Der afrikanische Junge lächelt wieder. Graffiti-Künstler restauriert Kunstwerk an Garagenwand
Bleibt er diesmal verschont? Ein weiterer Anschlag auf das Kunstwerk erscheint nicht ausgeschlossen.

Der afrikanische Junge lächelt wieder. Graffiti-Künstler restauriert Kunstwerk an Garagenwand

Pattensen (rks). Schneller als erwartet – jedoch nach Redaktionsschluss unserer Sonnabendausgabe – ist in der vergangenen Woche das von Unbekannten zerstörte Kunstwerk am Ortseingang Pattensens restauriert worden. Graffiti-Künstler Philipp von Zitzewitz, er hatte das Kunstwerk gemeinsam mit seinem Kollegen Ole Görgens und Schülern der KGS Pattensen gestaltet, hatte sich noch am Montag vor Ort mit Bürgermeisterin Ramona Schumann getroffen und daraufhin das gezielt zerstörte Porträt des afrikanischen Jungen wieder hergestellt.

Von Zitzewitz, der einen Tag Arbeit in die Restauration investierte, äußerte sich entsetzt über das Vorgehen der Täter. Es sei unverkennbar, so der in Schulenburg lebende Graffiti-Künstler, dass die Tat einen rassistischen Hintergrund habe. „Pattensen hat ein Problem mit rechtem Gedankengut. Dass ein Kunstwerk in dieser Form zerstört wird, habe ich in meiner Zeit als Graffiti-Künstler noch nicht erlebt“, so von Zitzewitz, der davon ausgeht, dass die Tat von Jugendlichen oder jungen Erwachsenen begangen wurde. „Die Art der Ausführung“, sagt er, „weist darauf hin.“

Über das zurückliegende Wochenende blieb das Kunstwerk verschont. Sollte es einen weiteren Anschlag geben, plädiert von Zitzewitz dafür, einen langen Atem zu beweisen und das Kunstwerk erneut zu restaurieren. „Es wäre aus meiner Sicht ein falsches Signal, die Täter triumphieren zu lassen“, sagt er. Vielmehr sei es vielleicht einmal an der Zeit, das Thema Rechtsradikalismus in Pattensen öffentlich zu thematisieren.

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