Brauchen wir ein Öko-Preisschild?
Bekommt ein zusätzliches ökologisches Preisschild: In Computerteilen stecken häufig viele umweltschädliche Substanzen. Foto: pixarbay

Brauchen wir ein Öko-Preisschild?

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks will vor besonders umweltschädlichen Produkten warnen

Berlin. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will besonders umweltschädlichen Elektrogeräten ein zweites „Preisschild“ verpassen. Damit sollen Verbraucher erkennen können, dass ein Produkt nicht nur einen monetären Preis hat, sondern auch Kosten für Umwelt und Gesellschaft verursacht. Konkret geht es der Ministerin zum Beispiel um Handys oder Tablet-Computer, bei deren Herstellung seltene Erden oder Erze wie zum Beispiel Coltan verbraucht werden. Diese Rohstoffe stammen häufig aus afrikanischen Krisengebieten, wo sie unter miserablen Arbeitsbedingungen und praktisch ohne Umweltstandards abgebaut werden. Hendricks verspricht sich von einem solchen Öko-Label mehr Transparenz und ein bewussteres Kaufverhalten der Konsumenten. „Wir müssen es Verbrauchern erleichtern, eine nachhaltige Kaufentscheidung zu treffen“, sagte die Ministerin bei der Präsentation ihrer Pläne in Berlin. Die Öko-Etiketten-Plan sind Teil eines Umweltprogramms, mit dem die SPD-Politikerin den ökologischen Wandel bis 2030 gestalten will.
Auch für Lebensmittel, deren Herstellung die Umwelt massiv schädigt, kann sich die Ministerin ein zweites Preisschild vorstellen. Rindersteaks aus Massentierhaltung fallen beispielsweise darunter. Anders als bei Elektrogeräten sind Zusatzpreisschilder bei Lebensmittel aus Hendricks Sicht aber „nicht vordringlich“.
Gegenwehr kommt bereits von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU). Mein Ziel ist nicht der Bevormundungsstaat“, ließ der Minister wissen. Einen „gesetzlichen Warnhinweis auf Rindfleisch“ lehne er deshalb ab.

Sind Sie bereit mehr Geld zu zahlen, wenn Produkte ökologisch vertretbarer hergestellt wurden?

Ja, ich bin bereit für ökologische Weiterentwicklung mehr Geld zu bezahlen. Ich halte viel davon, dass sich das Angebot weiter entwickelt, weil nur das unsere Zukunft sein kann.

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Klaus Thiel (58)
Heilpädagoge

 

Ja, ich würde auf jeden Fall mehr Geld ausgeben für Produkte, bei denen ich weiß, woher sie kommen und dass sie besser für die Umwelt und womöglich dann auch besser für mich selber sind.

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Wiebke Baumgart (19)
Auszubildende

 

Ja, allein für mein gutes Gewissen würde ich mehr Geld für Produkte ausgeben. Ich halte das für eine gute Sache, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch viel in Deutschland verändern und voranbringen würde.

319

Marcel Persicke (26)
Chefkoch

 

Ich glaube es macht kein Sinn, mit einer Doppelmoral in Individualpraktiken die Welt zu verbessern. Eine ökologische Waschmaschine zu kaufen, hat nicht zur Folge, dass die Welt besser oder schlechter wird, solange man nicht strukturell etwas an der Art zu wirtschaften ändert.

419

Paul Wagner (24)
Student

 

Ja, ich würde mehr Geld bezahlen, auf Grund der schlechten Arbeitsbedingungen vieler Menschen und der belasteten Umwelt.

511

Antonia Kermann (18)
Abiturientin

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