Elvis lebt weiter
Elvis-Fan seit Kindertagen: Andreas Giza mit seinem Idol. Foto: niehaus

Elvis lebt weiter

Eine Kerze zum 40. Todestag

von Clemens Niehaus
Hannover. Am 16. August 1977 blieb die Welt kurzzeitig stehen. „Als ich gehört habe, dass Elvis gestorben ist, habe ich geweint“, gibt Andreas Giza zu. Doch bei ihm lebt Elvis weiter. Der 61-Jährige aus Stöcken hat ein Zimmer ganz seinem Idol gewidmet. Klar, dass er auch den 40. Todestag seines Idols mit dem Anzünden einer Kerze und einer kleinen Gedenkfeier begangen hat.
Die erste Begegnung mit Elvis Aaron Presley hatte Giza bereits als kleiner Junge. „Ich habe ihn im Radio gehört und war von der Stimme fasziniert“, erinnert er sich. Von da an musste Giza regelrecht um das Radio kämpfen, denn: „Meine Eltern konnten mit Elvis und seiner Musik nichts anfangen, sie haben lieber Schlager gehört“. Doch der Rock ‘n‘ Roll hatte den jungen Goslaer infiziert und Elvis war seine erste Liebe.

Andreas Giza ist Elvis-Fan seit Kindertagen. Foto: niehaus

Im Laufe der Schulzeit und dem Entdecken des anderen Geschlechts kühlte diese Liebe zwar etwas ab, verschwand jedoch nie ganz. „Irgendwann während meiner Ausbildung zum Dach- und Schieferdecker habe ich mir dann eine richtige Tolle zugelegt und wieder öfter den King gehört“, sagt Giza, „da hatte ich dann schnell meinen Spitznamen weg: ‚Elvis“. Und Giza wurde zu einer kleinen Berühmtheit in Goslar. „Immer, wenn ich in mein Stammlokal ‚Riccardo‘ gekommen bin, hat der Besitzer einen Elvis-Song gespielt“, erinnert sich der Fan. Damals hat er auch begonnen, Kontakte zu anderen Fans aufzubauen. „Ich habe Fanclubs angeschrieben und bin Mitglied geworden“, sagt er, „In Zeiten ohne Internet war das ja alles etwas schwieriger“, erinnert er sich. Bei den Fanclubs habe es Listen mit seltenen Platten, Importadressen gegeben, eben Sachen, die man so nicht überall finden konnte. Inzwischen nennt Giza über 170 Platten sein Eigen. Besonders stolz ist er auf die erste Elvis-Single „My Happiness“, die er, zusammen mit weiteren seltenen Platten und Erinnerungsstücken, an einem sicheren Ort lagert. „Man weiß ja nie“, sagt er.
In seinem Elvis-Zimmer, ist kein Zentimeter Wand ohne den King. Vor dem Sofa mit Elvis-Kissen eine Fototapete mit dem Eingang zur Villa Graceland, hinter dem Sofa ein riesiges Plakat der Elvis-Ausstellung 2007 im Ellington Hotel in Berlin. Und überall Zeitungsausschnitte, Bilder und Berichte über den King of Rock ‘n‘ Roll. Dazu Autogramme von Wegbegleitern – darunter einem ehemaligen Bodyguard und einer ehemaligen Filmpartnerin. „Leider habe ich keines von Elvis persönlich“, bedauert Giza.
„Vor Elvis gab es nichts“, hatte John Lennon einmal gesagt. Ein Satz, den auch Andreas Giza unterschreiben kann. „Elvis hat die Musik verändert“, sagt der Fan. „Er hat die Musik der Schwarzen zu den Weißen gebracht“. Dabei hat Elvis keine eigenen Songs geschrieben. Er hat nur Stücke Anderer gesungen. Das aber „schlug ein, wie ein Bombe“, sagt Giza.

Die Pressemeldungen zum Tod von Elvis. Foto: niehaus

An den Abend als der „King“ starb erinnert sich der Elvis-Fan noch genau. „Ich habe bei Radio Luxemburg die Nachricht von seinem Tod gehört und konnte es nicht glauben“, erzählt der damals 21-Jährige. „Dann bin ich in Tränen ausgebrochen“. Am nächsten und den folgenden Tagen habe er dann erstmal die Bildzeitung gekauft, um zu erfahren, was passiert sei.
Inzwischen hat Giza mit seiner Frau Almut Kallbreier alle Stationen des King in Deutschland besucht. „Wir waren mehrmals in Bad Nauheim und haben uns natürlich auch das Hotel Grunewald, wo Elvis zuerst gewohnt hat, angesehen und das Haus in der Goethestraße 14, wo er anschließend gelebt hat und Priscilla kennengelernt hat“, erzählt Giza. „Die Besitzer des Hauses beklagen sich noch heute, dass ständig Fans bei ihnen klingeln“, sagt er und lacht. Klar, dass sich auch Andreas Giza in Bad Nauheim vor der Burgpforte, wo das Bild für das Plattencover von „A Big Hunk O‘ Love“ entstand, hat fotografieren lassen.
Auch nach Bremerhaven, wo Elvis Presley am 1. Oktober 1958 von Bord der USS General G.M. Randall ging, um seinen Wehrdienst in Deutschland abzuleisten, fährt Giza regelmäßig. Eine in Stein eingelassene Bronzeplatte zeigt die Stelle, wo Elvis damals zum ersten Mal den Fuß auf deutschen Boden setzte. „Da lege ich dann an seinem Todestag eine Rose hin“, sagt er.
Zum 40. Todestag des King jedoch hat Giza zusammen mit seiner Frau eine Kerze angezündet bevor es mit ein paar Freunden in die Kneipe um die Ecke ging. Dort wurde mit Elvis-Songs und -Videos dem König des Rock ‘n‘ Roll gedacht.
Doch obwohl der King seit 40 Jahren tot ist, für Giza dreht sich die Welt weiter – mit Elvis. Gerne würde er einmal nach Graceland fahren. „Vielleicht erfüllt sich dieser Traum noch“, sagte er.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.