Gefahr für Radfahrer in Hannover
Per Fahrrad unterwegs in der City: Harald Hogrefe (links) vom ADFC und hallo-Wochenende-Redakteur Christian Kaufer. Fotos: Heinze

Gefahr für Radfahrer in Hannover

„hallo Wochenende“ stieg aufs Rad und spürte Lesertipps zur Fahrradfreundlichkeit nach

von Hartmut Heinze
und Christian Kaufer

Harald Hogrefe vom ADFC mit Redakteur Christian Kaufer.

Harald Hogrefe vom ADFC mit Redakteur Christian Kaufer.

Hannover. Gefährliche Überwege am Aegi, eine unübersichtliche Verkehrsführung am Lister Platz, Enge auf der Königsstraße und vor dem Capitol in Linden – es gibt einige Orte in der Stadt, die unsere Leser als gar nicht fahrradfreundlich oder gar gefährlich einstufen. In der „hallo-Wochenende“-Ausgabe vom 13. Juni hatten wir unsere Leser aufgefodert, uns schlechte Radwege oder riskante Kreuzungen für Radler in Hannover aufzuzeigen. Daraufhin haben die Redaktion zahlreiche E-Mails und Briefe erreicht.
Hintergrund ist: Die Landeshauptstadt hat sich in diesem Jahr um den Preis „Fahrradfreundliche Kommune 2015“ des Landes Niedersachsen beworben. Verliehen wird der mit 25.000 Euro dotierte Preis am 9. Juli. Hannover und Wolfsburg haben es in die Endrunde geschafft.


Hannover will mit breiteren, besser gekennzeichneten Radwegen, entschärften Unfallschwerpunkten und optimierten Ampelschaltungen punkten.  Damit will die Stadt auch erreichen, den Anteil der Fahrradfahrer am innerstädtischen Verkehr bis 20130 von aktuell 20 auf etwa 30 Prozent zu steigern. Aber wie steht es wirklich um die Situation von Radfahrern in Hannover? Gemeinsam mit Harald Hogrefe, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hannover, hat ein Team von „hallo Wochenende“ die Räder rausgeholt und sich die Situation vor Ort einmal genauer angeschaut. Das Ergebnis sowie einige der Zuschriften finden Sie im weiteren Verlauf.

Harald Hogrefe hat sich viel Zeit genommen beim Radfahren durch die City. Seine Anmerkungen zu den von unseren Lesern angesprochenen Situationen sind den Ausschnitten angefügt.

Quelle: Heinze

Harald Hogrefe hat sich viel Zeit genommen beim Radfahren durch die City. Seine Anmerkungen zu den von unseren Lesern angesprochenen Situationen sind den Ausschnitten angefügt.

„Es ist für Radfahrer nicht alles schlimm in Hannover. Es gibt viele gute Ansätze, aber es gibt immer noch viel zu tun“, sagt Harald Hogrefe, der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Hannover. Der passionierte Radler legt jährlich zwischen 6000 und 7000 Kilometer auf dem Drahtesel zurücklegt. Und er kennt die Schwachstellen: „Viele Ampelschaltungen sind eine Katastrophe“, sagt er. Für ihn ist die Auszeichnung Hannovers als deutschlandweit viertfreundlichste Stadt für Radfahrer nicht viel wert: „

Die Auszeichnung hat Hannover mit der Note 3,4 bekommen – das ist eine Drei minus – da ist noch viel Luft nach oben“, sagt er.


Den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung fehle „eine Vision für den Radfahrverkehr in der Zukunft“, so Hogrefe. „Rechtsabbiegende Fahrradfahrer leben in Hannover ganz besonders gefährlich – davon zeugen die vielen tödlichen Unfälle in der Vergangenheit“, sagt der 65-Jährige, der sich vor diesen neuralgischen Punkten ein Parkverbot für Autos wünscht „damit die LKW-Fahrer bessere Sicht haben“. „Ein Riesenproblem“ sieht der ADFC-Mann  am Übergang zwischen Limmerstraße und Küchengartenplatz: „Die Verkehrsinsel in der Mitte der Fössestraße ist viel zu klein. Hier kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen“.
Gemeinsam mit Hogrefe war hallo-Wochenende-Redakteur Christian Kaufer in Hannover unterwegs, um die von unserer Lesern angesprochenen gefährlichen Stellen für Radfahrer zu begutachten. Auch Hannovers Radverkehrsbeauftragten Heiko Efkes hatten wir zu dieser Tour eingeladen. Aber der Radverkehrsbeauftragte konnte den Termin „kurzfristig leider nicht wahrnehmen“, so die Aussage von Stadtsprecher Alexis Demos.

Aegidientorplatz

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Als regelmäßige Radfahrerin finde ich immer wieder die Überquerung des Aegidientorplatzes in Ost/West-Richtung (vom Torhaus zu Bulthaup) zu verkehrsreichen Zeiten extrem gefährlich.

Problem 1: Die Ampelphase für Radfahrer ist extrem kurz. Man muss sofort losfahren, um bei Grün die andere Straßenseite zu erreichen. Steht die Kreuzung voller Fahrzeuge ist dies nicht möglich.

Problem 2: Der Zeitraum zwischen der Rot-Schaltung für die Fahrzeuge, die vom Friedrichswall kommen und dem Beginn der Grünphase für Radfahrer ist zu kurz. Genervte PKW-Fahrer, die schon vom Rathaus her im Stau stehen, fahren immer noch in die Kreuzung ein, obwohl die Radfahrer längst schon grün haben. Gleichzeitig gibt es oft Chaos mit den Fahrzeugen, die aus der Hildesheimer Straße noch im Kreuzungsbereich stehen. Damit ist die Aufmerksamkeit der Fahrer vom Friedrichswall auf diese PKWs gerichtet, was zum Problem 3 führt:

Die PKW Fahrer sind oft extrem genervt durch den Rückstau, wollen möglichst schnell über den Kreuzungsbereich und rechnen überhaupt nicht mit Radfahrern an dieser Stelle. Sie sind oft völlig überrascht und hupen die bei Grün startenden Radfahrer oft noch an. (Besonders, wenn die Radfahrer von Richtung bulthaup zum Torhaus fahren) Es fehlt auf jeden Fall ein gelbes Blinklicht, um deutlicher auf den Radweg aufmerksam zu machen. Dass hier noch kein schlimmer Unfall passiert ist grenzt für mich an ein Wunder.
Christine Herbrig

Vorschlag, die genervten Autofahrer sollten aufs Rad umsteigen statt die Verkehrsräume für die anderen Teilnehmer zu blockieren.

Holger Hogrefe

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Schwarzer Bär

Ich bin neulich über die tolle neue Ihmebrücke, Schwarzer_Baer_onl
im Zuge der Gustav-Bratke-Allee, in Richtung Schwarzer Bär geradelt.

Vor dem Capitol stand eine Gruppe Menschen, die den ohnehin dort verengten Fuß- und Radweg belegten beziehungsweise „bestanden“. Ein leichtes Klingeln wurde durch den auch eng vorbeifahrenden Autoverkehr nicht wahrgenommen. Hier erscheint es mir sinnvoll, durch geeignete Maßnahmen (zum Beispiel ein trennendes Gitter), das Gefährdungspotential für Radfahrer und Fußgänger zu minimieren.
Waldemar Krüger

Hier hilft nur eine Fahrspur zu einer Radspur zu machen.

Holger Hogrefe

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Luisenstraße

Dickes Problem für Radfahrer: durch die Innenstadt!Luisenstr_onl

Die Luisenstraße darf gegen die Fahrrichtung befahren werden, aber weder Fußgänger noch entgegenkommende Autofahrer scheinen das zu glauben. Ein rot markierter Fahrradweg auf der Straße mit deutlichen Pfeilen wäre bestimmt hilfreich. Auch vor dem Bahnhof und an anderen Stellen der Innenstadt herrscht Chaos: laut Schild ist das Radfahren eingeschränkt erlaubt, aber es geht ohne Markierung quer durch die Fußgänger – praktisch unmöglich hier zu fahren.

Ein Lob: die wenn auch wenigen rot markierten Fahrradbahnen an Ampeln direkt vor den Autofahrern – das erspart uns das Einatmen der Autoabgase und man wird beim Anfahren nicht so leicht übersehen. Mehr davon!     Kerstin Theuer

In Hannover dürfen sehr viel Einbahnstraßen von Radfahrern gegen die Fahrtrichtung befahren werden; das sollten die Autofahrer endlich kapieren und Rücksicht nehmen.

Holger Hogrefe

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Lister Platz

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Quelle: Kaufer


Es ist mir seit geraumer Zeit ein Bedürfnis, auf die Problematik der neuen Verkehrsführung am Lister Platz hinzuweisen.

Hier hat das Straßenbauamt, oder wer auch immer für die Planung zuständig war und ist, eine hochgefährliche Situation geschaffen, indem sie den Radweg in Südrichtung zweimal die Busspur kreuzen lässt. Gegen Ende der Bauarbeiten am Lister Platz, als bereits abzusehen war, dass der Radweg ausgerechnet im Kreuzungsbereich auf der Straße geführt werden sollte, wendete ich mich an den ADFC, um zu erfahren, wie denn dies zu einem problemlosen Verkehrsfluss führen solle. Die Antwort:  Das Konzept, den Radweg links von der Busspur zu führen und direkt nach der Haltestelle wieder auf den Bürgersteig, sei gut durchdacht und schlüssig, da die an der Haltestelle losfahrenden Busfahrer die Radfahrer direkt im Blick hätten und für diese anhielten.

Die Praxis sieht allerdings völlig anders aus und ist für Radfahrer in hohem Maße bedrohlich, weil meiner Erfahrung gemäß Bus und Radfahrer gleichzeitig das grüne Ampelsignal erhalten und Busse, die ohnehin unangenehm nahe neben den wartenden Fahrradfahrern stehen, sofort anfahren und über die Fahrradspur hinwegziehen, so dass dem Fahrradfahrer nur eine Notbremsung bleibt.
Diese Erfahrung machten auch andere Fahrradfahrer, die ich dort vor Ort ansprach.

Hier sehe ich dringenden Änderungsbedarf (z.B. durch eine geänderte Ampelschaltung und Fortsetzung der roten Markierung für die Radspur), um vorprogrammierte Unfälle zu verhindern!
Edith Schrader

Einen Hochbordradweg durch die wartenden Fahrgäste zu führen ist unmöglich. Für eine Enzerrung ist kein Platz. Die Ampelschaltung könnte tatsächlich noch verbessert werden.

Holger Hogrefe

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Buchholz/Misburg/Kleefeld

Ich befahre fast täglich den Bereich Buchholz, Misburg, Kleefeld mit dem Fahrrad. Das Radwegenetz ist, für sich, gut. Was aber üngenügend ist, sind die jeweiligen Beläge. ‚Entweder durch Baumaßnahmen geschädigt oder einfach lebensgefährlich. Da der Lenker nicht gefedert ist, wird man dauernd durchgeschüttelt. Schönes gleiten ist etwas anderes. Zu bemängeln sind auch die Absenkungen zu den einzelnen Nebenstraßen oder Hauseinfahrten die alle 5 Meter vorhanden sind. Viel zu steil und schlecht zum Straßenbelag angepasst. (Leider auch bei Neuanlagen) Ich verstehe die Radfahrer, die zur Gefahrenvermeidung auf der Straße fahren. Das noch keiner die entsprechenden Behörden wegen körperlichen Schäden verklagt hat, wundert mich schon. Abhilfe: Die Radwege sollten Asphaltiert (oder änlicher Belag) werden (bloß keine Steine, die verschieben sich immer im Niveau), vom Bürgersteig bis Fahrbahn sollte eine Absenkung auf gleichem Niveau der Straße erfolgen. Wäre das schön!
Uwe Sander

Der Zustand der Radwege in Hannover ist häufig wirklich sehr schlecht.

Holger Hogrefe

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Eisstadion/Kleefeld

Ich gehöre zu den passionierten Radfahrern, die bei Wind und Wetter unterwegs sind. Seit Jahren stelle ich fest, dass morgens zwischen 7 und 8.30 Uhr an dem Überweg am Eisstadion/ Einmündung Kleestraße viele Radfahrer die Straße Am Pferdeturm kreuzen, die Autofahrer häufig sehr egozentrisch bei roter Ampel noch schnell drüber fahren, mitten auf dem Überweg stehen und der gemeinsame Rad- und Fußweg entlang der Kleestraße in beiden Richtungen bis zur Eisenbahnunterführung genutzt werden muss. Dieser Weg ist seit Jahren in sehr schlechtem Zustand mit Schlaglöchern, ausgeflickten Stellen und viel Unrat. Zusätzlich wird er eingeengt durch Altkleidercontainer und parkende Autos. Hier würde ich mir eine Kontrolle seitens der Polizei wünschen und eine Ausbesserung des Rad-/Fußweges mit Fortnahme der Container.
Martina Kuhnt

Hier ist dringend etwas zu tun, mindestens so wie vorgeschlagen.

Holger Hogrefe

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Kaiser-Center / Lodemannweg

Da ich in der Nähe des Ricklinger Kreisels am ehemaligen Telefunkengbäude arbeite, fahre ich auf dem Heimweg die Göttinger Chaussee Richtung Norden – erlaubterweise – auf dem linksseitigen Radweg. Zum weiteren Weg Richtung Kaiser-Center/Lodemannweg muss ich dann kurz vor der Einmündung Schlorumpfsweg die Göttinger Chaussee überqueren: Und hier lauert die Gefahr: (fast) alle KFZ, die aus dem Schlorumpfsweg einbiegen oder aus dem Göttinger Hof kommen, beachten nur den von links (hinten) kommenden Verkehr aus der Friedrich-Ebert-Straße – der Vorfahrt hat – und nicht den von vorne rechts kommenden Radler, der ebenfalls Vorfahrt hat. Ich habe es auch schon häufig erlebt, dass in diesen Situationen das nicht vorfahrtberechtigte KFZ noch extra beschleunigt, um vor dem KFZ aus der Friedrich-Ebert-Straße in die Göttinger Chaussee einzubiegen. Da kann man als Radler aus Überlebenswillen nur immer besser auf sein Vorfahrtsrecht verzichten und das kann ja wohl nicht im Sinne einer StVO sein.
Holger Lenhard

Es gibt noch viel zu tun, wenn Hannover überall fahrradfreundlich werden soll.

Holger Hogrefe

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Wollebahn / Neckarstraße

An der Kreuzung „An der Wollebahn-Neckarstr./Hildesheimer Str.“ sollte die Ampelschaltung überprüft werden. Wenn ich von „An der Wollebahn“ mit dem Rad in Richtung „Neckarstr.“ fahren will, passiert es mir oft, dass die Ampel für die Fußgänger an den Stadtbahngleisen auf „Doppelrot“ springt, genau so wie die Fußgängerampel für die Hildesheimer Str.  Richtung stadtauswärts. Oft starten die Autos schon, obwohl ich als Radfahrer die Straße noch nicht überquert habe. Für schnelle Radfahrer ist das sicher kein Problem. Wenn man etwas älter ist, fährt man eben nicht mehr ganz so schnell. Eine andere Schaltung ist auch problematisch. Wenn ich die Hildesheimer Str. stadtauswärts fahre und in die Straße „Am Mittelfelde“ bei der Radfahrerampel „grün“nach links einbiege, kommen mir aus „Am Mittelfelde“ linksabbiegende Autofahrer in die Quere und zeigen wütend auf die rote Fußgängerampel. Sie können nicht sehen, dass die Radfahrer „grün“ haben. Hier kam es auch schon zu einer kritischen Situation.
Und diese Stellen gibt es auch noch an anderen Stellen im Stadtgebiet: Radfahrer haben „grün“, Fußgänger schon „rot“ und die Autofahrer glauben den Weg der Radfahrer kreuzen zu können, weil sie die rote Fußgängerampel sehen.

Für mich heißt das natürlich: Immer aufmerksam fahren und die Autofahrer beobachten, weil ich eben der Schwächere bin. Manchmal wünschte ich mir mehr Rücksicht seitens der Autofahrer.
Wolfram Spiegel

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An der Engesohde/
Otto-Brenner-Str/Lange Laube

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Quelle: Kaufer


Grundlage einer guten Radverkehrsführung ist ein Rad-Hauptstraßen-Netz, das zehn Bedingungen erfüllt:
Abseits der KFZ-Hauptstraßen, Vorfahrtscharakter, zusammenhängend, zielführend, direkt, radtauglich ausgeschildert, asphaltiert, hindernisfrei, auffindbar, getrennt von Fußgängern. Hannover ist noch weit von einem derartigen Konzept entfernt, weil Radverkehr nicht als Schnell-Verkehr verstanden wird. Symbolbild für Hannovers Radverkehr-Strategie: Linksseitiger verpflichtender Radweg An der Engesohde, Südstadt.
An der gelobten Kreuzung Otto-Brenner-Straße/Lange Laube ist sicheres Linksabbiegen von der Otto-Brenner-Straße in die Lange Laube übrigens nur bei „rot“ möglich. Bei „grün“ ist es lebensgefährlich. (Hinweis: Die Fußgängerampel gilt hier nicht für Radfahrer, §37 STVO).
Matthias Winter

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Königstraße

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Quelle: Kaufer

Wen schützt dieser Schutzstreifen denn wirklich?

Holger Hogrefe

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Dreifaltigkeitskirche

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Quelle: Kaufer

Hier werden die Radfahrer auf einen zu schmalen Radweg ohne Ausweichmöglichkeit durch die ein- und aussteigenden Fahrgäste gezwungen!

Holger Hogrefe

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Bildquelle

  • Harald Hogrefe_onl: Heinze
  • Lister_platz_onl: Kaufer
  • Lange_Laube_onl: Kaufer
  • Koenigstr_onl: Kaufer
  • Dreifaltigkeitskirche_1onl: Kaufer
5 Kommentare zu diesem Beitrag
  1. Peter Ries bei 10:15

    Ich bin sowohl innerstädtischer-viel-Radfahrer, als auch gerne-Autofahrer. Wenn ich aber den ein oder anderen Kommentar von Holger Hogrefe so lese, wundert es mich nicht, das es zwischen Radfahrern und Autofahrern nicht klappt. Er scheint zu der Gattung "militanter" Radfahrer zu gehören, die gerne mal übersehen, dass Autofahren in der Stadt auf Grund der Verkehrsdichte sehr anstrengend und mitunter (besonders für Ortsfremde) eine echte Herausforderung ist.

    Radfahrer sind aufgrund ihrer Geschwindigkeit "natürliches erstes Opfer", wenn es darum geht, vom Autofahrer übersehen zu werden. Das sollte einem immer bewusst sein und man sollte immer mit den Fehlern anderer rechnen – zumal man der schwächere Gegner ist.

    Ich erlebe es – egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto – dass manche Radfahrer es mit dem Messer zwischen den Zähnen auch geradezu drauf anlegen und draufhalten, frei nach dem Motto: "wo ich fahre hat frei zu sein!".

    Ein wenig mehr Entspannung, Rücksicht und Achtsamkeit auf beiden Seiten würde hier gut tun. Der Unterton von Holger Hogrefe passt mir hier gar nicht!

    • J. Vogel bei 8:44

      Ich bin Verkehrsteilnehmer als Fußgänger, Radfahrer, Kraftfahrer für Kfz und Lkw. Das Erste, was ich als Lkw-Fahrer lernen durfte, war, ich habe sehr umsichtig und rücksichtsvoll zu fahren. Nicht die Masse eines Fahrzeugs bestimmt den Vorrang auf den Verkehrswegen, sondern die Masse ist das Maß der notwendigen Rücksichtnahme. Als Viel-Radfahrer, zu denen ich mich auch gerne zähle, erlebe ich sehr häufig, die Aussage, ich möge doch bitte sehr weit rechts fahren, den schnelleren Kraftverkehr passieren lassen und auf Fußwegen fahren. Dabei nähme ich dann Rücksicht. Aber ich schaffe gleichzeitig nur zusätzliche Gefährdungen, dadurch dass die Verkehrsdichte zunimmt. Alles wird nur unübersichtlicher. Viel mehr Gelassenheit löst das Verhalten mit dem Messer zwischen den Zähnen.

  2. Bert Ungerer bei 11:19

    Die von Holger Lenhard beschriebene Situation an der Straße "Göttinger Hof" (nicht Lodemannweg, wie fälschlicherweise in der Überschrift angegeben) hat just zu einem schweren Unfall geführt: http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/66841/3061634
    Hier gibt es eine genauere Beschreibung der Unfallstelle:
    http://radforum-hannover.de/viewtopic.php?f=14&t=254&p=1087#p1087

    Es bedarf keiner prophetischen Gabe, weitere Unglücksfälle an dieser Einmündung vorherzusagen, solange sie nicht entschärft wird.

  3. Detlev Gündel bei 12:42

    gern mehr solche Berichte. In hamburg wurde der entsprechende Reporter preisgekrönt.
    "Der Rad-Reporter Marco Dittmer:
    Hamburg soll Fahrrad-Stadt werden, kündigt der rot-grüne Senat an. Doch wie geht das überhaupt? Wie funktioniert das Zusammenleben mit Autofahrern und Fußgängern? Der neue Radreporter vom Wochenblatt, Marco Dittmer, testet nicht nur neue Radwege, auf seinem Rennrad berichtet er über alle Themen, die ihm auf seinen Touren durch Hamburg begegnen. Sie haben Anregungen, Wünsche oder Kritik? Dann mailen Sie ihm unter Radreporter@hamburger-wochenblatt.de"

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