Deutsche kaufen mehr ein – Bundesregierung gibt gute Wirtschaftsprognose
„Shopping“ ist für viele Deutsche wieder angesagt. Foto: Imago

Deutsche kaufen mehr ein – Bundesregierung gibt gute Wirtschaftsprognose

Die deutsche Wirtschaft dürfte in diesem Jahr stärker wachsen als erwartet. Als eine wichtige Ursache sehen Konjunkturforscher die Konsumlust der Deutschen: „Insgesamt zeigt die Verbraucherstimmung klar nach oben“, stellt das Marktforschungsunternehmen GfK nach seiner monatlichen Umfrage fest, und die Bundesbank ist sicher: Der private Konsum werde „als Wachstumsstütze erhalten bleiben“.

So hat die Bundesregierung ihre Prognose gerade leicht nach oben korrigiert: Für dieses Jahr werden nun 1,5 Prozent Wachstum erwartet. „Die deutsche Wirtschaft wächst solide und bleibt auf Wachstumskurs“, sagte Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries bei der Vorstellung der Frühjahrsprognose. Nachdem jahrelang vor allem der Export die Konjunktur antrieb, sind es jetzt die Käufe im Inland.

„Die gute Lage am Arbeitsmarkt und der kräftige Beschäftigungsaufbau sorgen für eine solide Binnenwirtschaft“, sagte Zypries. Hinzu kämen ordentliche Lohnsteigerungen, zudem habe der vor zwei Jahren eingeführte und mittlerweile erhöhte Mindestlohn die Konsumnachfrage gestärkt. Für 2017 erwartet die Bundesregierung wie im vergangenen Jahr Lohnerhöhungen von durchschnittlich 2,5 Prozent. Trotz der hohen Flüchtlingszahlen werde die Arbeitslosigkeit erneut sinken. Daneben sorgen die niedrigen Zinsen dafür, dass weniger gespart und mehr ausgegeben wird.

Es fehlt allerdings auch nicht an Risiken. So zieht die Inflation langsam wieder an, ein Teil der Lohnerhöhungen wird also durch Preiserhöhungen aufgefressen. Zypries selbst verweist auf strukturelle Probleme vor allem bei der Langzeitarbeitslosigkeit und ein „globales Umfeld, das sich durch Unwägbarkeiten auszeichnet“. Doch bisher haben weder US-Wahl noch Brexit, weder Nordkorea noch Syrien die Konsumenten in Deutschland erschreckt: „Momentan sehen die Deutschen die unsichere weltwirtschaftliche Entwicklung noch relativ gelassen“, sagt GfK-Marktforscher Rolf Bürkl.

Von Stefan Winter

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