Der verwunschene Garten des alten Rittergutes Wülfel
Nicolas W. Fontaine im Garten des Riitergutes Wülfel.

Der verwunschene Garten des alten Rittergutes Wülfel

Nur ein paar Meter abseits der geschäftigen und vielbefahrenen Hildesheimer Straße liegt ein kleines Paradies. Wer den Garten des alten Rittergutes Wülfels betritt, traut seinen Augen kaum. Uralte, teils sehr seltene Bäume beschatten ein drei Hektar großes Grünareal, das sich bis an den Rand der Leineaue zieht. Von der Hildesheimer Straße aus ist davon allerdings nichts zu sehen. Von dort fällt direkt neben dem Einkaufzentrum auf dem Gelände der ehemaligen Wülfeler Brauerei nur das etwas zurückgezogen liegende Gutshaus des ehemaligen Rittergutes auf.

Bereits seit 1733 steht es an dieser Stelle, die sich damals weit vor den Toren der Stadt Hannovers befand. Der Grundbesitz ist heute im Besitz einer Erbengemeinschaft, der auch Nicolas W. Fontaine angehört. Seine Vorfahren hatten das Anwesen im 19. Jahrhundert übernommen und in der heutigen Form angelegt.

Brücken führen zu einer Insel im Gutsgarten.

Gern zeigt der promovierte Rechtsanwalt und Notar Besuchern im Rahmen der Aktion „Offene Pforte“ den im wahrsten Sinn des Wortes zauberhaften Garten – jedoch nur nach Voranmeldung. „Um einzelne Personen zu begleiten, fehlt mir leider die Zeit“, entschuldigt sich der vielbeschäftigte Jurist. Dafür sammelt er die Anmeldungen unter der Telefonnummer (0511) 812033 und lädt dann gruppenweise zur Besichtigung ein. Und der Besuch ist etwas ganz Besonderes, flaniert der Gast doch auch auf kaiserlichen Spuren.

„Der deutsche Kaiser Wilhelm II. stieg hier im Garten auf das Pferd, als er im Jahr 1889 das Kaisermanöver auf dem Kronsberg besuchte“, erzählt Nicolas W. Fontaine eine seiner zahlreichen Geschichten, die er rund um Haus und Garten mit viel Kenntnis zu berichten weiß. An den Pferd-Aufsitz des Kaisers erinnert übrigens ein kleiner Felsstein, der noch im Garten zu sehen ist.

Wer mit dem Rechtsanwalt durch den Garten spaziert, die fast unglaubliche Ruhe gleich an der hektischen Straße genießt und den Familien-Anekdoten lauscht, dem kann leicht die Grenze zwischen Realität und Fabelwelt verschwimmen. Da wird ein umgestürzter Baum im Auge des Betrachters zu einem Drachen und hinter Weiden, die auf einer Insel in einem großen Gartenteich stehen, könnte man Feen und andere Märchengestalten vermuten.

Doch nicht nur Romantiker kommen auf ihre Kosten, auch Gartenfreunde können einiges entdecken. Und dabei spielt das Wetter überhaupt keine Rolle, selbst im Regen ist der Garten des ehemaligen Rittergutes Wülfel ein bezauberndes Erlebnis.

Von Wilfried Schmücking-Goldmann

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