„Der Klimawandel wartet nicht“. Die lokale Agenda21-Gruppe Laatzen will das Thema in den Wahlkampf tragen
Unermüdlich im Einsatz für die Natur in der Stadt: Manfred Vogel von der lokalen Agenda21-Gruppe Laatzen. Foto: Schunk

„Der Klimawandel wartet nicht“. Die lokale Agenda21-Gruppe Laatzen will das Thema in den Wahlkampf tragen

Laatzen (rks). Die von Klimaforschern und Wetterdiensten erhobenen Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Jahr für Jahr werden neue durchschnittliche Temperaturrekorde verzeichnet, erklimmt das, was allgemein als Erderwärmung bezeichnet wird, Schritt für Schritt neue Höhen. Einhergehend mit diesem Phänomen stellen sich Klimaveränderungen ein, die durchaus Anlass zu Besorgnis geben.

Dass Wissenschaft und Politik die Gefahren steigender Meeresspiegel, lang anhaltender Dürreperioden, verheerender Hagelstürme und anderer extremer Wetterlagen unterschätzen würden, kann nicht behauptet werden. Die weltweiten Bemühungen, den weiteren Anstieg der Erderwärmung wenn schon nicht zu stoppen, dann doch wenigstens zu begrenzen sind – bis hinunter auf die lokale Ebene – erkennbar. Über ihren Erfolg allerdings kann zum heutigen Zeitpunkt keine Aussage getroffen werden.

Auch die Stadt Laatzen hat sich das Thema Ökologische Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben beziehungsweise, wie es Stadtsprecher Matthias Brinkmann ausdrückt, den „Klimaschutz als strategisches Ziel“ formuliert. Konkret heißt das – dargelegt im Haushaltsplan 2016, Band I – Allgemeiner Teil –, dass die Stadt Laatzen die „Treibhaus-Emissionen bis zum Ende des Jahres 2020 senken“ wird. Und weiter: „So werden insbesondere Neu-, Um- und Erweiterungsbauten städtischer Gebäude unter energetischen Gesichtspunkten vorgenommen. Des Weiteren sollen mit der Verabschiedung und Umsetzung eines lokalen Klimaschutz-Aktionsprogrammes die Voraussetzungen für einen verantwortungsbewussten und schonenden Ressourcenumgang geschaffen werden.“

Ein Stück weit konkreter waren die Ziele des Natur- und Umweltschutzes vor einer Reihe von Jahren gefasst worden. Damals waren unter dem Punkt Produkt Umwelttechnik als Ziele unter anderem die Punkte Umsetzung der Agenda 21 mit dem Ziel des nachhaltigen Schutzes der Umwelt, die Natürliche Entwicklung von Landschafträumen und Vergrößerung der Artenvielfalt aufgeführt worden – ohne diese Ziele allerdings als Pflichtaufgaben der Stadt zu kennzeichnen.

Dabei ist es, sehr zum Bedauern von Manfred Vogel und Michael Schilmover vom lokalen Agenda21-Büro Laatzen, bis heute geblieben. Beide haben in der ersten Jahreshälfte in einer mehrteiligen Artikelserie, auf die in ihren Augen zwingende Notwendigkeit einer „intelligenten und nachhaltigen Strategie zur Anpassung des Stadtklimas an den sich vollziehenden Klimawandel“ (Vogel) hingewiesen. Eine Strategie, ohne die, so Vogel weiter, die Folgen des Klimawandels für die Menschen in der Stadt künftig kaum beherrschbar seien. „Eine solche Strategie zu entwickeln ist eine Aufgabe, an der sich die Stadt in ihrer Gesamtheit beteiligen sollte“, unterstreicht Vogel.

Vogel und Schilmover anerkennen die Bemühungen auch der Stadt Laatzen, der weiteren Erderwärmung etwa mit der Reduzierung des Energieverbrauchs oder deren effizienterer Nutzung vorzubeugen. Was sie bemängeln ist die „Untätigkeit der Stadt“ (Vogel) sich auf die Folgen für das Leben in der Stadt einzustellen, die der Klimawandel bereits heute erkennen lässt. „Es ist wichtig, gegen die weitere Erderwärung anzugehen“, sagt Vogel. „Aber mindestens ebenso wichtig ist es, Strategien zu entwickeln, mit denen die akuten Folgen des Klimawandels – ich denke hier beispielsweise an die zahlreichen durch Starkregen hervorgerufenen Überschwemmungen – zumindest abgeschwächt und für die Menschen erträglicher gestaltet werden können.“

Bislang sieht es nicht danach aus, als zählten die Ökologische Nachhaltigkeit oder gar die von Vogel und Schilmover geforderte städtische Anpassungsstrategie an den Klimawandel zu den zentralen Themen des Kommunalwahlkampfes 2016. Die Aufforderung der beiden Vertreter des lokalen Agenda21-Büros an die Adresse der Laatzener überrascht vor diesem Hintergrund nicht: „Sprechen Sie Ihre Kandidaten auf das Thema an. Die Zeit drängt, der Klimawandel wartet nicht.“

 

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