Es weihnachtet sehr
Die Regale in den Supermärkten sind bereits voll mit Artikeln rund um Weihnachten. Foto: Imago

Es weihnachtet sehr

Regale sind voll mit Weihnachtsartikeln – Bäume werden schon geerntet

Von Reinhard Urschel

Berlin. Wenn der Christbaum am Heiligabend in der guten Stube glänzt – dann ist das grüne Geäst oft schon Wochen alt. In diesen Tagen beginnt die Abholzsaison in den tradionellen deutschen Lieferregionen, also im Sauerland, in Schleswig-Holstein und in Skandinavien. Das Weihnachtsgebäck liegt schon eine Weile in den Regalen, obwohl die Leute angeblich nichts von der frühen Einstimmung aufs Fest halten. Immer mehr Leute stellen sich Wochen vor dem Fest die legendäre Frage: Ja ist denn schon Weihnachten?
Nicht alle gehen so weit wie neulich eine Frau in einem Nachbarland, die voller Zorn über das frühe Auftauchen von Spekulatuis im Supermarkt die Regale umwarf. Aber nach einer von dpa veröffentlichten Verbraucherumfrage fühlen sich auch hierzulande zwei Drittel der Leute genervt von Festtagsgebäck und -naschereien, wenn draußen noch die Sonne scheint..
Das Erstaunliche ist jedoch: Viele Kunden greifen trotzdem zu Spekulatius, Lebkuchen oder Stollen. «Die Erfahrung zeigt: Die Leute kaufen es dann schon», sagt dazu ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland. Deshalb liege selbstverständlich jetzt schon Weihnachtsware in den Läden: „Regalplätze sind den Händlern lieb und teuer. Sie legen da nichts hinein, was sie nicht verkaufen können.“
Tatsächlich ist das so: Gerade vor der Adventszeit will die Auswahl in den Regalen sorgfältig durchdacht sein. Denn das Weihnachtsgeschäft macht einen großen Teil des Jahresumsatzes im Einzelhandel aus. Im November und Dezember letzten Jahres lag der Umsatz bei 79,8 Milliarden Euro. Viele Händler hoffen wohl, diese goldenen Zeit mit frühen Angeboten noch einmal um ein paar Wochen zu verlängern. Laut Umfrage nutzen das aber nur wenige Kunden. 27 Prozent der Befragten gab an, dass ihnen frühe Weihnachtsangebote helfen, passende Geschenke zu finden.
Und die Weihnachtsbäume? Die Branche rechnet wegen der guten Qualität und aufgrund eines Überangebotes mit sinkenden Preisen für die Kunden. „Das werden pro Baum im Durchschnitt mindestens ein bis zwei Euro sein“, sagt ein Branchenexperte. Besonders spürbar werde dies vor allem bei der Massenware. Ausgesucht schöne Nordmanntannen würden aber auch in diesem Jahr zwischen 18 und 24 Euro pro laufendem Meter kosten.

 

Beginnt die Weihnachtszeit zu früh? (Umfrage und Fotos: triller)
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Stefanie Müller (44), Anwaltsgehilfin, Hannover: Mich stört das frühe Angebot von Weihnachtsartikeln. Ich finde, dass dadurch die Stimmung bis zu den Festtagen verloren geht. Zum Konsum wird man durch die Industrie regelrecht hin erzogen.

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Torsten Knölke (54), Mental-Coach, Hannover: Mich stört es nicht, wenn der Verkauf von Weihnachtssachen so früh beginnt. Jeder kann selber entscheiden, wann er was kauft. Ich kaufe erst zu Weihnachten entsprechend ein.

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Friedhelm Albeck (73), Rentner, Hannover: Margot Käßmann sagte einmal, die Adventszeit beginnt im Dezember. Und mit ihrer Meinung gehe ich konform. Aber wenn jemand im Juni Dominosteine essen möchte, ist das auch in Ordnung.

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Dartagnan Lederhouse (24), Englischlehrer, Hannover: Der Verkauf von Weihnachtsartikeln im September ist mir zu früh. Ich finde das unangenehm. Mitte oder besser noch Ende November wäre für den Verkaufsstart viel passender.

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