Brodowys Woche

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Eilandsheriff

Pellworm hat einen neuen Polizisten! Das ist doch zwischen all den negativen Schlagzeilen dieser Tage mal eine positive Meldung. Die knapp 1150 Einwohner der Nordseeinsel hatten zuletzt Sorgen, dass sich kein Ordnungshüter fände, der als alleiniger Sheriff den Halunken das Handwerk legen möge. Die Anzahl der großen tatortträchtigen Kriminalfälle auf Pellworm hält sich allerdings in engen Grenzen. Das Eiland wäre also nichts für Kommissarin Sophie Haas aus der Fernsehserie „Mord mit Aussicht“, die ja schon am Eifeldorf Hengasch verzweifelt. Wobei dieser Ort ja rein fiktiv ist. Postfaktisch sozusagen. Oder wie man im Pressestab von Präsident Trump erklären würde: Hengasch ist ein alternatives Faktum! Aber immerhin ist in Hengasch, was sich zugegebenermaßen ziemlich nach Ende der Welt – für die Lateiner: anus mundi – anhört, erstaunlicherweise ordentlich was los! Auf Pellworm hingegen wäre ein geklautes Fahrradventil schon ein schlagzeilenträchtiges Ereignis. Als PePo (Pellwormpolizist) ist man zugleich irgendwie auch ein lebendes Kunstwerk. Und der PePo führt zumindest ein sichereres Leben als zum Beispiel der KoSi (Kokosnuss-Sicherheitsbeauftragter) in Indonesien oder Sri Lanka. Diesen Job gibt es wirklich. Und ungefährlich ist er nicht, bringt er den KoSi doch ziemlich auf die Palme. Der langweiligste Job, den ich persönlich mir vorstellen kann, ist Ansteher. Das sind Leute, die sich für andere in irgendeiner Warteschlange anstellen. Dann lieber Erschrecker in der Geisterbahn!

Matthias Brodowy

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