Brodowys Woche: Spülhände
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Spülhände

Dieser Tage wurde Pumuckl 55 Jahre alt. Wenn ich an den kleinen Kobold mit den roten Haaren denke, der in der Werkstatt des Meister Eder sein Zuhause gefunden hat, habe ich sofort die Stimme von Hans Clarin im Ohr.
Was hab ich den Pumuckl geliebt. Diese sympathische Anarchie, dieses liebevolle Chaos, das er in eine doch sehr bodenständige Welt hineingebracht hat.

Manchmal muss man eben die Welt auf den Kopf stellen, um sie besser zu verstehen. Pumuckl war damals mein Freund! Genau wie der Hase Cäsar. Erinnern sie sich noch an den? Der mit dem langgezogenen „Biddeschööööön!!!“ Und dann waren da natürlich noch Ernie und Bert.
Und der Frosch Kermit mit den anderen Muppets. Alles irgendwie meine Weggefährten. Ich war zehn Jahre alt als Pumuckl den Karrieresprung vom Radio in die Flimmerkiste geschafft hat.

Und Pumuckl war für mich natürlich schwarz-weiß, wir hatten ja nur diesen winzigen, tragbaren, farblosen Mini-Fernseher mit Zimmerantenne und Drehknöpfen zum Suchen der Programme.

Aber da drin steckte ein ganzes Universum, da drin saßen sie: Unsere Freunde, die stets pünktlich zur Stelle waren.
Dazu gehörten natürlich auch Klementine und vor allem Tilly. Kennen Sie noch, oder? Geschichtslehrer antworten jetzt: Natürlich, Tilly war ein Feldherr im 30jährigen Krieg!

Aber da sage ich: Nein! In erster Linie war Tilly die mit dem „Sie baden gerade ihre Hände drin!“ und dem Geschirrspülmittel mit den natürlichen Proteinen. Pumuckl hätte darin garantiert nicht nur seine Hände gebadet.

Von Matthias Brodowy

www.brodowy.de


Matthias Brodowy schreibt seine wöchentliche Kolumne in „Brodowys Woche“.

Bildquelle

  • Brodowy: privat

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.