Der Rethener Vergangenheit auf der Spur. Eine Gruppe der AWO Rethen-Koldingen-Reden bereitet einmal im Monat historische Bilder und Dokumente auf
Auch das ist Teil der Rethener Vergangenheit: Hans-Joachim Rauch (rechts) präsentiert eine Fotografie der Rethener Gruppierung des „Stahlhelms“, einer Vereinigung ehemaliger Frontsoldaten des Ersten Weltkrieges, die in eindeutiger Opposition zum politischen System der Weimarer Republik stand.

Der Rethener Vergangenheit auf der Spur. Eine Gruppe der AWO Rethen-Koldingen-Reden bereitet einmal im Monat historische Bilder und Dokumente auf

Laatzen. Wer sich für die Geschichte von Rethen interessiert, ist bei der Reihe Rethener Bildergeschichten genau richtig: Einmal im Monat kommen 15 bis 25 Interessierte im Familienzentrum zusammen, um über die Vergangenheit des Laatzener Ortsteils zu sprechen. Auf Einladung des AWO-Ortsvereins Rethen-Koldingen-Reden tauscht sich die offene Gruppe über unterschiedlichste Schwerpunkte aus: Hofstellen, Läden und Geschäfte, einzelne Straßen, wichtige Personen oder frühere Ereignisse. Oft brächten die Besucher eigene Fotos mit, erzählt Hans-Joachim Rauch, der die Treffen zusammen mit Elke Jäkel organisiert: „Ziel ist es, sich gemeinsam an das alte Rethen zu erinnern, Fotos auszutauschen und Geschichten zu erzählen.“

Bei jedem Treffen gibt es Vorträge von Rauch und Jäkel, die sich an historischen Fotos und anderen Dokumenten zur Ortsgeschichte orientieren. „Wir machen immer erst eine Einleitung, danach zeigen wir Bilder und erzählen Geschichten dazu“, sagt Rauch. Den Grundstock des Bildmaterials bildet die Dia-Sammlung des im März 2017 verstorbenen Jürgen Herwig. Von ihm hat Rauch rund 500 Lichtbilder geerbt. Auch viele Informationen über den Ort gehen auf Herwig zurück: Der ehemalige Gemeindedirektor hatte eine Chronik mit wichtigen Daten über Rethen verfasst.

Seit November 2016 organisiert die AWO die monatlichen Treffen. Zum Auftakt kamen seinerzeit zwölf Besucher. „Seitdem hat sich die Größe der Gruppe verdoppelt“, sagt Jäkel erfreut. Mehr als 20 Veranstaltungen haben sie und Rauch inzwischen durchgeführt.

Doch beim Material stößt die Gruppe allmählich an ihre Grenzen. Gesucht würden deshalb weitere historische Dokumente und Geschichten. „Jürgen Herwigs Diasammlung ist uns nach wie vor eine große Hilfe, das Material ist aber nicht unerschöpflich“, sagen Rauch und Jäkel. Ein Problem sei, dass alte Fotos, Dokumente und andere Unterlagen oft weggeworfen würden, wenn deren Besitzer sterben. Dabei gehe eine Menge Wissen über den Ort verloren. „Es wäre schön, wenn wir mehr alte Bilder und weitere Informationen bekommen könnten“, sagt Rauch. Ob es sich um Einzelfotos, Bilderalben, alte Postkarten, Stadtpläne oder andere Dokumente handelt, sei nicht entscheidend. „Wir haben auch die Möglichkeit, das Material abzufotografieren oder einzuscannen, sodass wir es anschließend zurückgeben können.“

Die Gruppe trifft sich einmal im Monat dienstags von 10 bis 12 Uhr im Familienzentrum, Braunschweiger Straße 2d. Wer Material beisteuern möchte, ist eingeladen, sich unter Telefon (0 51 02) 41 23 an Hans-Joachim Rauch oder unter (0 51 02) 36 91 an Elke Jäkel zu wenden.

 

Bildquelle

  • : Daniel Junker

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