Alles Panda beim RSV Hannover

Der Kanupolo-Bundesligist spielt im Training gerne Touchrugby

Ungewöhnliche Trainingspraxis beim Kanupolo-Bundesligisten RSV Hannover. Der Vierte der Deutschen Meisterschaften, im Jahr davor sogar Deutscher Vizemeister, steht in der Vorbereitung auf die Bundesliga-Saison, die am 13. Mai beginnt. Seit Ostern sind die Torgestänge auf dem Maschsee wieder aufgebaut. Endlich wieder Training auf dem Wasser. „Wir haben richtig Bock und freuen uns auf die Bundesligasaison“, heißt es unisono im Team. Denn lange haben die Polo-Kanuten im Winter auch in der Halle geschwitzt, Kondition und Kraft aufgebaut. In den letzten Jahren war dabei oft Handball angesagt. Jetzt war es Touchrugby. Die  Liebe dazu ist über den Chengdu Pandas Rugby Club in China entstanden. Was wiederum eng verknüpft ist mit Holger Weinreich aus dem RSV-Team.
Als Schüler begann Weinreich mit Kanupolo beim Calenberger Canoe Club in Barsinghausen,  wurde 1998 sogar Deutscher Schülermeister. Später zog er nach Hannover, wurde beim RSV Nationalspieler, unter anderem WM-Teilnehmer 2008 im kanadischen Edmonton. Nach seinem BWL-Studium überkam ihn eine erneute Lust zum Studieren, diesesmal auf Lehramt für die Fächer Deutsch und Chinesisch. Das hatte ihn zuletzt sogar für vier Monate ins Reich der Mitte geführt. Auslandssemester in der 5-Millionen-Metropole Chengdu, die als Heimat der Panda-Bären weltberühmt ist. „Die Provinz Sichuan kann ich nur empfehlen. Eine ganz andere, schon etwas tibetisch beeinflusste hoch interessante Kultur. Als Metropole bietet Chengdu einen bunten Mix aus Tradition und westlicher Hochhausmoderne“, so Weinreich.
In Chengdu aber war Kanupolo Fehlanzeige. „Das gibt es eher in Peking und im Osten, etwa in Hangzhou.“ Ohne ein Kajak ging es für Weinreich in der bergigen Gegend von Chengdu, fast schon in der Nähe von Tibet, dennoch nicht. Wildwasserpaddeln mit chinesischen Freunden war öfters angesagt. Gemeinsam mit einem neuseeländischen Kommilitonen an der Sichuan University nahm er außerdem Kontakt zum Chengdu Pandas Rugby Club auf, spielte dort Touch-Rugby. Diese Kenntnisse setzte Weinrech fortan beim Training mit dem RSV ein.
Apropos Panda: Natürlich trägt der Rugby-Klub in Chengdu den Bären im Wappen und genauso natürlich hat Holger Weinreich diese Tiere auch besucht. Die leben in Reservaten geschützt, und am Nordrand der Stadt in Aufzucht- und Forschungsstationen. Denn der „da xiong mao“ gehört zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Vermarktet wird der Panda überall. Etwa in Chengdus Panda-Bar mit jede Menge verschiedener Biersorten der Marke Panda. Diverse Ales, 12prozentiges Starkbier in Dosen, sogar Panda-Weizen und Pandabier mit Erdbeergeschmack gibt es. Aber das spielt beim Kanupolo bekanntlich keine Rolle. rh

Holger Weinreich im Selfie mit einem Panda, Foto: Privat

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