Aufklärung mit Schock
Abstoßende Bilder auf den Packungen sollen die Gefahren des Rauchens deutlich machen.

Aufklärung mit Schock

Jährlich sterben in Deutschland mehr als 120.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Wenn es um Zigaretten geht, waren deutsche Politiker in der Vergangenheit häufig aktiv: Sie setzen sich für Präventionsarbeit ein, verabschiedeten das Rauchverbot in Kneipen, erhöhten die Tabaksteuer und stimmten für den Abdruck von Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen.
Nun hat Deutschland die Tabakrichtlinie der Europäischen Union (EU) umgesetzt. Künftig sollen Käufer auch durch Schockbilder abgeschreckt werden. „Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko“, sagt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU). Offene Raucherbeine, schwarze Zahnstummel und Raucherlungen – durch solche Bilder wolle man, so Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), Nichtrauchern den Griff zur Zigarette „vergällen“. Durch die EU-Vorgaben sind in Zukunft zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und Drehtabak-Verpackungen für Schockfotos und Warnhinweise reserviert – weit mehr als bisher schon. Der Bundesrat muss der Reform noch zustimmen. Das gilt als wahrscheinlich. Deutschland ist verpflichtet, die entsprechende Tabakrichtlinie der EU bis zum 20. Mai in deutsches Recht umzusetzen. Linken und Grünen gehen die beschlossenen Regelungen allerdings nicht weit genug. Sie fordern vor allem ein vollständiges Werbeverbot für Zigaretten. Darüber will die Bundesregierung aber erst in einem nächsten Schritt entscheiden.
Die Hersteller sprechen von einem „rabenschwarzen Tag für die deutsche Tabakwirtschaft“. Der Deutsche Zigarettenverband (DZV) und der Verband der deutschen Rauchtabakindustrie (VdR) beklagen, das Gesetz führe zu einem Verlust von vielen Arbeitsplätzen bei kleinen und mittelständischen Produzenten. Der Reemtsma-Konzern, der wiederholt für eine Fristverlängerung gekämpft hatte, kritisiert, die Industrie müsse sich „im Turbo-Verfahren“ auf eine neue Rechtslage einstellen. Bereits hergestellte Zigarettenverpackungen dürfen allerdings noch ein Jahr lang ohne die neuen Warnbilder verkauft werden – bis zum Mai 2017.

Lassen Sie sich durch Schockbilder vom Rauchen abhalten?

Wolfgang Ahrens (71),  Pensionär, Hannover:  Es ist vorstellbar, dass Schockbilder abschreckend auf Raucher wirken. Aber ich halte die Kriminalisierung von Rauchern und ihre Darstellung als Schädlinge für falsch. Ich bin Nichtraucher.

Wolfgang Ahrens (71), Pensionär, Hannover:
Es ist vorstellbar, dass Schockbilder abschreckend auf Raucher wirken. Aber ich halte die Kriminalisierung von Rauchern und ihre Darstellung als Schädlinge für falsch. Ich bin Nichtraucher.

Lothar Bugiel (52),  Beamter, Hildesheim:  Auf Zigarettenschachteln aus Spanien habe ich solche Schockbilder schon gesehen. Ich finde sie eklig. Aber Rauchen ist eine Kopfsache und lässt sich meiner Meinung nach, nicht durch den Anblick solcher Fotos steuern.

Lothar Bugiel (52), Beamter, Hildesheim:
Auf Zigarettenschachteln aus Spanien habe ich solche Schockbilder schon gesehen. Ich finde sie eklig. Aber Rauchen ist eine Kopfsache und lässt sich meiner Meinung nach, nicht durch den Anblick solcher Fotos steuern.

David Bednarik (30),  Tech. Entwickler, Heuersen:  Ich könnte mir vorstellen, dass Jugendlich von solchen Fotos vom Rauchen abgehalten werden. Aber Leute, die schon seit Jahren rauchen, werden von Schockbildern nicht vom Rauchen abgehalten.

David Bednarik (30), Tech. Entwickler, Heuersen:
Ich könnte mir vorstellen, dass Jugendlich von solchen Fotos vom Rauchen abgehalten werden. Aber Leute, die schon seit Jahren rauchen, werden von Schockbildern nicht vom Rauchen abgehalten.

Anna el Said (37),  Ärztin, Ahlten:  Nein, Schockbilder halten Raucher nicht vom Rauchen ab. Die Fotos können allerdings präventiven Charakter haben und den Einstieg in das Rauchen verhindern.

Anna el Said (37), Ärztin, Ahlten:
Nein, Schockbilder halten Raucher nicht vom Rauchen ab. Die Fotos können allerdings präventiven Charakter haben und den Einstieg in das Rauchen verhindern.

 

 

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