Ein Flickflack gehört dazu
Elegant: Die Turnerinnen des TSV Anderten.

Ein Flickflack gehört dazu

TSV Anderten: Turnabteilung freut sich über Zulauf gerade bei Kindern / Hallenmöglichkeit nur sehr begrenzt

Von Dieter Kösel
Anderten. Ihr Bekanntsheitsgrad bei Andertens Nachwuchs ist mit dem von Bert und Ernie aus der Sesamstraße vergleichbar. Eine kleine Episode verdeutlicht das. Als Helena Nedbal Besuch von ihrem Vater bekam und mit ihm durch den Stadtteil spazierte, bat er darum, nach Hause zurückzukehren, um sich auch einmal miteinander unterhalten zu können. Als Übungsleiterin des Eltern-Kind-Turnens beim TSV Anderten ist sie nicht nur für die Kinder eine beliebte Ansprechpartnerin.
Zum TSV ist die Mutter dreier Kinder eher zufällig gekommen. Eine Bekannte leitete das Eltern-Kind-Turnen und so ging sie mit ihrer Tochter dort hin. Bald übernahm die ehemalige Turnerin die Übungsleitung. Als sie begann, hatte sie zwei Kinder in ihrer Gruppe, heute sind es 60. Zu viel wird ihr das neben Familie und Beruf nicht. „Ich schaue gerne in die Gesichter der Kinder“, sagt Helena Nedbal, „und sehe die Überraschung in den Augen der Eltern, was ihr Nachwuchs alles kann.“ Dies ist ein steter Quell der Motivation.
So viel Tatendrang ließ sich nicht lange verbergen. Vor sieben Jahren übernahm Helena Nedbal die Abteilungsleitung, Erfahrung hatte sie bereits als Stellvertreterin gesammelt. Ihre Sparte kann mit einem vielfältigen Angebot aufwarten: Eltern-Kind-Turnen, Kinderturnen, Turnen, aber auch Hiphop, Kindertanzen, Rhythmik für Kinder, Leichtathletik, Zumba, Karate, Capoeira, Volley-, Prell- und Basketball.
Neu ist Jumping Fitness und ein Beleg dafür, dass die Palette immer zeitgemäß ergänzt wird. „Ich habe das im Fernsehen gesehen und wir konnten das Angebot innerhalb von zwei Wochen auf die Beine stellen“, erinnert sich die Abteilungsleiterin. Mittlerweile wird das gelenkschonende Training auf Trampolinen in zwei Gruppen betrieben. Doch es braucht nicht das TV. So erkundigten sich Väter vom Eltern-Kind-Turnen nach Basketball. Gefragt, getan! Angesichts dessen ist es kein Wunder, dass die Sparte mit 384 Mitgliedern die zweitgrößte im Sportverein geworden ist.
Dies alles wäre ohne den Einsatz vieler nicht möglich. Es spricht für die gute Atmosphäre, dass etwa Turnerinnen nach Abschluss ihrer aktiven Karriere mit etwa 20 Jahren dem Klub verbunden bleiben, sei es als Übungsleiterin oder Wettkampfrichterin.
Ein Beispiel ist Denise Hartkopf. Die heute 25-Jährige hatte zehn Jahre lang geturnt und ist dann Übungsleiterin und schließlich zudem Sport- und Pressewartin geworden. „Turnen ist eine gute Abwechslung zum Alltag“, weiß sie. Es schwingt ein leichtes Bedauern mit, diesen Sport nicht mehr selber aktiv zu betreiben, denn seit 2012 hat sich einiges verändert. Mit Markus Todzi wurde ein Trainer vom VfL Grasdorf gewonnen, der für frischen Wind beim Turntraining gesorgt hat. Mit fünf Jahren beginnen die Mädchen mit dem eigentlichen Turnen, das hin zu den klassischen Disziplinen Sprung, Stufenbarren, Schwebebalken und Boden führt. Seit Todzi begann, gehört als ein Beispiel auch der Flickflack (Handstützüberschlag rückwärts) zum Repertoire. Dies hat auch Ehemalige wieder einsteigen lassen und ihren Ehrgeiz neu entfacht. So nahm kürzlich eine Mannschaft mit Elf- bis 20-Jährigen an einem Landesligawettkampf teil. Dieses Programm soll für alle Altersstufen ausgebaut werden.
Eins setzt dem Wachstum sowohl in Breite als auch hin zum Leistungssport eine Grenze: „Wir haben nur eine kleine Halle“, erklärt Helena Nedbal bedauernd. Da braucht man nicht zu fragen, was auf ihrem Wunschzettel ganz oben stehen könnte! Infos unter:
❱❱ www.tsv-anderten.de

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