Vier Fragen an die Kandidaten für den Bezirksrat Misburg-Anderten
Am 11. September haben wir die Wahl: Unter anderem wird ein neuer Stadtbezirksrat gewählt. Foto: Heusel

Vier Fragen an die Kandidaten für den Bezirksrat Misburg-Anderten

Am Sonntag, 11. September, haben wir die Wahl: An diesem Tag werden in Hannover das Regionsparlament, der Stadtrat und der Stadtbezirksrat neu gewählt. Die Spitzenkandidaten für den Bezirksrat Misburg-Anderten haben unsere Fragen beantwortet und nehmen Stellung zur Zukunft des Misburger Bades und zur Verfüllung des Misburger Hafenbeckens. Außerdem erklären sie, warum sie so gern in ihrem Bezirk leben.

1 Eines der beiden Becken im Misburger Hafen soll verfüllt und als Lagerfläche für Baumaterial genutzt werden. Wie stehen Sie zu dem Projekt?

2 Neubau oder Sanierung – wie soll es mit dem Misburger Bad weitergehen?

3 Einige Straßen in Misburg und Anderten sind in einem schlechten Zustand. Welche sollten innerhalb der nächsten Legislaturperiode saniert werden? Sollen die Anwohner an den Kosten beteiligt werden?

4 Bitte vervollständigen Sie den Satz: Ich lebe gern in Misburg / Anderten (bitte je nach Wohnort), weil …

Hans-Herbert Ullrich (Linke)

Herbert Ullrich kandidiert für die Linke.

Herbert Ullrich kandidiert für die Linke.

1 Beide Becken sollten erhalten werden. Die Linke wird die Unterschriftenaktion gegen die Verfüllung unterstützen. Die Natur hat sich dort wieder sehr positiv entwickelt. Somit ist dieser Raum erhaltenswert. Sollte es wirklich zu einer Verfüllung kommen, muss Herr Papenburg in die Pflicht genommen werden, um einen Ausgleich zu schaffen.

2 Das Bad sollte unter allen Umständen neu gebaut werden. Für einen Neubau spricht vor allem die Barrierefreiheit, die dann entstehen wird. Für die angrenzenden Schulen und Sportvereine ist das Bad natürlich ein Muss.

3 Natürlich sollte eine Sanierung der Straßen vorgenommen werden. Hier sollte der Zustand der Straßen als Maßstab genommen werden, welche zuerst dran sind. Eine Sanierung muss aber stetig weiter geführt werden. Die Bürger sollten, je nach Einkommen, prozentual an der Sanierung beteiligt werden. Auch soziale Härtefälle sollten Berücksichtigung finden.

4 … weil Natur (Wald, Mittellandkanal) und Geschäftsleben eine gute Verbindung geben.

Patrick Hoare (CDU)

cdu_hoare

Patrick Hoare kandidiert für die CDU.

1 Ich bin gegen das Projekt und möchte die Landschaft erhalten. Schade, dass SPD und Grüne dies auf Ratsebene anders sehen. Ich stehe mit der Bürgerinitiative in Kontakt. Ich bin ganz an ihrer Seite und hoffe, dass wir dieses Projekt gemeinsam verhindern können.

2 Vor allem soll es schnell weitergehen, damit das Misburger Bad den Nutzern bald wieder zur Verfügung steht. Ich glaube, dass ein Neubau die wirtschaftlichste Variante ist.

3 Es gibt einige Straßen, die dringend erneuert werden müssen, wie die derzeit stark belastete Gollstraße. Wichtig ist: Straßensanierung darf nicht zu Lasten der Anwohner erfolgen. Daher sind wir gegen die Straßenausbaubeitragssatzung!

4 …dies meine Heimat ist, ich hier groß geworden bin und alles habe, was ich brauche. Misburg hat mehr, als mancher denkt.

Klaus Dickneite (SPD)

Klaus Dickneite kandidiert für die SPD.

Klaus Dickneite kandidiert für die SPD.

1 Ich bin gegen die Verfüllung des Beckens. Dort hat sich ein einmaliges schützenswertes Gebiet entwickelt. Außerdem befürchte ich, dass durch die Verfüllungsmaterialien zusätzlicher Naturschaden entstehen könnte.

2 Wichtig ist vor allem, dass Misburg ein Hallen- und Freibad haben wird. Ich würde es begrüßen, wenn die finanziellen Mittel für einen Neubau zur Verfügung stehen würden und das möglichst in absehbarer Zeit.

3 Die wohl wichtigsten Straßen, die unverzüglich saniert werden müssten, sind in Anderten die Gollstraße und in Misburg die Anderter Straße bis Meiers Garten. Bedauerlicherweise gibt es die Straßenausbaubeitragssatzung, so dass sich wohl eine Beteiligung der Anwohner nach jetzigem Stand nicht vermeiden lässt. Ich halte es für notwendig, dass sie rechtzeitig über die Maßnahme und die Höhe ihres Beitrags informiert werden.

4 Ich lebe gern in Anderten, weil ich hier eine richtige Heimat bekommen habe. Anderten hat sich ein Stück dörflichen Charakter erhalten. Ich mag die Menschen hier in ihrer freundlichen und bodenständigen Art. Anderten ist ein lebendiger Stadtteil mit kulturellen, sportlichen und sonstigen Freizeitangeboten.

Uta Engelhardt (Grüne)

1 Ich lehne das Projekt ab. Der Misburger Hafen ist ein wertvolles Biotop. Sollte es tatsächlich durch den Eigentümer zu einer Verfüllung kommen, werden wir darauf achten, dass das naheliegende Naturschutzgebiet nicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

2 Ich setze mich für einen Neubau ein. Das erlaubt es uns, das Bad auf heutige Bedürfnisse auszurichten, es wirtschaftlich zu optimieren und barrierefrei zu gestalten.

3 Das Straßensanierungsprogramm, das uns bereits diese Legislatur begleitet hat, war vor vornherein längerfristig angelegt, wird uns also weiterhin beschäftigen. Die Kostenbeteiligung der Anwohner ist in der Kommunalverfassung festgelegt. Wir werden kritisch prüfen, ob eine Sanierung in jedem Fall wirklich erforderlich ist. Darüber hinaus gibt es aber auch Hauptverkehrsstraßen, wie zum Beispiel die Gollstraße in Anderten, die seit Jahren in schlechtem Zustand ist. Diese Straße sollte so schnell wie möglich auf Kosten der Stadt erneuert werden.

4 Ich lebe gerne in Misburg, weil ich hier für mich und meine Familie alles habe, was ich brauche: gute Einkaufsmöglichkeiten, einen perfekten Anschluss an die Stadtbahn, Naherholungsmöglichkeiten und ein lebendiges Vereinsleben.

Insa Bockentin-Müller (FDP)

1 Die FDP ist gegen das  Projekt. Die Fläche stellt ein wichtiges Biotop dar und dient zur Naherholung. Selbstverständlich würde die FDP das Projekt auch weiterhin – sehr kritisch – begleiten.

2 Das Misburger Bad sollte aus Sicht der FDP neugebaut werden. Wenn die Stadt schon so viel Geld in die Hand nehmen muss, sollte man das auch richtig machen. Barrierefreiheit und Energiestandards können so besser umgesetzt werden.

3 Aus Sicht der FDP ist eine Sanierung maroder Straßen dringend nötig. Die FDP ist jedoch grundsätzlich gegen die Beteiligung der Anlieger an den Straßensanierungskosten. Die Instandhaltung der Infrastruktur ist eine kommunale Aufgabe und sollte auch als solche aus kommunalen Mitteln finanziert werden.

4 Ich lebe gern in Misburg, weil der Stadtteil die ideale Mischung aus Grün, Wasser, guter Verkehrsanbindung und gute Nahversorgung sowie Stadtnähe bietet!

Jennifer Schnelle (Piraten)

1 Ich lehne das Projekt ab. Dass es im Eiltempo durch die politischen Gremien geprügelt wird, zeigt, dass noch vor den Wahlen die Weichen für die Erfüllung eines Wunsches von Günter Papenburg gestellt werden sollen. Hier soll ein Kleinod, das sich die Natur mühsam zurückgeholt hat, vernichtet werden. Rot-Grün wird dem Ruf als Kettensägenkoalition wieder einmal gerecht.

2 Da eine Sanierung unkalkulierbare Risiken birgt, ist ein Neubau sinnvoller.

3 Keine Beteiligung der Anwohner, die Straßenausbaubeitragssatzung gehört abgeschafft. Was mit Kostenbeteiligung der Anwohner saniert werden soll, können nur diese selbst entscheiden. Dafür sind die Schadensbücher öffentlich zu machen.

4 Ich lebe gern in Misburg, weil ich die Leute mag, und mir die vielen Grünflächen gefallen.

 

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.