Die Lust auf mehr ist geweckt

Schachtalent Jan Pubantz sammelt Erfahrungen bei der Jugendweltmeisterschaft

Als Jan Pubantz spät abends wieder in Hannover angekommen ist, war das Schachtalent des SK Ricklingen müde, aber um eine Riesenerfahrung reicher. Zum ersten Mal hatte der 12-Jährige im brasilianischen Pocos des Caldas die Jugendweltmeisterschaft gespielt. Mit sechs Punkten aus elf Runden belegte Pubantz nach einem anstrengenden Turnier unter 93 Teilnehmern Platz 30.
„Mit ein bisschen Glück war ein halber oder ein ganzer Punkt mehr drin, aber das geht in Ordnung“, urteilte Vater Richard, der den Filius begleitete. Trotz der holprigen Anreise – der Transfer von Sao Paolo zum Spielort dauerte sechs statt der geplanten dreieinhalb Stunden – startete Jan Pubantz super in die WM und lag nach sechs Runden mit 4,5 Punkten auf Rang elf. Zur „Belohnung“ durfte der Ricklinger an einem der Bretter spielen, die live im Internet übertragen wurden. Unter den Augen vieler Fans in der Heimat erreichte Jan Gewinnstellung, ehe er mit zwei ungenauen Zügen auf die Verliererstraße geriet. Auch die zweite Partie dieses Tages ging verloren und der Traum von einem Platz im Vorderfeld war vorbei.
Jan Pubantz gab in den verbleibenden drei Runden alles, schaffte es aber nicht mehr, seinen Setzplatz 17 zu erreichen. „Die ELO-Wertungszahlen haben international überhaupt nichts zu sagen. Viele Kinder waren nominell schwächer als Jan, haben aber sehr stark gespielt“, erklärte Richard Pubantz. Ärgerlicher fand er einige Mängel der Organisation. So fiel die Eröffnungsfeier, auf die sich alle gefreut hatten, aus. „Auch vom Land haben wir nicht viel gesehen, weil es kein vernünftiges Angebot gab.“
Das Fazit der 12 Tage in Brasilien ist trotzdem positiv. „Es waren einige gute Partien dabei. Die Atmosphäre eines solchen Turnieres motiviert und macht Lust auf mehr“, sagte Richard Pubantz.
Vielleicht klappt es im kommenden Jahr erneut mit der Qualifikation. In der höheren Alterklasse U 14 wird es zwar schwieriger, aber dafür finden die Titelkämpfe in Griechenland statt. Allein das ist Ansporn genug…

Volle Konzentration: Jan Pubantz versucht seinen Gegenspieler mattzusetzen. Foto: Serreck.

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