Brodowys Woche: Sommerlöcher
Matthias Brodowy, Kabarettist und Musiker. Foto: Privat

Brodowys Woche: Sommerlöcher

Das Sommerloch war immer schon gut für skurrile Nachrichten. Mal wollte ein Bundestagshinterbänkler Mallorca eingemeinden, ein anderes Mal tauchte ein Problembär in Bayern auf und animierte Edmund Stoiber zu philosophischen Sprachhöhenflügen, und im Zweifel büxt ein Krokodil aus und schwimmt durch irgendeinen Badesee. 2015 hat da mehr zu bieten. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig von der SPD schlägt vor, dass seine Partei bei der Bundestagswahl 2017 auf einen eigenen Kanzlerkandidaten verzichten sollte. Man hat ja eh keine Chance gegen Frau Merkel. Nun warte ich darauf, dass er auch noch die Idee haben könnte, dass CDU und SPD mit einer gemeinsamen Liste antreten. Allerdings fließt bis zur Wahl ja noch viel Wasser durch Nord- und Ostsee. Bernd Lucke wird bestimmt die ein oder andere Partei gründen und Horst Seehofer scheitert mit seiner Maut vor Gericht und führt sie konsequenterweise nur in Bayern ein. Und sonst? Sepp Blatters Ziehsohn Michel Platini, systemimmanenter Langzeitfußballfunktionär, wird Nachfolger seines nunmehr verstoßenen Ziehvaters, wodurch die Weltmeisterschaften 2026, 30 und 34 doch noch problemlos in Dubai, Saudi-Arabien und Kuwait als Adventsspiele stattfinden können. Kevin de Bruyne, zurecht Fußballer des Jahres, geht womöglich bald für 72 Millionen zu Manchester City. Im Gegenzug wechselt Wolfgang Schäuble für 72 Milliarden Ablösesumme nach Griechenland ins Kabinett Tsipras, Spitzname „Ouzo der Unbesiegbare“. 1975 war übrigens das Ungeheuer von Loch Ness das große Sommerlochthema. Ob Nessie wohl eine Chance gegen Merkel hätte?

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