Aha will Müllgebühren erhöhen
Für die Müllabfuhr will der Abfallentsorger Aha von Januar 2017 an höhere Gebühren erheben. Pro Haushalt bedeutet das Mehrkosten von 1,09 bis 2,22 Euro. Foto: r

Aha will Müllgebühren erhöhen

Pro Haushalt sollen die Gebühren um durchschnittlich 15 Prozent steigen

HANNOVER (fh). Diese Entscheidung trifft alle Hannoveraner: Der Abfallentsorger Aha will ab kommenden Januar die Müllgebühren erhöhen – und das gleich kräftig. Die Gebühren sollen um fast 15 Prozent steigen. Das bedeutet je Haushalt eine zusätzliche Belastung zwischen 1,09 bis 2,22 Euro  monatlich. Ob die Gebührenerhöhung tatsächlich kommt, hängt nun von der Politik ab. Aha darf sie nur umsetzen, wenn die Regionsversammlung zustimmt.
Von 2017 an benötigt das Unternehmen nach eigener Rechnung jährlich 142 Millionen Euro aus Gebühreneinnahmen; bisher genügten 124 Millionen Euro. Der Gebührenbedarf steigt gegenüber den Vorjahren demnach um 18 Millionen Euro, also um 14,5 Prozent an. „Seit 2009 hat es keine Gebührenerhöhung mehr gegeben“, rechtfertigt Aha-Sprecherin Helene Herich den Schritt. Nach sieben Jahren sei nun wieder eine Anpassung nötig.
„Der wichtigste Faktor dabei sind die gesunkenen Weltmarktpreise für Altpapier und andere Wertstoffe“, erklärt Herich. Das Unternehmen verdiene deshalb weniger mit dem Verkauf von Abfällen. „Vor einigen Jahren hat Aha allein mit dem Verkauf von Altpapier noch zehn Millionen Euro pro Jahr eingenommen, im vergangenen Jahr waren es nur noch 6,5 Millionen“, so Herich. Auch bei den anderen Wertstoffen seien die Erlöse zurückgegangen.

Schon in diesem Jahr ergibt sich durch die gesunkenen Wertstofferlöse ein Defizit von etwa sechs Millionen Euro. Das müsse Aha in den nächsten Jahren ausgleichen. Außerdem plant der Abfall­entsorger, bis 2019 die drei Gärtürme der mechanisch-biologischen Anlage zu sanieren. Für die Reparaturen und Wartungsarbeiten veranschlagt das Unternehmen in den kommenden drei Jahren jeweils 1,4 Millionen Euro. Außerdem müssen die Gärtürme dafür zeitweise außer Betrieb genommen werden. „Wenn ein Turm ausfällt, muss die entsprechende Müllmenge stattdessen verbrannt werden. Das verursacht zusätzliche Kosten“, erklärt Herich.
Bernward Schlossarek, der CDU-Fraktionsvorsitzende in der Regionsversammlung, sieht noch erheblichen Klärungsbedarf. „Aha muss klar darlegen, wie es zu den Problemen gekommen ist“, verlangt er. Er kritisiert außerdem, dass Aha die Pläne kurz nach der Kommunalwahl bekannt macht: „Das ist kein Umgang mit den Bürgern. Das hätte schon im Wahlkampf Thema sein müssen.“ Schlossarek deutet aber an, im Zweifelsfall für die Erhöhung zu stimmen: „Wir haben kein Interesse daran, dass Aha in eine wirtschaftliche Schieflage gerät.“
Gerhard Kier aus der FDP-Fraktion hält die Gebührenerhöhung für unnötig: „Es gibt viele interne Kosten, bei denen ich Sparpotenzial sehe.“ Er plädiert für die Abschaffung der O-Tonne und eine Stilllegung der mechanisch-biologischen Anlage.
Brigitte Nieße, Fraktionsvorstitzende der Grünen, will „haargenau prüfen, ob die Gebührenerhöhung gerechtfertigt ist“. Die SPD-Fraktion war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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