Der Lernwille ist sehr groß
Almasri zeigt sich im Verkaufs-Dialog wissbegierig.

Der Lernwille ist sehr groß

Integration: 13 Flüchtlinge gehen zum Abschluss ihres Deutschkurses Einkaufen

Hannover. Fit für ein Leben in Deutschland: Zum Abschluss ihres Deutschkurses am  Ausbildungszentrum für Handel und Wirtschaft (HAW) sind 13 Flüchtlinge aus Syrien am Mittwoch auf Einkaufstour gewesen. Vor Ort sollten die Männer und Frauen im Alter von 19 bis 38 Jahren, die aus Syrien und dem Irak stammen, das Gelernte anwenden. Eine Station ihrer Einkaufstour war die Galeria Kaufhof am Ernst-August-Platz.

Yusra Mattaa Akkash interessierte sich für Jeans.  Foto (2): Theiß

Yusra Mattaa Akkash interessierte sich für Jeans.
Foto (2): Theiß

„Alle waren immer sehr wissbegierig, haben viel gefragt und sich sehr interessiert. Und die Ergebnisse, also, dass sich alle mittlerweile in Deutsch verständigen können, sind absolut positiv“, sagt Irina Tomczyk, die den Kursus geleitet hat. Sie attestierte allen Teilnehmern einen großen Lernwillen.
Lob gab es auch von Stefanie Marscholik, die bei Galeria Kaufhof als Ausbildungsleiterin für die Region Hannover tätig ist und die das Einkaufen mit den Flüchtlingen in der Filiale gegenüber des Hauptbahnhofes trainiert hat.
Seit Mitte November hatten die Flüchtlinge von montags bis freitags zwischen 9 und 13.15 Uhr fleißig gepaukt.

Obay Almasri ist der Erste. Er stellt Fragen zu einer Jeans, einem Hemd, einer Lederjacke in einer Sprache, die ihm noch vor acht Wochen so fremd war wie einem Durchschnnittsdeutschen Chinesisch. Der 32-jährige Syrer ist einer der 13 Flüchtlinge, die am Ausbildungszentrum für Handel und Wirtschaft seit November Deutsch gelernt haben.
Jetzt steht er in der Herrenabteilung der Galeria Kaufhof am Ernst August-Platz und informiert sich über die angebotenen Waren. Die dortige Ausbildungsleiterin Stefanie Marscholik mimt die Verkäuferin. „Das ist eine tolle Sache“, sagt sie. Später wird sie hinzufügen, dass die Männer und Frauen sehr interessiert waren. Die Galeria Kaufhof sei vom HAW angesprochen worden, ob sie bei einem solchen praktischen Projekt dabei sein wollten.
Auch Yusra Mattaa Akkash und Iman Saadouni, die beide ebenfalls aus Syrien stammen, finden mit Marscholik schnell eine Gesprächsbasis. Die 23 und 35 Jahre alten Frauen haben keine Probleme, sich auf Deutsch auszudrücken. Eine gute Stunde proben die Flüchtlinge den Alltag.
Für sie ist der Einkaufs-Test der Abschluss eines achtwöchigen Deutschkurses. In den vergangenen Monaten haben sie nicht nur die Grundlagen zu Sprache, sondern auch zur Kultur und dem allgemeinen Leben in Deutschland gelernt.

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