Brodowys Woche

Matthias Brodowy, Kabarettist und Musiker.Foto: Privat

Matthias Brodowy, Kabarettist und Musiker.Foto: Privat

Bäumchen, wechsel dich

Manchmal kann ein einziger Satz die gesamte Luft um einen herum zerschneiden. „Du stinkst!“ wäre einer dieser Sätze. Oder „Du bist total unfähig!“ Oder „Hübsch sind Sie ja nicht gerade!“ In etwa die gleiche Wirkung hatte der Satz des VW-Patriarchen Ferdinand Piëch: „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn!“ Härter, knapper und deutlicher geht es nicht. Dabei kann man so etwas viel schöner und freundlicher ausdrücken. Unsere Kanzlerin zum Beispiel hätte folgende Worte gewählt: „Herr Winterkorn genießt mein vollstes Vertrauen!“ Wann immer Merkel so etwas sagte, war die Vertrauen genießende Person kurz danach weg vom Fenster. Weg vom Fenster ist wohl auch der HSV. Der einzige Verein, der noch nie die erste Liga verlassen hat, bekam diese Woche wieder einmal einen neuen Trainer. Nein, nicht der Platzwart oder der Mannschaftsarzt sollte es richten, was beim derzeitigen Aktionismus durchaus denkbar gewesen wäre, sondern der Ex. Also, einer der vielen Ex-Trainer. Labbadia – der Mann, dessen Name so klingt wie ein lateinamerikanischer Tanzstil, soll den Hamburgern Beine machen und den Klassenerhalt sichern, auch wenn die Mannschaft mehr nach Klassenfahrt aussieht. Und zwar auf Fahrt in Richtung einer Klasse tiefer. Ob er allerdings in der nächsten Woche überhaupt noch diesen Job hat, steht in den Sternen. Wenn der altehrwürdige HSV in der kommenden Saison dann in der zweiten Liga spielt, könnte RTL ein neues Fernsehformat entwickeln: Deutschland sucht den Supertrainer.  Mit Dieter Bohlen, Jürgen Klopp und Felix Magath in der Jury. Wobei ich nicht ausschließen würde, dass Magath Lust hätte, nach Wolfsburg zurückzukehren. Dann allerdings auf den Posten von Martin Winterkorn. Matthias Brodowy

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