Bronze für Ägypten
Die jungen Bothfelder Handballer mit Trainer Wolf-Dietrich Kauffmann (ganz links).

Bronze für Ägypten

D-Junioren-Handballer des TuS Bothfeld werden bei der Mini-WM überraschend Dritter

Von Dennis Scharf
Bothfeld. Die D-Junioren des TuS Bothfeld haben für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Bei der Mini-Handball-WM in Anderten präsentierten sich die Bothfelder in hervorragender Verfassung und gewannen verdient die Bronzemedaille. Dabei ließ die Mannschaft von Trainer Wolf-Dietrich Kauffmann namhafte Konkurrenz hinter sich – zu den 24 Teilnehmern gehörten unter anderen die Junioren der Bundesligisten TSG Friesenheim, HC Erlangen und dem späteren Turniersieger Füchse Berlin. „Wir haben schon eine starke Truppe, aber damit konnten wir nicht rechnen. Das Turnier ist so hochrangig besetzt, dass es einer deutschen Meisterschaft gleicht“, sagte der Coach.

Bereits zum siebten Mal präsentierte sich der TSV Anderten als Veranstalter der Mini-WM. In vier Sporthallen traten die Kontrahenten nach dem Original-Spielplan der Handball-WM der Männer in Katar (15. Januar bis 1. Februar) gegeneinander an. Die Zuordnung der Nationen erfolgte nach dem Losverfahren. Die Bothfelder D-Junioren gingen in der Gruppe C für Ägypten auf die Platte.

Gleich zum Auftakt überzeugten die kleinen Pharaonen gegen Island, vertreten von der HSG Grönegau/Melle aus dem Raum Osnabrück (11:2). Danach wartete mit dem HC Erlangen (Frankreich) der erste harte Brocken – nach einer starken Vorstellung siegte der TuS mit 11:8. Im dritten Gruppenspiel kam es zum Derby gegen Gastgeber TSV Anderten. Auch gegen die jungen Schweden behielt Ägypten die Oberhand (7:4) und sicherte sich vorzeitig den Einzug in die Hauptrunde. „Das war unser Ziel. In unserer starken Gruppe konnten wir aber nicht davon ausgehen, dass es so glatt läuft. Es war anstrengend, aber die Jungs haben ihre Aufgaben cool bewältigt“, lobte Kauffmann.

In der Partie gegen Titelverteidiger TSG Friesenheim (Algerien) gelang es den Bothfeldern erst spät, den Respekt abzulegen (9:12). Doch die erste Pleite war schnell abgehakt. Zum Abschluss der Vorrunde bewiesen die jungen Bothfelder Nervenstärke. Gegen den SV Behringen-Sonneborn (Tschechien) siegte der Tabellenführer der Regionsoberliga mit 8:7. „Wir haben zehn Spieler auf gleichem Niveau, das ist in dieser Altersklasse eher selten. Wir haben keinen herausragenden Spieler, und den brauchen wir auch nicht“, betonte der Abteilungsleiter.

Unerwartet leichtfüßig spazierten die im Vergleich zu ihren Gegnern kleinen Ägypter auch durch die Hauptrunde – die JSG Neuthard/Büchenau (Dänemark) wurde deutlich in die Schranken gewiesen (15:3), mit einem kräftezehrenden 8:6-Erfolg über die HSG Delmenhorst (Deutschland) landeten die Bothfelder den großen Wurf und qualifizierten sich bereits für das Halbfinale.
Nach der abschließenden Hauptrunden-Partie gegen den TV Dudenhofen (Saudi-Arabien, 14:7) stieg die Nervosität vor dem Semifinale gegen die SG Kühnau aus Dessau (Mazedonien) merklich an. Die Anfangsphase verlief ausgeglichen, doch der robusten Gangart der Kühnauer waren der TuS-Nachwuchs im weiteren Spielverlauf nicht gewachsen (3:7).

Im Spiel um Platz drei bot sich gegen Friesenheim die Chance, Revanche für die Niederlage in der Vorrunde zu nehmen. „Ich habe den Jungs vor dem kleinen Finale gesagt, dass so eine Chance nicht so schnell wiederkommen wird. Selbst etablierte Handballer haben noch nie vor 600 Zuschauern gespielt“, weiß Kauffmann. In einer spannenden Partie schafften die Bothfelder durch einen 9:6-Sieg den unverhofften Sprung aufs Treppchen. Den Turniersieg sicherten sich die Füchse Berlin. Die Hauptstädter dominierten das Endspiel gegen Kühnau (24:12).

Mit dem Gewinn der Bronzemedaille belohnten sich die Talente des TuS Bothfeld für ihre starken Auftritte.
Doch mit der Erfolgsgeschichte soll längst nicht Schluss sein. Heute (15 Uhr) steigt das Topduell in der Regionsoberliga bei der TS Großburgwedel – der Primus geht beim Zweiten aufs Parkett. Zudem kämpft das Team am 25./26. April beim Final-Four-Turnier in Neustadt um den Pokalsieg.

Die jungen Bothfelder Handballer mit Trainer Wolf-Dietrich Kauffmann (ganz links).

Die jungen Bothfelder Handballer mit Trainer Wolf-Dietrich Kauffmann (ganz links).

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