Ab 2016 soll gebaut werden
Wie sehen die aktuellen Pläne zur Wasserstadt Limmer aus? Während zu Beginn der Diskussion vor einem Jahr sich noch rund 300 Bürger beteiligten, kamen vergangenen Dienstag noch rund 60 Interessierte zur Vorstellung der Zwischenbilanz. Foto: Triller

Ab 2016 soll gebaut werden

Wasserstadt Limmer: Entwürfe zum ersten Bauabschnitt finden nicht nur Zustimmung

1600 bis 1800 Wohneinheiten, Handel und Gewerbe, Grünflächen und ein Hochbahnsteig für die Stadtbahn. Läuft alles wie geplant, könnte Ende 2016 mit den Bauarbeiten in der Wasserstadt Limmer begonnen werden. Im ersten von insgesamt fünf Bauabschnitten sind 515 Wohneinheiten vorgesehen.
„Es wird ein urbanes und qualitätsvolles Quartier entstehen“, sagte die Hamburger Architektin Ingrid Spengler bei der Präsentation der Pläne vor wenigen Tagen im St. Nikolai-Gemeindesaal. Die Veranstaltung, zu der rund 60 Interessierte gekommen waren, war offiziell die Zwischenbilanz der zweiten Dialogphase in der seit gut einem Jahr andauernden und kontrovers geführten Diskussion mit Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Wasserstadt Limmer. Während Ratspolitiker, Vertreter der Stadtverwaltung und der Wohnungswirtschaft sowie Planer von einem „guten gemeinsamen Ergebnis“ sprachen, äußerten sich Vertreter der Bürgerinitiative (BI) Wasserstadt und Stadtteilpolitiker kritisch.
„Die hohe Dichte in der Wasserstadt ist immer noch ein Problem, auch wenn sich die Entwürfe stark verbessert haben“, sagte BI-Sprecher Thomas Berus. Die Zahl der Wohneinheiten liege nur zehn Prozent unter den ursprünglich vorgestellten Plänen, in denen rund 2000 Wohnungen vorgesehen waren.
Eike Geffers, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bezirksrat Linden-Limmer, kritisierte die Entscheidung des Stadtrates, in dem Rot-Grün die Mehrheit hat, in der Wasserstadt 1600 bis 1800 Wohnungen bauen zu wollen. „Wir wollen das nicht“, sagte Geffers. Der Bezirksrat habe einstimmig den Beschluss gefasst, auf der früheren Industrie-Brache rund 1000 Wohnungen zu errichten. Dieser Beschluss werde „mit Füßen getreten“. Anja Niezel, aktiv in der BI Wasserstadt, sprach von einem Schatten, der künftig auf der Bürgerbeteiligung an der Wasserstadt liegen werde.
Ewald Nagel (SPD), baupolitischer Sprecher seiner Fraktion im Rat der Stadt Hannover, hingegen sprach von einem „guten Kompromiss“. Vor dem Hintergrund, dass Hannover dringend Wohnraum für die wachsende Bevölkerung brauche, sagte Nagel: „Ich hätte in der Wasserstadt gerne mehr Wohnraum gehabt.“
Die Erschließung der Wasserstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist noch nicht entschieden. In einer Machbarkeitsstudie ermittelt derzeit die für den öffentlichen Nahverkehr zuständige Region Hannover mithilfe einer Standardisierten Bewertung die Kosten und den wirtschaftlichen Nutzen eines Stadtbahnanschlusses. Die Ergebnisse sollen noch in diesem Jahr vorliegen. Es sei aber durchgeklungen, so der Ingenieur Bernd Künne, der die Entwürfe zur Straßenbahnführung vorstellte, dass sich die Region Hannover vorstellen könne, den Stadtbahnanschluss zu bauen, auch wenn er sich nicht rechne. Weil er gewünscht sei.
Mehr Informationen unter www.wasserstadt-dialog.info.

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