Für einen toleranten Stadtteil
Setzen sich gemeinsam gegen Rassismus ein: IGS-List-Schulleiter Oswald Nachtwey, Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann, die Schülerin Salima El Kurdi, Recken-Handballer Erik Schmidt, Schüler Tom Aust und Jochen Walter aus dem Niedersächsischen Kultusministerium. Foto: Oberdorfer

Für einen toleranten Stadtteil

IGS List – Schule ohne Rassismus

Dieser Auszeichnung ging ein Versprechen voraus: Über 85 Prozent der Schüler, Lehrer und Verwaltungsangestellten der IGS-List haben durch ihre Unterschrift bekundet, Diskriminierung und Gewalt nicht nur abzulehnen, sondern auch aktiv gegen sie vorzugehen. Damit schloss sich die IGS List der bundesweiten Aktion „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ an. Übrigens: Die Idee zu der Aktion kam von den Schülern selber.

Bezirksrat Vahrenwald-List verabschiedet eine Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit

Mit großer Mehrheit verabschiedete der Bezirksrat in dieser Woche ein Resolution gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine gelebte Willkommenskultur in den Stadtteilen Vahrenwald und List. „Wir wollen als Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker ein Zeichen setzen, selber eine Position beziehen und die Bürgerinnen und Bürger bitten, uns auf diesen Weg zu begleiten“, sagte Bezirksbürgermeisterin Irma Walkling-Stehmann (SPD).

Bis auf die vier CDU-Mitglieder stimmten alle Kommunalpolitiker des Gremiums für die von der SPD und Bündnis 90/Die Grünen formulierten Erklärung. Die Christdemokraten enthielten sich bei der Abstimmung. „Wir wollen die Bürger nicht belehren, ihnen keine Verhaltensmaßregeln vorgeben“, begründete CDU-Fraktionschef Lars Pohl die Stimmenthaltung seiner Fraktion. „Aber inhaltlich stehen wir zu den Aussagen der Resolution“, stellte Pohl klar.

Neben dem Bezirksrat Vahrenwald-List stimmte auch der Integrationrat über die gemeinsame Erklärung ab. Dort gab es ebenfalls kein einstimmiges Votum. Das Gremium stimmte ebenfalls mehrheitlich zu.

Die Resolution im Wortlaut

Derzeit erleben wir, dass eine große Anzahl von Schutz und Hilfe suchenden Menschen in unsere Stadt kommen. Um diese Menschen würdig unterzubringen, werden – auch in Vahrenwald-List – immer mehr Orte gesucht, an denen Unterkünfte errichtet werden können.

Die Bürger-, innen von Vahrenwald-List sind gastfreundlich und tolerant und heißen die neuen Einwohner-, innen willkommen. Für uns ist es selbstverständlich und unserem humanen Menschenbild entsprechend, dass wir geflüchteten Menschen Obdach gewähren. Aber darüber hinaus möchten wir aus den Hilfesuchenden Mitbürger-innen machen. Wir Vahrenwalder-, innen und Lister-, innen sind nicht nur weltoffen, sondern wir erkennen auch, dass wir es heute in der Hand haben, wie wir in den nächsten Jahren unsere Zukunft gestalten können.

Unser gemeinsames Ziel ist es, unsere neuen Mitbürger-, innen zu integrieren, denn sie werden bleiben. Wenn wir alles richtig machen, werden sie unter uns leben, arbeiten und dazu beitragen, dass unser Stadtbezirk weiterhin so lebens- und liebenswert bleibt, wie er heute ist.

Der Bezirksrat Vahrenwald-List ruft alle Bürger-, innen auf, jeder Art von drohender Fremdenfeindlichkeit vehement und konsequent entgegen zu treten. Dieses Verhalten lehnen wir strikt ab.

Wir ermuntern alle Einwohner-, innen unseres Stadtbezirkes, sich mit Neugier und Engagement an die Leitungen der Flüchtlingsunterkünfte zu wenden, um zu erfragen, welche Hilfe- und Unterstützungsangebote benötigt werden. Nicht nur Kleider- und Sachspenden werden benötigt, sondern Sprachtraining, Bildungsangebote aller Art, Berufsvermittlung und jede Art von sinnvollen Beschäftigungsangeboten.

Den Menschen fehlt neben der zukünftigen Lebensperspektive oft einfach auch eine sinnvolle Alltagsgestaltung. Hier haben wir schon sehr gute Erfahrungen gemacht, weil unsere Bürger-, innen ehrenamtlich Projekte ins Leben gerufen haben, wie z.B. Kochkurse, gemeinsame Spielplatzbesuche, Büchereibesuche, Zoobesuche usw. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Wenden Sie sich auch sehr gern an uns, Ihren Bezirksrat, an die Parteien, den Integrationsbeirat und an die bestehenden Hilfs- und Unterstützungsnetzwerke sowie der Migrantenselbstorganisation.

Wir haben eine große aber auch großartige Aufgabe vor uns, die wir gemeinsam mit unseren Bürgern- und Bürgerinnen anpacken wollen. Wir werden uns der Herausforderung stellen – tolerant, intelligent, aktiv!

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