Auf Entdeckertour am Kronsberg
Erschöpft, aber freudestrahlend oben auf dem Kronsberg: Holger Haushalter und hallo Wochenende-Redakteur Christian Kaufer (rechts).

Auf Entdeckertour am Kronsberg

Mehr als dreizehn Jahre wohnen mein Laufpartner Holger und ich schon in Bemerode in der Nähe des Kronsbergs und wir haben in der Umgebung schon die eine oder andere Laufrunde gedreht. Jetzt wollten wir den Osten Hannovers mit dem Fahrrad einmal näher erkunden.

Los geht es an der Anderter Schleuse: Für einen Schleusengang, der etwa 15 Minuten dauert, werden 40.000 Kubikmeter Wasser benötigt. Foto: Haushalter

Quelle: Haushalter

Los geht es an der Anderter Schleuse: Für einen Schleusengang, der etwa 15 Minuten dauert, werden 40.000 Kubikmeter Wasser benötigt. Foto: Haushalter

Unser Startpunkt ist die Anderter Schleuse, die bautechnisch ein wahres Meisterwerk darstellt (siehe Extrakasten). Insgesamt wurden 250.000 Kubikmeter Stahlbeton für den Bau benötigt. Fünf Jahre hat es allein gedauert, bis die Baugrube fertig war und die 600.000 Kubikmeter Mergelfels ausgehoben waren. Es ist immer wieder faszinierend und ein beeindruckendes Schauspiel, den Schleusenvorgang der großen Binnenschiffe zu beobachten. Die Tour erstreckt sich weiter in Richtung Süden über ausgedehnte Grünlandflächen, Weidelandschaft und dichte Waldstücke.

Die Erdölpumpen am Kronsberg werden auch als "nickende Pferdeköpfe" bezeichnet.

Quelle: Haushalter

Die Erdölpumpen am Kronsberg werden auch als „nickende Pferdeköpfe“ bezeichnet.

Auffällig sind die großen Förderpumpen, die wir am Wegesrand passieren. Spaziergänger klären uns über die Erdöl-Pumpen auf, die auch liebevoll „nickende Pferdeköpfe“ genannt werden. An einigen dieser Pumpen am südlichen Teil des Kronsbergs wird in einer Tiefe von 700 bis 1000 Meter das „schwarze Gold“ zu Tage gefördert. Wir radeln um eine Erkenntnis reicher weiter in südöstlicher Richtung. Durch das Naturschutzgebiet  Gaim, ein ausgedehntes Waldstück, welches zu den alten und noch niemals gerodeten Waldstandorten Hannovers gehört, setzt sich die Tour fort.

Es regnet, als wir den Mittellandkanal erreichen. Dass die Regenjacke bei einer Fahrradtour nie fehlen darf,  hat uns schon André Klunker,Niederlassungsleiter vom Zweirad Center Stadler, beim Auftaktinterview zu unser Fahrradtourserie nahe gelegt – gut, dass wir auf ihn gehört haben. Der Mittellandkanal ist mit 321,3 Kilometern die längste künstliche Wasserstraße Deutschlands und stellt eine wichtige Verbindung des Wasserstraßenssystems zwischen West- und Osteuropa dar. Bis Höhe Wehmingen/Bolzum beobachten wir entlang unserer Strecke direkt am Mittelandkanal die Containerschiffe mit Kohle und Metallschrott als Transportgut. Es herrscht für einen Sonntagnachmittag reger Schiffsverkehr auf dem Wasser.

Skulpturenausstellung am alten Rittergut Bolzum.

Quelle: Haushalter

Skulpturenausstellung am alten Rittergut Bolzum.

Weg vom Kanal Richtung Süden erreichen wir das Rittergut Bolzum, einen über 400 Jahre alten Gutshof, der mittlerweile zu einem Hotel umgestaltet wurde. Eine große Ausstellung von selbstgefertigten Skulpturen und Brunnen fasziniert uns – für unsere eigenen Hausgärten ist aber leider nichts Passendes dabei. Da wir schon gut 30 zurückgelegt Kilometer vom GPS-Gerät angezeigt bekommen, sparen wir uns einen Abstecher zum Straßenbahnmuseum nach Wehmingen, der ansonsten absolute Pflicht gewesen wäre. An großen Ackerfeldern vorbei – mit herrlichem Panoramablick auf den Kaliberg bei Sehnde – geht es nordwestlich zurück Richtung Kronsberg Siedlung. Der warme Regen stört uns mittlerweile überhaupt nicht mehr.
Wir starten durch zum letzten Kraftakt: Es geht hinauf auf den Aussichtshügel Kronsberg in 118 Meter Höhe über Normalnull (ü.N.N.). Hier macht sich meine leichtläufige Roloff-Kettenschaltung bemerkbar. Während andere Radler beim Erklimmen der Steigung bergauf aus dem Sattel springen und schieben, bleibe ich entspannt sitzen und radle in bester Bergetappen-Manier der Tour-de-France-Kletterer die Anhöhe hinauf. Zwar schnaufend und etwas kurzatmig, aber begeistert, denn der weitreichende Blick über Hannover entschädigt für die kleine Tortur.
Bei der letzten Pause nach etwa 35 zurückgelegten Kilometern planen wir schon unsere nächste Erkundungstour mit dem Rad. Es gibt noch einiges zu sehen…

Bildquelle

  • service_Schleuse: Haushalter
  • service_Oelfoerderung: Haushalter
  • service_Rittergut: Haushalter
4 Kommentare zu diesem Beitrag
  1. Gabriele Delventhal bei 10:51

    An welche Adresse und bis wann schreibt man denn die Antwort für das Gewinnspiel
    bei der Entdeckertour am Kronsberg? Das konnte ich nirgendwo finden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gabriele Delventhal

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