Auch aus Liebe zum Verein
Will Fortuna aus dem Dornröschenschlaf erwecken: Vorsitzender Jörg Rennekamp. Foto: dik

Auch aus Liebe zum Verein

Jörg Rennekamp hat den Vorsitz beim TSV Fortuna Sachsenross übernommen

List. Ein frischer Wind weht an der Hebbelstraße. Bei Fortuna Sachsenross wurde auf der Hauptversammlung ein neuer Vorstand gewählt: Jörg Rennekamp, Lars Fischer (1. und 2. Vorsitzender), Jugendleiter Andreas Reuel, Schriftführer Heiko Ahrens, Schatzmeister Stephen Smith, als Technische Leiter Carsten Runge und Markus Stellmacher, Sozialwart Christian Einenkel sowie als Pressewarte Carsten Blohm und Marco Schneider. Jörg Rennekamp spricht über den Zustand des Klubs und Ziele.

Wieso sind Sie Vorsitzender geworden?
Jörg Rennekamp: Auf der Hauptversammlung fand sich niemand. Letztlich war es so, dass der Verein kurz vor dem Kollaps stand. Da habe ich mich auch aus Liebe zu diesem Verein bewogen gefühlt, mich zur Verfügung zu stellen.
Seit wann sind Sie dabei?
Rennekamp: Ich bin seit 1995 bei diesem Klub, habe damals in der 1. und dann viele Jahre in der 2. Herren Fußball gespielt. Während einer kurzen Auszeit war ich bei Stern Misburg als Jugendleiter und -trainer aktiv, mein Sohn spielte seinerzeit dort, und bin vor einem halben Jahr zurückgekehrt.
Sie sind berufstätig und spielen noch, woher nehmen Sie die Zeit?
Rennekamp: Wir haben bei der VHV Gleitzeit, ich beginne morgens um 6.30 Uhr. Normalerweise steht mir der Nachmittag zur Verfügung. Viel kann ich im Zeitalter des Handys auch auf dem kurzen Dienstweg erledigen.
Das bedingt einen funktionierenden Vorstand?
Rennekamp: Unbedingt. Da sind auch alte Fortunen an Bord, wir sind super aufgestellt.
In welchem Zustand haben Sie den Klub übernommen?
Rennekamp: Der Verein war ein bisschen im Dornröschenschlaf versunken. Das lag sicher auch daran, dass der ehemalige Vorstand, ohne ihm zu nahe treten zu wollen, nicht optimal besetzt war. Teilweise wurde das nur noch aus Idealismus betrieben, um den Verein zu erhalten. Der ist grundsätzlich gesund, aber es gibt viele Baustellen.
Welche?
Rennekamp: Eine Baustelle war die 1. Herren. Wir haben zwar die Bezirksliga gehalten, aber das war ein Kuddelmuddel, der allen viel Kraft abverlangt hat. Deshalb möchte ich unserem scheidenden Trainer Rolf Homeyer für seine gute Arbeit auch besonders danken. Interne Abläufe müssen verbessert werden, die Jugendarbeit und mehr.
Benötigt ein Fußballklub denn ein Aushängeschild?
Rennekamp: Ich meine ja. Fußball ist nun mal ergebnisorientiert und von daher benötigen wir ein Aushängeschild. Bei uns sind das die A-Jugend in der Bezirksliga und die 1. Herren.
Mit Bejamin Fumiento kommt ein neuer Herren-Trainer. Bernd Hirmke ist ein ehrgeiziger Manager. Welches Ziel wird nächste Saison angestrebt?
Rennekamp: Wir wollen nicht noch einmal eine solche Zittersaison wie diese erleben, erst am drittletzten Spieltag konnten wir den Klassenerhalt sichern. Wir werden uns wohl von einigen Spielern trennen, die nicht in unsere neue Philosophie passen, und wollen alte Werte vermitteln. Mit Fumiento als einem alten Fortunen haben wir dazu den idealen Trainer gefunden.
Neue Philosophie, alte Werte, was bedeutet dies?
Rennekamp: Ich sage lieber neue alte Werte und die sind bekannt. Fairness, respektvoller Umgang miteinander und Teilnahme am Vereinsleben, wie es die Ü-Teams vorleben. Die 1. Herren sollen nicht nur zum Training und Spiel kommen.
Ist der Aufstieg in die Landesliga das Ziel?
Rennekamp: In diese sportlichen Belange möchte ich nicht hineinreden. Es wird eine neue Mannschaft geben und als Ziel gebe ich nur vor, nicht noch einmal eine solche Saison wie diese.
Interview: Dieter Kösel

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