Eltern halten weiter durch
Tägliches Highlight: Die Kinderdisco mit Maskottchen „Trolley Trollbert“ (links) in der TUI-Empfangshalle.Foto: Kaufer

Eltern halten weiter durch

Kita-Streik: Auch nach Pfingsten bleibt das Betreuungsangebot für Mitarbeiterkinder

Von Christian Kaufer
Hannover. Die Not-Kita bei der TUI läuft auch nach Pfingsten weiter: „Das Betreuungsangebot für die Kinder der Mitarbeiter wird auch nach den Feiertagen aufrecht erhalten“, sagte TUI Pressesprecherin Kathrin Spichala. Schließlich benötigen die Eltern weiterhin die Unterstützung, so lange der bundesweite Streik in den Kindertagesstätten anhält.
Bis zu 25 Kinder wurden täglich im Wechsel von Eltern mit Unterstützung von Auszubildenen und Aushilfen betreut. „Das lief wirklich sehr gut. Die Eltern wechseln sich ab und die Kinder fühlen sich wohl“, weiß Spichala zu berichten. Absolutes Highlight bei der TUI ist mittlerweile die tägliche Kinderdisco mit Maskottchen „Trolley Trollbert“ in der Empfangshalle des Konzerns. Auch die Eltern sind froh über das weiterhin fortgesetzte Betreuungsangebot, da sie sich so um keine Alternativunterbringung ihrer Kinder kümmern müssen. „Die letzten vierzehn Tage hat alles wirklich gut geklappt. Kein Kind wollte eher nach Hause oder hat geweint“, weiß Mutter Anja Heiner zu berichten. Heiner hat sich wie die meisten anderen Eltern auch für die nächsten zwei Wochen als Elternbetreuung bereits wieder vorgemerkt.
Über die weiteren Aktionen und Betreuungspläne wurde gestern in einer großen Zusammenkunft ausgiebig beraten. Sicher ist, dass sich die Eltern weiter in der Betreuung abwechseln werden, um an den anderen Tagen ihrer normalen Arbeit nachgehen zu können. „Es ist doch schon eine Menge Arbeit liegengeblieben“, sagt Heiner, die sich nicht vorstellen kann, in den Beruf der Erzieherin zu wechseln: „Dazu gehört doch viel mehr pädagogische Grundkenntnis“, sagt Heiner, die im Linienfluggeschäft arbeitet. Wie lange das Betreuungsangebot bei der TUI noch fortgesetzt werden kann, konnte Spichala noch nicht sagen. Viele der Eltern rechnen sogar damit, dass sich die Streikphase bis zu den Sommerferien hinziehen kann.
Seit nunmehr zwei Wochen haben Erzieherinnen und Erzieher ihre Arbeit unbefristet niedergelegt, um eine Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst zu erreichen. Mittlerweile hat die Gewerkschaft Verdi einen Entwurf zur Erneuerung des niedersächsischen Kita-Gesetzes vorgelegt. Grundforderung ist das mehr Erzieherinnen in Kitas eingesetzt werden, was mit bis zu 300 Millionen Euro Mehrausgaben für das Land Niedersachen verbunden ist. Ein Ende des Steiks ist nicht in Sicht: „Dieser Streik wird fortgesetzt, unbefristet, bis ein annehmbares Ergebnis vorliegt“, äußerte Verdi-Chef Frank Bsirske auf einer Konferenz von Streikdeligierten aus ganz Deutschland.
Bleibt also zu hoffen, dass auch die TUI-Eltern weiter durchhalten.

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