2. Mai – arbeitsfrei?
Bitter: In diesem Jahr fällt der 1. Mai auf einen Sonntag und damit geht den Arbeitnehmern ein arbeitsfreier Tag verloren. Foto: Oberdorfer

2. Mai – arbeitsfrei?

Fällt in Großbritannien ein Feiertag auf einen Sonntag, wird er am Montag „nachgeholt“

Von Isabell Rollenhagen
Saarbrücken/Berlin. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, freut sich der Arbeitgeber – und die Arbeitnehmer ärgern sich. In Ländern wie Belgien, Spanien und Großbritannien ist das anders. Dort werden die „entgangenen“ freien Tage „nachgeholt“. Das können sich einige Politiker auch hierzulande gut vorstellen. Ausgerechnet der Tag der Arbeit am 1. Mai fällt dieses Jahr auf einen Sonntag.
„Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen“, sagte Sabine Zimmermann von der Linken der „Saarbrücker Zeitung“.
Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, sagte, vor allem das Nachholen des 1. Mai als freier Tag sei wünschenswert. „Dann haben Beschäftigte Zeit für die Kundgebung am Sonntag und können am freien Montag ihre Zeit der Familie widmen.“ SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Katja Mast sieht in dem Vorschlag ein Zeichen zur Entlastung der Arbeitnehmer.
Doch der Vorschlag stößt auf Widerstand. „Für mich ist ein Feiertag ein Tag, der wegen des Anlasses begangen wird“, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Im Vordergrund stehe nicht der freie Tag. Wer „eine rhythmisierte Arbeitswoche mit Arbeits- und Erholungszeit will, der muss sich um konsequente Sonntagsruhe und den besseren Schutz des Samstags kümmern.“
Auch die Arbeitgeber halten von dem Vorschlag wenig. „Bei der Gesamtzahl der arbeitsfreien Tage durch Urlaub und Feiertage belegt Deutschland ohnehin einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich“, sagte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes BDA. Falle ein Feiertag auf einen Sonntag, hätten alle die Möglichkeit, den Anlass würdig zu begehen. Für eine Verschiebung auf einen Werktag gebe es keinen Grund.
Drastischer drückte es der stellvertretende Vorsitzende der Union-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, aus. „Ich halte das für Blödsinn“ , sagte er. Die Deutschen hätten so viele Feiertage. „Wenn dann mal einer auf das Wochenende fällt, ist das bei durchschnittlich 30 Urlaubstagen im Jahr sicherlich zu verkraften.“
Neben dem 1. Mai fällt dieses Jahr auch der 25. Dezember auf einen Sonntag.

 

„Feiertage sollten unbedingt nachgeholt werden, wenn sie auf einen Sonntag fallen. Über die Tatsache, einen Tag mehr frei zu haben, freut sich doch jeder Arbeitnehmer.“

Michael Nguy (22), Kaufmann für Groß- und Außenhandel:

Michael Nguy (22),
Kaufmann für Groß- und Außenhandel

 

„Gesetzliche Feiertage sollten definitiv nachgeholt werden, kirchliche nicht unbedingt. Genauso wichtig ist aber, dass Feiertage in allen Bundesländern vereinheitlicht werden.“

Gitta Meyer (63), Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte

Gitta Meyer (63),
Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte

 

„Ich bin dafür, dass Feiertage nachgeholt werden. Das hat einen einfachen Grund: An einem Feiertag sollte man sich ausruhen können und nicht arbeiten müssen – und er sollte deshalb frei sein.“

Stefanie Bähre (38), Bürokauffrau

Stefanie Bähre (38),
Bürokauffrau

 

„Ich bin Rentner. Deshalb ist es mir im Grunde genommen nicht so wichtig, ob Feiertage, die auf einen Sonntag fallen, nachgeholt werden. Für mich ist ja quasi jeder Tag ein Sonntag.“

Helmut Möller (80), Rentner

Helmut Möller (80),
Rentner

 

„Als Arbeitnehmer bin ich natürlich dafür, dass Feiertage sozusagen nachgeholt werden wenn sie auf einen Sonntag fallen, weil ansonsten ja ein freier Tag verloren ginge.“

Dieter Zoremba (62), Verwaltungsangestellter

Dieter Zoremba (62),
Verwaltungsangestellter

 

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