„Briefmarken sind mein Lebenselixier“. Ulrike Krüwel betreut seit vielen Jahren jugendliche Sammler
In der Betrachtung ihrer Alben kann Ulrike Krüwel regelrecht versinken. Im Hintergrund einer der Briefmarkenstühle, die im Rahmen einer Ferienpass-Aktion entstanden sind. Foto: Schunk

„Briefmarken sind mein Lebenselixier“. Ulrike Krüwel betreut seit vielen Jahren jugendliche Sammler

Laatzen (rks). Angefangen hat alles mit der Fünf-Pfenning-Marke Internationale Radfernfahrt für den Frieden. 1957 war das, als die damals neun Jahre alte Ulrike Krüwel (geb. Wünsch) von ihrem in der ehemaligen DDR lebenden Onkel mit einem Virus infiziert wurde, der sie bis heute nicht mehr losgelassen hat. „Diese Briefmarke war meine Einstiegsmarke“, sagt die heute 68-Jährige Rethenerin.

Wie viele Briefmarken Ulrike Krüwel heute ihr Eigen nennt, lässt sich nicht einmal annähernd schätzen. Sicher ist, dass die Zigarrenkiste, in der die DDR-Marke damals wie ein Schatz gehütet wurde, schon sehr bald nicht mehr ausreichte, um die sich ständig erweiternde Sammlung aufzunehmen. „Das ging ziemlich schnell damals“, erinnert sie sich an ihre Kindheit und die Faszination, die das Briefmarkensammeln in dieser Lebensphase auch auf viele ihrer Schulfreunde ausübte.

Eine Faszination, die bei Ulrike Krüwel bis heute ungebrochen ist, auch wenn sich ihr Sammelverhalten über die Jahre verändert hat. „Damals“, sagt sie, „hat man – eher planlos – quasi alles gesammelt, was einem in die Finger kam. Heute sammle ich in erster Linie thematisch.“ Was das bedeutet, veranschaulichen eine Vielzahl von Ulrike Krüwel liebevoll und mit großer Sorgfalt gestalteter Alben. Da ist beispielsweise eines, in dem sich Marken mit den Porträts sämtlicher Präsidenten der USA finden, ein weiteres, das auf Briefmarken aus aller Welt dargestellte Weltkulturerbestätten vor dem Betrachter ausbreitet und ein drittes, in dem Ulrike Krüwel ihrer Begeisterung für die Augsburger Puppenkiste Ausdruck verleiht.

Als eine Art Mission bezeichnet Ulrike Krüwel ihr Anliegen, anderen ihre eigene Begeisterung für das Briefmarkensammeln nahe zu bringen. Seit über 40 Jahren, seit dem Beginn ihrer Mitgliedschaft im Briefmarkensammlervereins Laatzen, sind es vor allem Kinder und Jugendliche, denen die Rethenerin die in ihren Augen unendlich reiche Welt der gezackten Wertmarken zu erschließen sucht – sei es im Ende der 1990er Jahre gegründeten Jugendclub des Briefmarkensammlervereins Laatzen, sei es in der seit über 20 Jahren bestehenden Briefmarken-AG der Grundschule Rethen, sei es im Rahmen von Ferienpass-Angeboten oder auf Veranstaltungen wie dem Kapellenfest in Harkenbleck.

Doch woher nimmt sie die Zeit und die Energie, Kinder und Jugendliche für ein Hobby zu begeistern, das heute – anders als noch in ihrer eigenen Kindheit – mit einer ungeheuren Vielzahl von Alternativen konkurrieren muss? „Für mich“, sagt sie, ist das Sammeln, ist die Beschäftigung mit den Briefmarken eine Art Lebenselixier. Und wenn dann so ein kleiner Specht mit seinem Album unterm Arm kommt und sagt ,Ich habe hier was ganz tolles‘, dann freut mich das ganz einfach, dann weiß ich, dass ich etwas richtig gemacht habe.“

Wie lange Ulrike Krüwel ihre Mission in Sachen Briefmarkensammeln noch wird fortsetzen können, vermag sie nicht zu sagen. „So lange es meine Gesundheit und die meines Mannes zulässt, solang ich ausreichend flexibel bin und solange es mir Freude bereitet“, sagt die ehemalige Verwaltungsangestellte. Für sie selbst ist ohnehin noch lange kein Ende dieser lebenslangen Leidenschaft abzusehen. „Ich habe noch gut zu tun“, sagt sie mit Blick auf ihre umfangreiche Sammlung. „Mit meinen Briefmarken könnte ich mich noch 100 Jahre beschäftigen.“

 

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