„Ich beneide Radiomoderatoren jeden Tag“, verriet Schöneberger, „die müssen sich keine Gedanken machen: Was ziehe ich an? Wie ist mein Lippenstift? Bin ich zu dick? Wie ist die Frisur? Wann immer ich Radio-Interviews gegeben habe, bin ich danach nach Hause gefahren und habe zu meinem Mann gesagt: Da will ich auch irgendwann mal hin!“
Neben den besten Moderatoren, der besten Morgensendung und der besten Comedy werden beim Deutschen Radiopreis unter anderem die beste Reportage und das beste Nachrichtenformat gekürt. 135 öffentlich-rechtliche und private Radiosender haben insgesamt 265 Produktionen ins Rennen geschickt - die Sieger werden von einer unabhängigen Jury des renommierten Grimme-Institutes ausgewählt.
Für Herbert Grönemeyer war der Deutsche Radiopreis lange überfällig: „Radio ist das Ur-Medium schlechthin. Es war an der Zeit, dass das Medium, in dem die meisten Journalisten ausgebildet werden, einen Preis bekommt.“
Eine besondere Beziehung zum Medium Radio hat auch Xavier Naidoo: „Ich habe in der dritten Klasse angefangen, mein eigenes Radioprogramm zu machen. Ich war Moderator, habe mir die Werbung ausgedacht und die Musik dazu gesungen.“
Auch als er seine Karriere als Sänger startete, half ihm das Radio: „Ich bin von einem großen Radiosender für ein Konzert gebucht worden – zu einer Zeit, als ich diesen Rückenwind gut gebrauchen konnte. Wenn sich ein Radiosender frühzeitig in einen Künstler verliebt, dann merkt man erst, wie viele Menschen das Radio in Bewegung setzt.“
Neben Naidoo, der mit den Söhnen Mannheims auf der Bühne stand, sorgten Herbert Grönemeyer, James Blunt, Frida Gold und Naturally 7 für musikalische Höhepunkte. Emotionaler Höhepunkt war der Auftritt des schwedischen Duos Roxette, das nach der Genesung von Sängerin Marie Fredriksson, im Herbst seine große Hallentour startet. „Wir wollen mit unserem Auftritt Danke sagen, für die jahrelange Unterstützung der Radiosender. Als kleines Präsent spielen wir das allererste Mal unsere neue Single „Speak To Me“ auf der Bühne!“, so die Roxette-Sängerin.
Die Gewinner des Abends waren unter anderem 1Live-Moderatorin Sabine Heinrich (Beste Moderatorin), SAW-Moderator Volker Haidt (Bester Moderator), „Enis wünscht sich ein Schreibpult“, von Kathrin Erdmann (NDR info, Beste Reportage), Michael Wirbitzky und Sascha Zeus (SWR 3, Beste Morgensendung) und die „Frühstück bei Stefanie“-Macher Andreas Altenburg und Harald Wehmeier (NDR 2, Beste Comedy).
Die weiteren Preisträger:
- Sonderpreis des Beirats: Herbert Grönemeyer
- Beste Sendung: "Jenni Zylka zu Gast bei Peter Wawerzinek" (WDR3)
von Jenni Zylka und Leslie Rosin
- Bestes Interview: Christina Weiss und Michael Merx (Radio 7)
- Bestes Nachrichtenformat: "B5 aktuell" (Bayerischer Rundfunk) mit Max Stocker
und Andrea Kister
- Sonderpreis des Beirats: Manfred "Manni" Breuckmann
- Beste Höreraktion: "planet project start up" (planet radio, Hessen) mit
Marko Eichmann und Alena Engelhard
- Beste Innovation: "90elf - Dein Fußball-Radio" (90elf) mit Florian Fritsche und
Christoph Kruse




