Paul van Dyk: „Ich bin ein Kind des Radios“

Großer Starauflauf beim Deutschen Radiopreis

HAMBURG (ats). Starauflauf am Donnerstag im Schuppen 52 am Hamburger Hafen. Bereits zum vierten Mal wurde dort der Deutsche Radiopreis verliehen – erneut charmant moderiert von Barbara Schöneberger.
Neben hochkarätigen Laudatoren, unter anderem Bettina Zimmermann, Anna Maria Mühe, Wolfgang Niedecken und „Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel gab es auch ein hochkarätiges Showprogram, mit Cro, Sean Paul, Hurts, Jamie Cullum, den Toten Hosen und Paul van Dyk, der eine besondere Verbindung zum Radio hat. „Ich bin wirklich ein Kind des Radios. Ich bin geprägt vom Zuhören. All das, was ich in meinem Leben glücklicherweise erleben und erreichen durfte, wäre ohne Radio nicht passiert“, sagt Paul van Dyk. Die Musik, die er als Teenager im Radio hörte, hat ihn fasziniert und geprägt. So sehr, dass der Berliner die Musik zu seinem Lebensmittelpunkt machte – inzwischen wurde er schon zweimal zum weltbesten DJ gekürt.
Rapper Cro hält das Radio nach wie vor für ein wichtiges Sprungbrett für junge Musiker: „Das Radio ist für eine erfolgreiche Musikkarriere wichtig. Radio wird auf jeden Fall noch krass gehört von allen und deshalb sage ich: Radio ist genauso wichtig wie Internet.“
„Das Radio hat Bestand. Das Radio ist immer noch alternativlos“, ist sich Campino, Sänger der Toten Hosen, sicher. „Letztendlich hat Radio die Wirkung von ‚Tage wie diese‘ potenziert und in die letzten Winkel der kleinsten Dörfer gespült.“ Auch Megastar Sean Paul hat zum Radio hat seit langem ein besonderes Verhältnis. Selbst heute, nach seinem weltweiten Durchbruch, stellt er seine neuen Songs immer noch zuerst den Radio-DJs in seiner Heimat Jamaika vor. In Hamburg brachte der den Schuppen 52 mit seinem aktuellen Top-Ten Hit „Other Side Of Love“ zum Kochen.

61 öffentlich-rechtliche und private Radiosender in ganz Deutschland übertrugen die Show live. Im Internet lief die Verleihung als Livestream auf deutscher-radiopreis.de. Sina Peschke, LandesWelle Thüringen, und Andreas Kuhlage, N-JOY kommentierten das Geschehen für die Radiohörer. Die Aufzeichnung ist zudem zeitversetzt in allen Dritten Fernsehprogrammen der ARD zu sehen.

Und das sind die Gewinner:

Beste Comedy

104.6 RTL Berlins Hitradio
„Ungefragt Nachgefragt – Deutschlands geheimstes Radioquiz“
Olaf Heyden alias Jürgen Kerbel

Begründung der Grimme-Jury: „Ungefragt Nachgefragt“ gelingt es, die bekannte Comedyform „Spaßtelefon“ um eine neue, witzig-kluge Variante zu bereichern: Der Comedian Jürgen Kerbel ruft ahnungslose Menschen an, die nicht wissen, dass sie Teil einer Radio-Quizshow sind. Eine geistreiche Kombination aus Telefon-Comedy und Quiz.

Beste Innovation

SWR3 und DASDING
„News for Natives“
Christoph Ebner und Edgar Heinz

Begründung der Grimme-Jury: SWR3 und DASDING bilden mit einem crossmedialen Nachrichten-Konzept in der SWR3 Pop-Unit junge Lebenswelten durch Beiträge der „Digital Natives“-Reporter ab. Viele Themen entstehen im Social Web, bei aktiv beteiligter Community. Dieser innovative Prozess führt zur Einheit von Radio und Social Media.

Bestes Interview

hr, YOU FM
„Ein Leben mit dem Tod“
Emily Kavanaugh und Johannes Sassenroth

Begründung der Grimme-Jury: YOU FM-Moderator Johannes Sassenroth nimmt die Hörer mit in den Alltag des schwer körperbehinderten Christian, in dessen Leben der Tod mitschwingt. Trotz lediglich mittelbarer Kommunikation via Sprachcomputer entsteht ein offenes Gesprächsklima, das den Hörer unmittelbar teilhaben lässt und bewegt.

Beste Nachrichtensendung

NDR 2
„Der NDR 2 Kurier“
Petra Sander und Carsten Schmiester

Begründung der Grimme-Jury: Der NDR 2 Kurier bietet eine frische und gekonnte Nachrichtenmischung, mit prägnanten Hintergründen bei den breiter gefächerten Hauptthemen und sympathischer Nähe zum Höreralltag, in gelungener Balance bei Themen und Machart. Ebenso vorbildlich: das klare Radiodeutsch ohne Sprechblasen und Worthülsen.

Bester Moderator

rbb, radioeins
„radioeins mit Volker Wieprecht“
Volker Wieprecht

Begründung der Grimme-Jury: Volker Wieprecht ist unverwechselbar. Man hört den Journalisten, der sich mit unterschiedlichsten Themen adäquat und intensiv auseinandersetzt. Und man hört den Menschen, der neugierig und offen ist, lustig und nachdenklich, kritisch und warmherzig. Eine seit 25 Jahren einzigartige Kombination im deutschen Hörfunk.

Beste Moderatorin

Antenne Niedersachsen
„Niedersachsen am Morgen“
Wenke Weber

Begründung der Grimme-Jury: Wenke Weber bringt frischen Wind und hörbar gute Laute in die Morgenshow von Antenne Niedersachsen. Ihre größte Stärke: Sie mag die Menschen, mag ihr Publikum. Ohne Zweifel gehört sie zu den herzlichsten Moderatorinnen Deutschlands. Und zu jenen, die direkten Kontakt zur Hörerschaft suchen – ganz vorbildlich.

Beste Morgensendung

Radio Hamburg
„Die Radio Hamburg Morning-Show“
John Ment und Horst Hoof

Begründung der Grimme-Jury: Mit außergewöhnlicher Kreativität, einer Menge Spaß und beständig hoher Professionalität bietet die Radio Hamburg Morning-Show jeden Tag eine attraktive Mischung aus spontanen Gags, spannenden Dialogen, selbst entwickelten Comedy-Serien mit Service, Information und authentischen Persönlichkeiten.

Beste Programmaktion

HIT RADIO FFH
„Wolkenkratzer-Festival 2013“
Geraldine Pfeffer und Hans-Dieter Hillmoth

Begründung der Grimme-Jury: Der Sender versetzt mit dem atemberaubenden Spektakel eine ganze Stadt in den Ausnahmezustand. Er hat dieses Fest der Superlative erfunden, minutiös geplant und „on-air“ wie „off-air“ mit vielen emotionalen Höhepunkten in Perfektion angeboten: direkt vor Ort und im medialen Mix, der emotional bewegt.

Beste Reportage

MDR INFO
„Typisch Polen!“
Michael Kaste und Andreas Herrler

Begründung der Grimme-Jury: Andreas Herrler schaut bei seiner Polen-Reise neugierig hin und entdeckt dabei vornehmlich vermeintlich Untypisches. Das unerwartete Fazit des sympathischen Hörstücks: „Typisch“ ist inzwischen der entspannte Umgang mit der eigenen Geschichte. Das ist zeigefingerfreies Radio mit Überraschungs- und Lern-Effekt.

Beste Sendung

ANTENNE BAYERN
„Die jungen Wilden“
Kristina Hartmann und Andreas Christl

Begründung der Grimme-Jury: Jung, frisch, kreativ, anders – so klingen „Die jungen Wilden“. Eine Show junger Talente und Auszubildende des Senders mit vielen ungewöhnlichen Eigenschaften und Merkmalen. In selbst entwickelten Rubriken zeigt der Nachwuchs, was er kann. Das ergibt unverbrauchtes und hoffnungsvolles Radio abseits der üblichen Regeln.

Die Sonderpreise des Beirats gingen an die Rockband „Die Toten Hosen“ und an die SWF3-Legende Hans-Peter Stockinger.
Hochrangig war auch wieder die Liste der Laudatoren: der Sänger Campino, der DJ, Produzent und Moderator Paul van Dyk, die Moderatorin Sonya Kraus, die Schauspielerinnen Anna Maria Mühe und Bettina Zimmermann, der Sänger Wolfgang Niedecken, die Moderatoren Matthias Opdenhövel, Frank Plasberg und Thomas Roth, Medienmanager Helmut Thoma, die Chefredakteurin und Journalistin Patricia Riekel sowie der Comedian und Schauspieler Ralf Schmitz übergaben die Preise.
Radiofans und -macher diskutierten und kommentierten das Event live in sozialen Netzwerken wie Twitter oder Facebook und in einem Liveblog mit Social Stream.

Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD und die Privatradios in Deutschland sowie Deutschlandradio. Zu den Kooperationspartnern zählen neben dem Grimme-Institut die Freie und Hansestadt Hamburg, die Radiozentrale – eine gemeinsame Plattform privater und öffentlich-rechtlicher Sender zur Stärkung des Hörfunks – sowie die Radio-Vermarkter AS&S Radio und RMS. Die Federführung liegt beim Norddeutschen Rundfunk.

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