Ausgezeichnet für Engagement und Einsatz
Die Preisträger Sigrid Eichstädt und Alfred Hagemann werden von Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (Mitte) geehrt. Foto: Bode

Ausgezeichnet für Engagement und Einsatz

Sigrid Eichstädt und Alfred Hagemann erhalten den Ricklinger Bürgerpreis

Der Bezirksrat Ricklingen hat zwei langjährig ehrenamtlich engagierte Bewohner mit dem Bürgerpreis ausgezeichnet: Sigrid Eichstädt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Chronik des Stadtteils Mühlenberg, Alfred Hagemann sammelte zahlreiche historische Fotos aus Ricklingen und erstellte zwei Bildbände. „Wir wollen durch die Verleihung des Bürgerpreises das Ehrenamt hervorheben und das jahrelange Tun der Personen wertschätzen“, sagte Bezirksbürgermeister Andreas Markurth. Beide Preisträger erhalten jeweils 500 Euro als Dank für ihr Engagement.
Eichstädt war eine der ersten Bewohnerinnen eines der Reihenhäuser am Leuschnerweg in den 1960er Jahren. „Als Zeitzeugin der ersten Minute engagierte sie sich für ein gutes Miteinander der Menschen am Mühlenberg“, so Markurth. In ihrem Wohnzimmer wurde 1970 eine Bürgerinitiative gegründet. Diese setzte sich unter anderem für eine gute Versorgung durch Einzelhandel und Ärzte sowie eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel ein. Zu der Erstellung der Chronik kam sie eher zufällig. „Mein Geltungsbedürfnis hält sich in Grenzen. Deshalb wäre ich alleine nicht auf die Idee gekommen, so etwas zu erstellen“, sagte die 79-Jährige. Klaus Vespermann, Leiter des Freizeit- und Bildungszentrums am Mühlenberg, kam mit dem Anliegen auf sie zu. 1998 wurde der erste Band veröffentlicht, später folgte ein zweiter Band. In diesem Jahr erschienen beide in einer Gesamtausgabe. Doch Eichstädt hat bereits Anregungen für eine erneute Erweiterung: „Beispielsweise konnte der Neubau der IGS darin noch nicht berücksichtigt werden.“
Hagemann wurde von Markurth als „Ricklinger Urgestein“ bezeichnet. Als Sohn einer Bäckerfamilie übernahm er den Betrieb schließlich, bis er ihn 1992 verpachtete. Er lebt an der Nordfeldstraße. „Seine große Leidenschaft ist die Fotografie“, so Markurth. Aber auch fremde Fotos begeistern ihn. Durch Zufall erhielt er alte Fotografien und erhielt schließlich im Kirchenladen am Ricklinger Stadtweg die Chance, eine Ausstellung durchzuführen. Neben den historischen Abbildungen fotografierte Hagemann das Motiv auch noch einmal im aktuellen Zustand und bemühte sich, Informationen zu dem Haus oder dessen Bewohnern zu erhalten. „Das gestaltete sich aber schwierig. Es leben auch nicht mehr viele, die über die Geschichte etwas erzählen können“, so der Ricklinger. Nach dem großen Erfolg der ersten Ausstellung erhielt Hagemann weitere Bilder und weitere Ausstellungen folgten. Anderen Bewohner beobachteten immer amüsiert, wie Hagemann mit seiner Kamera im Stadtteil unterwegs war. Inzwischen sind zwei Bildbände erschienen, auch mehrere Jahreskalender erstellte er. „Die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude bereitet. Auf den Bürgerpreis bin ich sehr stolz“, so Hagemann.

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