Ab 75 zum Pflichttest?
Ältere Senioren ab 75 Jahren fahren oft unsicher.

Ab 75 zum Pflichttest?

Es ist ein ganz vermintes Gelände, mit dem sich der Verkehrsgerichtstag in diesem Jahr beschäftigt hat. Der Vorschlag, die Fahreignung von Senioren zu überprüfen, hat schon mehrfach zu einem großen Aufschrei geführt. Ein neuer Vorstoß kommt aus der Politik. Die Grünen fordern verpflichtende Tests für ältere Autofahrer über 75 Jahren. Aber sie packen den Vorschlag in Watte: Der Senior am Steuer soll nur Ratschläge bekommen, wie er weiter sicher fahren kann. Es geht bei den Pflichttests nicht um seinen Führerschein. Also Beratung statt Tauglichkeitsprüfung. Wird das die Erfolgsaussichten für die Einführung einer Seniorenprüfung erhöhen?

Sogar einen schönen Begriff haben sich die Grünen schon ausgedacht, einen Begriff, der nicht abschrecken soll: „Nach Rückmeldefahrten könnte auf Stärken und Schwächen beim Autofahren eingegangen und so Empfehlungen für das Mobilitätsverhalten ausgesprochen werden“, erklärte Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion seinen Vorstoß. „Am Ende der Testfahrt soll also nicht der Entzug der Fahrerlaubnis stehen, sondern vielmehr, dass die Menschen mit Tipps von Fachleuten länger mobil bleiben können.“

Vom 75. Lebensjahr an nehme die Unfallhäufigkeit signifikant zu, sagen Experten, weshalb sich der gerade stattgefundene Deutsche Verkehrsgerichtstag in Goslar mit dem Thema beschäftigt hat. Appelle an die Freiwilligkeit solcher Untersuchungen haben bislang wenig genutzt, wie der tödliche Unfall eines 91-jährigen Geisterfahrers kürzlich in Rheinland-Pfalz zeigt. Auch für Senioren ist das Autofahren oft eine schlichte Notwendigkeit. Wer in dünn besiedelten Regionen wohnt und einkaufen will oder zum Arzt muss, dem bleibt oft nur das Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind oft keine Alternative.

Obwohl die Älteren immer länger fit sind, wird das Problem wegen der demografischen Entwicklung an Dringlichkeit gewinnen. Beim Verkehrsgerichtstag haben die vortragenden Experten eher auf die Einsicht der Betroffenen gesetzt. Gleichzeitig, so hieß es, dürften aber Ältere, die freiwillig ihren Führerschein abgeben, nicht allein gelassen werden. Für sie muss es Angebote geben, diese fehlende Mobilität auszugleichen.

Sollen Senioren ab 75 Jahren zur Nachschulung in die Fahrschule? (Fotos/Umfrage: Triller)

Victoria Bochmann (25), Studentin, Hannover: Es gibt Vor- und Nachteile. Von Vorteil wäre, dass die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden könnte. Nachteilig wäre, wenn Senioren in ihrer Freiheit und Mobilität eingeschränkt werden.

Victoria Bochmann (25), Studentin, Hannover: Es gibt Vor- und Nachteile. Von Vorteil wäre, dass die Sicherheit im Straßenverkehr verbessert werden könnte. Nachteilig wäre, wenn Senioren in ihrer Freiheit und Mobilität eingeschränkt werden.

Gerhard Kretzer (65),  Lehrer, Hannover: Ja, ich bin unbedingt dafür. Wegen des hohen Alters liegen die Gründe auf der Hand. Ich habe auch von negativen Erfahrungen aus meinen Bekanntenkreis gehört. Wenn eine Nachschulung ergibt, dass alles gut ist, können die Senioren ja weiterfahren.

Gerhard Kretzer (65),
Lehrer, Hannover: Ja, ich bin unbedingt dafür. Wegen des hohen Alters liegen die Gründe auf der Hand. Ich habe auch von negativen Erfahrungen aus meinen Bekanntenkreis gehört. Wenn eine Nachschulung ergibt, dass alles gut ist, können die Senioren ja weiterfahren.

 

Vincent Fiedler (22),  Auszubildender,  Wilhelmshaven: Ich bin in jedem Fall dafür. Ich habe schon Senioren gesehen, die im Straßenverkehr sehr unsicher wirkten. Das kann eine Gefährdung für die Sicherheit aller Beteiligten sein.

Vincent Fiedler (22), Auszubildender, Wilhelmshaven: Ich bin in jedem Fall dafür. Ich habe schon Senioren gesehen, die im Straßenverkehr sehr unsicher wirkten. Das kann eine Gefährdung für die Sicherheit aller Beteiligten sein.

 

Wulf-Uwe Kniesch (74), Rentner, Hannover: Aus meiner Sicht sind diese Nachschulungen so eine Art „Geldschneiderei“. Ich halte die Senioren für eigenverantwortlich genug, einschätzen zu können, ob sie fahrtüchtig sind oder nicht.

Wulf-Uwe Kniesch (74), Rentner, Hannover:
Aus meiner Sicht sind diese Nachschulungen so eine Art „Geldschneiderei“. Ich halte die Senioren für eigenverantwortlich genug, einschätzen zu können, ob sie fahrtüchtig sind oder nicht.

 

Nicole Kowal (45),  Kundenservice,  Cassola Vicenza, Italien: Ich halte das für richtig. In Italien werden die Fahrer ab einem bestimmten Alter regelmäßig kontrolliert. Das ist gut für die Sicherheit und die Betroffenen wissen auch Bescheid.

Nicole Kowal (45), Kundenservice,
Cassola Vicenza, Italien: Ich halte das für richtig. In Italien werden die Fahrer ab einem bestimmten Alter regelmäßig kontrolliert. Das ist gut für die Sicherheit und die Betroffenen wissen auch Bescheid.

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