Neue Masche der Trickbetrüger
Seit Jahresbeginn Pflicht in allen Schlaf- und Durchgangszimmern. Diese Gesetzesänderung machen sich derzeit Trickbetrüger zu Nutze. Symbolfoto: Oberdorfer

Neue Masche der Trickbetrüger

Neue, miese Masche von Trickbetrügern: Derzeit sind mehrere Täter in der Region Hannover unterwegs und geben sich als Kontrolleure für Rauchmelder aus. Mit Erfolg: In den ersten Januartagen sind bereits sieben Fälle bei der Polizei aktenkundig geworden. Vor allem Senioren sind Ziel der Ganoven. Sie machen sich derzeit eine Gesetzesänderung zu Nutze, die zum 1. Januar 2016 in Kraft getreten ist. Danach müssen in Wohnungen sowohl alle Schlaf- wie auch Durchgangszimmer mit den kleinen, zumeist runden Lebensrettern unter der Decke ausgerüstet sein. Im Dezember war dies Thema in vielen Medien, auch die meisten Senioren haben davon gehört oder gelesen. Das nutzen die Betrüger jetzt aus.

Für die Polizei ein besonders ärgerlicher Umstand, da die Zahl der Trickbetrügereien eigentlich rückläufig ist. „Nach rund 1300 Fällen in 2014 waren es im vergangenen Jahr weniger“, sagt Polizeipressesprecher Holger Hilgenberg auf Wochenblatt-Anfrage. Genaue Zahlen will er noch nicht verraten, die werden erst  im Februar mit der Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik 2015 bekannt gegeben.

Mit dieser neuen Masche sind die Betrüger jedoch nicht nur in Hannover und Umgebung unterwegs, gleich in mehreren Bundesländern warnt die Polizei vor falschen Rauchmelder-Inspekteuren. Opfer dieser Trickbetrüger ist vor wenigen Tagen beispielsweise eine 78-jährige Seniorin aus der Wülferoder Straße in Laatzen geworden. Ein rund 35 Jahre alter Mann klingelt an der Wohnungstür und gibt sich als Kontrolleur für Rauchmelder aus. Die Seniorin lässt ihn in die Wohnung. Bei der Überüfung der Anlage stellt er fest, dass die Batterien ausgewechselt werden müssen. Während des Austausches der Energiespender müssen zwei weitere Täter in die Wohnung eingedrungen sein. Sie durchsuchten die anderen Räume, stahlen Bargeld und Schmuck.

Und so beschreibt die Seniorin die Männer: Einer der Täter ist zirka 35 Jahre alt, etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß, schlank, spricht hochdeutsch und trug ein kariertes Hemd. Der erste Komplizen ist ungefähr 40 Jahre alt, zirka 1,70 Meter groß und trug zur Tatzeit einen dunklen Anorak. Beide hatten zur Tatzeit kurze, dunkelblonde Haare sowie einen Dreitagebart. Den dritten Unbekannten beschrieb die Frau als etwa 40 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß und schlank. Zur Vorfallzeit trug der Mann eine dunkle Jacke.

Tipp der Polizei: „Wenn sich Rauchmelder-Kontrolleure bei Ihnen melden, rufen Sie die Polizei an“, rät Polizeipressesprecher Holger Hilgenberg. Denn: Weder Feuerwehr noch Versicherungen schicken Kontrolleure aus, um die Installation von Rauchmeldern zu überprüfen.

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