden. Diesen Traum, den Empelder Kaliberg mit Baumaterial und Bodenaushub zu ummanteln und zu bepflanzen, ihn als grünen Erholungsberg mit Musik, mit Theater, mit echtem Wein vom Kali-Berg, mit Lesungen und Filmvorführungen zum Leben zu erwecken und seine Geschichte und die seiner Menschen zu erhalten und zu erleben, habe ich geerbt.

Es ist mein Lebenstraum geworden. Viele meiner Traumgeschichten rund um den Salzberg Empelde in der Hansastrasse sind schon in der Wirklichkeit angekommen, wie einst das Salz aus der Erde und seine Abbaureste.

Heute ist der Kali-Berg bereits zu 90 Prozent ummantelt. Ein weltweit einzigartiger Erfolg, gekrönt von jährlich 250 Flaschen „Calivino“ und vielen Veranstaltungen für alle Bergfreundinnen und Bergfreunde.

Das bunte Kulturprogramm hoch über Hannover finden Interessierte im Internet unter www.bergbuehne-empelde.de.

Ich bin aber noch nicht aus meinem Traum erwacht, denn ich erträume mir, dass es gelingen möge, die sechs Millionen Tonnen Kaliabraum gänzlich zu begrünen und diesen neuen „Empelder Waldberg“ durch kulturelle wie naturkundliche Nutzung und Pflege für die Zukunft nachhaltig in unser Leben zu integrieren. Darauf ein Glas wohltemperierten Calivino 2015.
Der gemeinnützige Kulturverein soll dazu beitragen.

Bildquelle

  • Frank Nickel: Martin Bargiel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.