Flüchtlinge ziehen in Messehalle ein
In Halle 21 können ab Mittwoch, 8. August, Flüchtlinge einziehen. Foto: R

Flüchtlinge ziehen in Messehalle ein

Die Stadt hat eine weitere vorübergehende Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge gefunden. Ab Mittwoch soll die Halle 21 auf dem Messegelände als Notunterkunft genutzt werden. Hintergrund der Entscheidung ist, dass die Stadt kurzfristig in der kommenden Woche rund 300 Menschen aus der laufenden Quote zugewiesen bekommt.
„Wir sind der Deutschen Messe AG dankbar für die Unterstützung. Die Möglichkeit der temporären Nutzung der Halle 21 hilft uns sehr, die akute Anforderung einer Unterbringung von 300 Personen zu bewältigen“, lobte Oberbürgermeister Stefan Schostok. Die Messe AG stellt die Halle der Stadt bis Ende September zur Verfügung. Danach wird das Gelände wieder vollständig für die anstehenden Herbstveranstaltungen benötigt. „Als international tätiges Unternehmen aus Hannover ist es für uns selbstverständlich, in einer humanitären Sondersituation wie dieser zu unterstützen“, sagt Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. Auf Anfrage von Oberbürgermeister Stefan Schostok habe das Unternehmen die Verfügbarkeiten der Hallen überprüft.

Bis Jahresende weitere 2400 Flüchtlinge erwartet

Um eine Unterbringung in Notunterkünften mittelfristig zu vermeiden, hat die Stadt 29 Standorte ausgewählt, an denen nächstes Jahr Container-Unterkünfte, Wohnheime und Wohnprojekte entstehen sollen. Durchschnittlich könnten dort jeweils etwa 100 Menschen unterkommen. Für das Programm sind rund 81 Millionen Euro veranschlagt. Der zusätzliche Wohnraum wird dringend benötigt. Denn die Stadt rechnet, damit, dass 2016 in etwa so viele Menchen in Hannover Zuflucht suchen werden wie in diesem Jahr. Im Laufe der vergangenen Monate sind deutlich mehr Flüchtlinge nach Hannover gekommen als in der Vergangenheit. Bereits 2014 hat die Stadt zusätzlich 750 Asylsuchende aufgenommen. Anfang dieses Jahres lebten damit insgesamt 2150 Flüchtlinge in Hannover, aktuell sind es etwa 2900. Bis Ende des Jahres werden weitere 2400 Menschen erwartet. Da andererseits Flüchtlinge wieder abwandern oder Asyl erhalten werden, geht die Stadt davon aus, dass Ende des Jahres etwa 4900 Flüchtlinge in Hannover untergebracht sein werden, also mehr als doppelt so viele wie im Januar. Das ist weiterhin nur ein Prozent der Stadtbevölkerung. Doch die vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten reichen nicht aus.

Messehalle 21 als Notunterkunft

In den regulären Unterkünften – 15 Wohnheime, vier Wohnprojekte und fünf Container-Unterkünfte – finden schon jetzt längst nicht alle Flüchtlinge einen Platz: 1200 Menschen, also etwa 40 Prozent der Flüchtlinge, sind in Notunterkünften untergebracht: Neben den bestehenden Notunterkünften wie Turnhallen und dem Bettenhaus des Nordstadtkrankenhauses sollen ab Mittwoch Flüchtlinge auch in der Messehalle 21 einziehen
Um die Unterbringungssituation zu entlasten, hat die Stadt 29 Standorte ausgewählt, an denen nächstes Jahr neue Unterkünfte entstehen sollen. „Gerade in Zeiten wie diesen ist es enorm wichtig, dass wir frühzeitig Potenziale abklopfen und Projekte so schnell wie möglich auf den Weg bringen“, betont Oberbürgermeister Stefan Schostok. Bei der Auswahl der Standorte hat die Stadt darauf geachtet, dass sie in der Nähe von Wohngebieten liegen und an die Verkehrsinfrastruktur angebunden sind. Dadurch soll sich der Aufwand für Erschließung und Bebauung in Grenzen halten.

Neue Wohnmodule ab Herbst lieferbar

Unabhängig von den neuen Standorten sollen noch in diesem Jahr zusätzliche Unterkünfte zur Verfügung stehen. Zwei Wohnheime und sechs Wohnprojekte befinden sich im Bau. Ein Wohnheim in Wettbergen könnte im Herbst bezugsfertig sein. Die Stadt will außerdem elf zusätzliche Container-Unterkünfte errichten. Die dafür benötigten Wohnmodule sollen ab Herbst geliefert werden.

An folgenden Standorten sollen 2016 neue Unterkünfte für Flüchtlinge entstehen

1 Waterlooplatz (Mitte)
2 Ohestraße (Mitte)
3 Podbielskistraße (Vahrenwald-List)
4 Karl-Imhoff-Weg (Vahrenwald-List)
5 Große Heide (Bothfeld-Vahrenheide)
6 Rendsburger Straße (Bothfeld-Vahrenheide)
7 Osterfelddamm/Baumschulenallee (Buchholz-Kleefeld)
8 Podbielskistraße/Corinthstraße (Buchholz-Kleefeld)
9 Dorfmarkhof (Buchholz-Kleefeld)
10 Lathusenstraße (Buchholz-Kleefeld)
11 Nikolaas-tinbergen-Weg (Buchholz-Kleefeld)
12 Nußriede (Buchholz-Kleefeld)
13 Ludwig-Jahn-Straße (Misburg-Anderten)
14 Am Forstkamp (Misburg-Anderten)
15 Am Heisterholze (Kirchrode-Bemerode-Wülferode)
16 Kronsberg/Lehmbuschweg (Kirchrode-Bemerode-Wülfer.)
17 Lange-Feld-Straße (Kirchrode-Bemerode-Wülferode)
18 Erythropelstraße (Döhren-Wülfel)
19 Thaerstraße (Döhren-Wülfel)
20 Am Annastift (Döhren-Wülfel)
21 Spittastraße (Döhren-Wülfel)
22 Karl-Nasemann-Weg (Ricklingen)
23 Fellgiebelstraße (Ricklingen)
24 Deveser Straße (Ricklingen)
25 Albrecht-Schäffer-Weg (Ahlem-Badenstedt-Davenstedt)
26 Heimatweg (Herrenhausen-Stöcken)
27 Kreuzriede (Herrenhausen-Stöcken)
28 Alt-Vinnhorst (Nord)
29 Karl-König-Platz (Nord)

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