Elly Beinhorns Sohn besucht Luftfahrt-Museum
Hannover – Luftfahrtmuseum Laatzen: Bernd Rosemeyer berichtet mit alten Fotos über seine Mutter, Flugpionierin Elly Beinhorn. Foto: Tim Schaarschmidt

Elly Beinhorns Sohn besucht Luftfahrt-Museum

Sonderschau im Luftfahrt-Museum über Elly Beinhorn – dem Flieger-Ass aus Hannover – wird verlängert

Hannover (hh). Familienbesuch im Luftfahrt-Museum Hannover: Zur Verlängerung der Elly-Beinhorn-Ausstellung ist am vergangenen Montag Bernd Rosemeyer junior angereist. Der Sohn der Rennfahrerlegende Bernd Rosemeyer und der Flugpionierin Elly Beinhorn ist aus München gekommen, um sich die Ausstellung über seine Mutter anzusehen. Exklusiv zu diesem Termin stellte die Autostadt aus Wolfsburg zusätzlich den Nachbau eines Auto-Union Grand-Prix-Wagens, Typ C, 16 Zylinder, Baujahr 1936, aus. Mit solch einem Rennwagen, feierte Rosemeyers Vater große Erfolge im Rennsport. Die Ausstellung gefällt Rosemeyer sehr gut. Seine Mutter, „die aus dem Holz gemacht wurde, aus dem Helden sind“, wird dort „sehr interessant“ beschrieben, sagte Rosemeyer. 1937 in Berlin geboren, entschied sich Rosemeyer junior für „einen weniger abenteuerlichen, aber nicht weniger spannenden Beruf“. Der Wunsch, Mediziner zu werden, „ist in gewisser Weise ein Stück Erziehungserbe. Sowohl mein Vater als auch meine Mutter waren begeistert vom Sport, der Technik und vom Wagnis. Ich habe das Handwerk des Chirurgen gewählt, bei dem es auf Millimeterarbeit ankommt“, sagte Rosemeyer.

Die Ausstellung im Luftfahrt-Museum Laatzen-Hannover zu Elly Beinhorn geht in die zweite Runde. Die Lufthansa Berlin-Stiftung leiht das wichtigste Exponat bis Pfingstmontag, 16. Mai, dem Museum weiter aus. Herzstück der Ausstellung im Luftfahrt-Museum ist eine Messerschmitt Me 108 Taifun „Elly Beinhorn“ – aus dem Bestand der Lufthansa-Stiftung. Auch ein Wettbewerbs-Motorrad von Bernd Rosemeyer ist zu sehen. Neben den etwa 90 Fotos aus ihrem Leben kommt bei den Besuchern besonders eine ZDF-Dokumentation zu Elly Beinhorn gut an, die im Museumskino gezeigt wird. „Gespräche mit Besuchern während der Sonderausstellung beweisen, dass Elly Beinhorn auch heute noch viele Menschen fasziniert und es deshalb die richtige Entscheidung war, die Dokumentation ihres aufregenden Lebens im Luftfahrtmuseum anzubieten“, sagt Gunter Hartung, Luftfahrt­enthusiast und Journalist aus Hannover, der die Ausstellung gemeinsam mit Horst-Dieter Görg vom Arbeitskreises Technik- und Industriegeschichte in der Region Hannover organisiert hat.
Die Hannoveranerin Elly Beinhorn, Jahrgang 1907, hat Geschichte geschrieben. Mit gerade mal 24 Jahren flog sie allein nach Afrika, ein Jahr später mit einem Flugzeug Typ Klemm 26 um die Welt. Sie stellte zahlreiche Weltrekorde auf – und heiratete 1936 den berühmten Rennfahrer Bernd Rosemeyer. Beide waren Lichtgestalten für mehrere Generationen über Deutschland hinaus. Die Tochter eines hannoverschen Hutmachers konnte auf ein bewegtes, außergewöhnliches Leben zurück blicken, als sie 2007 im Alter von 100 Jahren starb. Ihre emanzipierte Art, ihre Kreativität und ihre Willensstärke waren vorbildlich. Furchtlos ging sie in der Fliegerei, einer Männerdomäne, an die Umsetzung ihrer zahlreichen Projekte, ließ sich auch von einem schweren Schicksalsschlag nicht unter kriegen oder anschließend von den Machthabern parteipolitisch verbiegen. Und sie flog über andere Länder, als die moderne Kommunikation und Navigationssysteme noch Fremdwörter waren.
Der Arbeitskreises Technik- und Industriegeschichte in der Region Hannover – der die Sonderausstellung im Luftfahrt-Museum auf die Beine stellte, konnte sich bereits über einige Leihgaben zu Elly Beinhorn freuen, die in einer gesonderten Vitrine präsentiert werden. Mit dabei auch ein Plakat, mit dem noch 1940 zu einem Vortrag über den Asienflug von Elly Beinhorn geworben wurde, bei dem sie von ihren Erlebnissen berichtete. Im Museum wird auch das neue Buch der Ausstellungs-Initiatoren Horst-Dieter Görg und Gunter Hartung angeboten: „Es begann in Hannover – Reifen, Raketen, Rekorde“. Es fasst auch das Leben der Ausnahme-Fliegerin zusammen. Es kostet 19,99 Euro und ist auch im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-945497-00-5).
Die Ausstellung ist im Luftfahrtmuseum, Ulmer Straße 2, 30880 Laatzen, zu sehen. Geöffnet ist das Museum dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. www.luftfahrtmuseum-hannover.de

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