„Es ist aufregend, James Bond zu sein“
Daniel Craig ist James Bond in Spectre. Fotos: sony pictures

„Es ist aufregend, James Bond zu sein“

Daniel Craig ist ab dem 5. November wieder als Bond im Kino zu sehen

Mr. Craig, war das jetzt tatsächlich Ihr letzter Bond-Film? Sie werden überall mit dieser Aussage zitiert.
Das würde ich gern gleich mal klarstellen. Zwei Tage nach Ende der Dreharbeiten bin ich gefragt worden, ob ich weitermachen will. Und wenn Sie meine Antwort genau lesen, dann habe ich gesagt: In diesem Augenblick würde ich mir eher die Pulsadern aufschneiden, als noch mal die Rolle zu übernehmen. Diese Formulierung gibt mir durchaus das Recht, meine Meinung noch mal zu ändern.

Bond ist inzwischen von einem neuen Team umgeben. Alle sind an ihrem Platz: Es gibt einen neuen Chef M, eine neue Miss Moneypenny, einen neuen Waffenmeister Q. Wohin soll Bonds Reise gehen?
In diesen Filmen ist für vieles Platz. Solange James Bond nur sich selbst treu bleibt, ist alles möglich. Das hier ist kein Ibsen-Stück, das ist ein Bond-Film, auch wenn wir uns viel mit seiner Psyche beschäftigt haben. Aber der Geheimagent Bond verdient sein Geld immer noch damit, Leute umzubringen.

Wie wäre es denn mit einem Remake?
Wollen Sie das wirklich? Dazu hätte ich keine Lust, das ist vorbei. Lassen Sie diese großen Filme so, wie sie sind.

Sie werden bei „Spectre“ nicht nur als Hauptdarsteller, sondern auch als Koproduzent geführt. Wollen Sie Ihre spätere Rente sichern?
Nein, es geht dabei nicht ums Geld, allein um die kreative Mitsprache. Als ich vor zehn Jahren mit Bond anfing, habe ich auf die Schwierigkeiten hingewiesen und gesagt: Wenn ich bei der Figur mitreden kann und tiefere Einblicke in ihre Entstehung bekomme, kann ich meinen Job besser machen. Die Produzenten waren von Anfang an so großzügig – und jetzt waren sie noch großzügiger und haben das im Abspann vermerkt.
Wie weit ging Ihr Mitspracherecht?
Manches fließt in den Film ein, manches nicht. Da sitzt ein sehr kreatives Team bei vielen Treffen zusammen. Aber glauben Sie bitte nicht, dass die einzige Sache, für die ich mich wirklich interessiert habe, die Bond-Girls waren.

Apropos: Sie selbst zeigen in „Spectre nur sehr wenig nackte Haut. Warum so schüchtern?
Ich habe in der Zwischenzeit so zugenommen. Nein, mal ehrlich: Meine Haut habe ich doch schon in den ersten drei Filmen präsentiert. Schauen Sie sich doch einfach die alten Filme an. Da ist genug nackte Haut drin.

In Ihrem Film geht es auch um Datenspionage. Ist Edward Snowden ein Held?
Lassen Sie es mich so sagen: Was er getan hat, hat eine dringend notwendige Debatte ausgelöst. Ohne ihn wäre dieses Thema nicht nach oben auf die Agenda gerückt. Er wusste, was das alles für sein Leben bedeuten würde. Das war eine heroische Tat.

Was ist das Schwierigste, wenn Sie in die Bond-Rolle schlüpfen?
Das Küssen ist schrecklich – nein, nein, das war ein Witz. Es gibt nichts wirklich Schreckliches an diesem Job. Ich liebe diese Arbeit – mit den Frauen, mit den Autos, mit diesem Team. Es ist einfach aufregend, James Bond zu sein.

Haben Sie ein ähnliches Faible wie Bond für luxuriöse Sachen?
Ich mag schöne Dinge, schon weil mein Großvater ein Schneider war, und wir viel über Stoffe geredet haben. In meiner Zeit vor Bond musste ich solche Dinge aber aus der Ferne lieben.

Sie fahren in diesem Film einen Oldtimer wie den Aston Martin DB 5 und den neuen DB 10. Welches Auto bevorzugen Sie?
An einem kalten Morgen? Einen DB 10. Der springt garantiert an. Aber der DB 5 ist wunderschön.

Passiert es Ihnen, dass Leute auf der Straße Sie mit James Bond ansprechen?
Ja, das passiert dauernd. Eine unangenehme Sache. Daniel … Bond.

Früher oder später müssen Sie diese Rolle abgeben. Glauben Sie, dass Sie die Figur Bond je wieder loswerden?
Warum sollte ich? Ich bin stolz auf die Filme. Sie sind Teil meines Lebens. Ich könnte nicht glücklicher mit Bond sein.

Wer soll dann übernehmen? Im Gespräch sind ein schwarzer Bond, ein schwuler Bond, ein weiblicher Bond.
Macht, was ihr wollt. Das ist ein Film. Wenn es sich so anfühlt, als wäre es das Richtige, dann bitte.

Interview: Stefan Stosch

 

Bond-Experte stellt im Astor Kino aus

Siegfried Tesche hat die Lizenz zum Sammeln
Hat die Lizenz zum Sammeln: Bond-Experte Siegfried Tesche. Foto: cle

Hat die Lizenz zum Sammeln: Bond-Experte Siegfried Tesche. Foto: cle

Hannover (cle). Sein Name ist Tesche, Siegfried Tesche und er ist Hannovers James Bond-Experte und langjähriger Sammler von Bond-Requisiten. Zum Filmstart des inzwischen 24. Bond-Streifens „Spectre“ am heutigen Mittwoch präsentiert Tesche im Astor Grand Cinema einen kleinen Teil seiner Sammlung – darunter Filmplakate, Fotos und Kostüme und den legendären Düsenrucksack aus „Feuerball“. „Meinen ersten James Bond-Film habe ich mit zwölf Jahren im Kino Esplanade in der Geibelstraße gesehen“, erzählt Siegfried Tesche. „Das war ‚Im Geheimdienst ihrer Majestät‘ und diese Geheimdienstgeschichten haben mich total fasziniert. Ich habe dann angefangen, die Romane zu lesen und die Filme geguckt und langsam damit angefangen, Plakate, Fotos und Filmprogrammhefte zu sammeln“. Inwischen nennt Tesche rund 7000 Fotos, 1000 Filmprogramme, zwischen 700 und 900 Plakate sowie 180 Requisiten, Kostüme und Souvenirs   sein eigen.
„Harry Saltzmann hat mal gesagt, jeder Mann möchte gerne James Bond sein und jede Frau möchte gerne James Bond nahe sein. Und ich denke, das macht die Faszination von James Bond aus“, sagt der Experte und Sammler.

Die Ausstellung im Astor Kino läuft von heute, 4. November bis zum 25. November.

 

 

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Jürgen Wache, Sprecher des Vorstandes der Hannoverschen Volksbank: „Selbstverständlich schaue ich den neuen Bond. James Bond begleitet mich seit meiner Jugend. Ich mag vor allem die Lässigkeit, die Bond auch in den schwierigsten Situationen zeigt.“

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Stefan Schostok, Oberbürgermeister: „Ich werde den Bond vielleicht sehen. Die Bond-Filme sind sehr gut gemacht und einfach spannend.“

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Michael Klügl, Intendant der Oper: „Mein Ideal-Bond ist nach wie vor Sean Connery, den ich in seiner Mischung aus Cleverness, Charme und Schlagfertigkeit für unübertroffen halte. Aber natürlich werde ich mir auch den neuen Bond anschauen. Im Augenblick haben die Endproben zu unserer Junge-Opern-Produktion ‚Orlando‘ allerdings absoluten Vorrang!“

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