Ärger mit dem Kleinstgeld
Machen vor allem die Geldbörsen voll: Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Foto: Pixabay

Ärger mit dem Kleinstgeld

Sie machen die Geldbörse dick, und zum Bezahlen sind sie nur noch bedingt geeignet. Parkuhren oder Ticketautomaten schlucken Ein- und Zwei-Cent-Münzen in aller Regel nicht. Und die Zeiten, in denen es am Büdchen noch Süßigkeiten für ein oder zwei Cent zu kaufen gab, sind vorbei. Eine Stadt am Niederrhein wird deshalb zum Versuchsfeld für ganz Deutschland: Weg mit dem Kleinstgeld! Beim Einkaufen soll auf- und abgerundet werden, die Fünf-Cent-Münzen sollen die kleinste Bezahleinheit werden. Wie sinnvoll wäre der Verzicht auf die Ein- und Zwei-Cent-Stücke?

In den Niederlanden, in Irland, Belgien und Finnland ist das Auf- und Abrunden längst üblich. Ganz zu schweigen von Italien, wo in manchen Gegenden die Bonbon-Währung aus Lira-Zeiten wieder auftaucht – Süßigkeiten als Wechselgeld bei Kleinbeträgen.

Soweit wird es in Kleve, wo in dieser Woche der Feldversuch gestartet ist, nicht kommen. Aber die Abwicklung der Zahlvorgänge mit Kleingeld sei inzwischen einfach zu teuer geworden, hieß es beim Klever City Netzwerk, das die Aktion ins Leben gerufen hat. In Deutschland ist Kleve nach Informationen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) „die erste Stadt, die so etwas macht“. Die Teilnahme an der Aktion ist sowohl für Händler als auch für die Verbraucher freiwillig.

Ein Großteil des Kleinstgeldes ist schon heute nicht wirklich im Umlauf. Nach Schätzungen der Bundesbank wird nur etwa jede fünfte 1-Cent-Münze für das tägliche Einkaufen genutzt. Bei der 2-Cent-Münze sei es etwa jede vierte. Hat sich erst einmal Zuhause im Gurkenglas eine größere Menge an Kleinstgeld angesammelt, ist es manchmal gar nicht so einfach, sie wieder lozuwerden. Denn nach der Verordnung über die Einführung des Euro sind Geschäfte und Gaststätten nicht verpflichtet, bei einer einzelnen Zahlung mehr als 50 Münzen anzunehmen. Die Ein- und Zwei-Cent-Stücke sind mit weitem Abstand die häufigsten Münzen im Euro-Raum. Insgesamt sind nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) mehr als 31 Milliarden 1-Cent-Münzen und gut 24 Milliarden 2-Cent-Münzen im Umlauf. Das entspricht fast der Hälfte aller überhaupt im Euro-Raum in Verkehr gebrachten Geldstücke. Dennoch entfällt auf sie nur 3 Prozent des gesamten Münzwertes: Insgesamt knapp 800 Millionen Euro.

Dabei ist die Prägung der Münzen nicht billig. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums liegen die Herstellungskosten der 1-Cent-Münze sogar über dem Nennwert. Bei der Zwei-Cent-Münze liegen sie allerdings darunter. Von Reinhard Urschel.

 

Sind Ein- und Zwei-Cent-Stücke überflüssig? (Fotos und Umfrage: Triller)

Ulrich Kleine-Borgmann (49), Geologe, Hannover: Ich finde es richtig, die 1- und 2-Cent-Münzen abzuschaffen. Für die Herstellung dieser Münzen wird Kupfer verwendet. Das ist eine richtige Ressourcenverschwendung.

Ulrich Kleine-Borgmann (49), Geologe, Hannover:
Ich finde es richtig, die 1- und 2-Cent-Münzen abzuschaffen. Für die Herstellung dieser Münzen wird Kupfer verwendet. Das ist eine richtige Ressourcenverschwendung.

 

Herta Bode (73),  Rentnerin, Gehrden: Ja, die Abschaffung wäre mir sehr recht. Der Umgang und das Bezahlen mit diesen Kleingeldmünzen sind mir einfach zu umständlich.

Herta Bode (73), Rentnerin, Gehrden:
Ja, die Abschaffung wäre mir sehr recht. Der Umgang und das Bezahlen mit diesen Kleingeldmünzen sind mir einfach zu umständlich.

 

Lea Korth (20), Veranstaltungstechnikerin, Hannover: Nein. Bargeld gibt mir die Möglichkeit zu bezahlen, ohne überwacht zu werden. Ich bin generell gegen die Abschaffung des Bargeldes, weil die digitalen Systeme nicht sicher sind.

Lea Korth (20), Veranstaltungstechnikerin, Hannover:
Nein. Bargeld gibt mir die Möglichkeit zu bezahlen, ohne überwacht zu werden. Ich bin generell gegen die Abschaffung des Bargeldes, weil die digitalen Systeme nicht sicher sind.

 

Andreas Brunke (48), Selbstständiger, Hannover: Die Diskussion ist überflüssig. Diese Münzen haben einen Wert. Sie sind Geld und Zahlungsmittel. Ich finde es nicht gut, wenn die 1- und 2-Cent-Stücke abgeschafft werden.

Andreas Brunke (48), Selbstständiger, Hannover:
Die Diskussion ist überflüssig. Diese Münzen haben einen Wert. Sie sind Geld und Zahlungsmittel. Ich finde es nicht gut, wenn die 1- und 2-Cent-Stücke abgeschafft werden.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.