Brodowy Woche
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Foto: privat

Brodowy Woche

Nomen est Omen

Würden Sie Ihr Kind mit Vornamen Pflaumenmus nennen? Hoffentlich nicht! In Frankreich wurde einem Elternpaar gerade gerichtlich untersagt, ihren Kindern die Namen Nutella und Fraise, also Erdbeere, zu geben. Vielleicht, weil gerade bei ersterem Namen Gewichtsprobleme definitiv vorprogrammiert gewesen wären.
Manch ein Prominentenkind wünschte, es hätte sich auch bei seinem Namen ein Jurist mit einem Verbot eingemischt. Aber vielleicht sind Fifi Trixibelle und Pixie Frou-Frou, die Töchter von Bob Geldorf, mit ihren Vornamen ja genauso einverstanden wie Pilot Inspektor Riesgraf, Sprössling von Schauspieler Jason Lee. Der Sohn des Rennfahrers Nick Heidfeld heißt Joda: Hoffentlich richtig sprechen er kann, nicht wie Meister in Star Wars er redet; seltsam es wär!
Der Name ist ja bekanntlich oftmals Programm. Wobei ich vermute, dass Madonnas Tochter Lourdes Maria trotzdem keine Nonne wird. Inzwischen kann man sich übrigens für knapp 23 000 Euro von einer österreichischen Werbeagentur einen absolut neuen, innovativen Namen kreieren lassen. Die Kosten entstehen, weil der frisch erfundene Name – was weiß ich, zum Beispiel „Hufrasgnil“ – in unzähligen Sprachen überprüft wird. Nichts ist schlimmer als wenn das Wort in irgendeiner Sprache dann so was wie Doofkopp heisst.
Solche Dinge sind ja bekanntlich schon großen Firmen passiert. So hört sich ein Audi „e-tron“ auf deutsch sehr fortschrittlich an, im französischen hingegen bedeutet „étron“ Kothaufen. Und die finnische Firma für Scheibenenteiser mit ihrem Produkt „Super Piss“ dürfte in Deutschland auch nicht unbedingt punkten.
Also, ganz ehrlich: Ich bin mit Matthias zufrieden. Und „Nutella“, die nun „Ella“ heißt, wird das wohl auch mal mit ihrem Namen sein.
Matthias Brodowy

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  • Brodowy: privat

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