Eine Radrour durch die Hannoversche Moorlandschaft
Das Moor sah Volontärin Franka Haak auf der Radtour nur einmal. Dass sie ihm zum Teil sehr nah sind, merkte wir aber an den feuchten Wegen (großes Bild).

Eine Radrour durch die Hannoversche Moorlandschaft

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Blick vom Aussichtsturm aufs Bissendorfer Moor.

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Ein Birkenwäldchen, am Waldboden Farn.

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Moorspaten und andere typische Utensilien im Moorinformationszentrum MooriZ.

Unter unseren Reifen raschelt trockenes Laub, ab und zu knackt eine Eichel. Zusammen mit meinem Bruder Anselm und unserem Freund Martin radeln wir von Bissendorf aus Richtung Moor. Wir sind auf der nordhannoverschen Moorroute unterwegs, die die Region kürzlich ausgeschildert hat. Die Route führt von Altwarmbüchen bis zum Steinhuder Meer; wir haben uns für das 25 Kilometer lange Teilstück von Bissendorf nach Neustadt am Rübenberge entschieden.
Der Anfang ist etwas holprig, was nicht am Weg liegt: Am Bahnhof Bissendorf – bis dahin sind wir mit der S-Bahn gefahren – können wir weit und breit kein Hinweisschild entdecken. „Wir sind auf dem Holzweg“, ruft mein Bruder – und hält vor einem Straßenschild mit eben dieser Aufschrift. Ein Blick aufs Handy zeigt, dass wir tatsächlich in die falsche Richtung fahren.
Schließlich finden wir die Schlager Chaussee aber doch und an der nächsten Kreuzung dann auch das erste Hinweisschild mit dem kleinen Symbol der Moorroute. Nachdem wir in Kiebitzkrug die Landstraße verlassen, zeigt sich der Oktober von seiner besten Seite. Es ist herbstlich kühl. Vom strahlendblauen Himmel scheint die Sonne auf grüne Wiesen, bunt gefärbte Laubwälder, und goldenen Stoppelfelder. Nur das Moor macht sich etwas rar. Laut Karte fahren am Bissendorfer Moor entlang und dann zwischen dem Ottenhagener und dem Schwarzen Moor hindurch. Doch zwischen uns und den Feuchtgebieten liegen fast auf der ganzen Strecke Bäume.
Nur einmal bekommen wir die weiten Moorflächen zu Gesicht: An einer Wegkreuzung entscheiden wir uns für einen kleinen Abzweig nach rechts zu einem Aussichtsturm. Als wir aus dem Wald auftauchen, liegt vor uns das Moor. Vom Aussichtsturm aus lassen wir den Blick über die weite braun-grüne Fläche schweifen. Kraniche, die es dort geben soll, sichten wir nicht. Dafür eine Gruppe von Naturschützern, die vor der Kamera eines Fernsehteams kleine Baum-Sprösslinge entfernt. Die würden dem Moor sonst zu viel Feuchtigkeit entziehen, erklärt uns einer der Naturschützer, dem wir später begegnen.
Die zweite Gelegenheit, dem Moor näher zu kommen, verpassen wir: Gleich zu Beginn des Ottenhagener Moors kurz hinter Resse soll es einen Moor-Erlebnispfad geben. Dass wir an der Abzweigung vorbeigeradelt sind, dämmert mir erst, als wir die Dorfeinfahrt von Otternhagen erreichen. Das Moor haben wir schon ein gutes Stück hinter uns gelassen. Das hat aber auch eine gute Seite. Denn die Geduld meiner beiden Begleiter habe ich mit den vielen Stopps für Fotos und dem langen Aufenthalt im Moorinformationszentrum (MooriZ) in Resse an diesem Tag schon genügend strapaziert.
Von Ottenhagen aus geht es an einer Landstraße entlang weiter nach Neustadt. Dort steigen wir mit unseren Rädern wieder in den Regionalzug zurück nach Hannover.

 

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Schafe auf einer Weide am Wegesrand.

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Eine Tafel mit Infos zu den Mooren.

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Kühe auf einer Weide am Wegesrand.

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