Brodowys Woche: Bücherwurm
Matthias Brodowy ist Kabarettist und Musiker. Für „hallo Wochenende“ schreibt er seine Kolumne „Brodowys Woche“.

Brodowys Woche: Bücherwurm

​Weltgeschichte kann so unfassbar schnell und plötzlich geschrieben werden. Manchmal passiert über lange Zeit gar nichts und dann überschlagen sich die Ereignisse auf einmal. Unser Redaktionsschluss ist so früh, dass ich keine Chance habe, über Herrn Johnson aus Groß-Brexitannien und seine Auffassung von Parlamentarismus zu schreiben, denn jetzt, da ich diese Zeilen tippe, steht die weitere Entwicklung in den Sternen. Man wünscht sich einen Albus Dumbledore herbei, jenen weisen Chef der Zauberschule Hogwarts, dessen bedächtige Art für ein wenig mehr Ruhe sorgen könnte. Oder aber der Magier würde mit einem geheimen Zauberspruch alles rückgängig machen. So manch einer wäre darüber wohl sehr froh. Nun ist Zauberei nicht jedermanns Sache. Die St.-Edward-Schule in Nashville hat auf Anweisung des Schulgeistlichen Dan Reehil ein Verbot der Harry-Potter-Bücher verordnet. Die Begründung: Die Zaubersprüche und Flüche seien durchaus echt. Reverand Reehil, so die Meldung, habe sogar Exorzisten zu Rate gezogen. Wie skurril diese Welt ist, lässt sich also nicht nur an manch politischem Verhalten ablesen, sondern auch daran, dass erwachsene Menschen Angst vor Kinderbüchern haben. Ich persönlich plädiere sehr für das Lesen! Keine Droge dieser Welt erweitert das Bewusstsein so nebenwirkungsfrei wie ein gutes Buch. Dem Herrn Johnson aus der Downing Street empfehle ich, sein eigenes zu lesen. „The Dream of Rome“ aus dem Jahre 2006. Er hält darin ein flammendes Plädoyer für ein geeintes Europa!

Matthias Brodowy

Bildquelle

  • Brodowy: privat

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