Hannah und Kira gehen auf Tour
Freuen sich auf den ersten gemeinsamen Ausflug im neuen Wohnwagen: Die neunjährige Hannah (rechts) mit ihrer Schwester Kira (12).

Hannah und Kira gehen auf Tour

Hannover. Hannah strahlt. Für die Neunjährige geht ein Traum in Erfüllung. Endlich kann sie gemeinsam mit ihren Eltern und ihrer Schwester Kira in den Urlaub fahren oder einfach übers Wochenende auf Entdeckungstour gehen. Ermöglicht hat das die „Aktion Kindertraum“. Sie spendierte der Familie in dieser Woche einen Wohnwagen im Wert von 6200 Euro.

Was für fast alle Familien Alltag ist, ist für die vier aus Bothfeld bislang kaum machbar. Denn: Die zwölfjährige Kira ist schwerst mehrfach behindert und leidet in ungewohnter Umgebung häufig unter heftigen epileptischen Anfällen. Aus diesem Grund endete so mancher Ausflug schon in einem Krankenhaus. Der eigene Wohnwagen soll für Kira nun eine gewohnte Umgebung schaffen und der Familie so neue Reisemöglichkeiten eröffnen. Wie bei Hannah und Kira hat es sich die „Aktion Kindertraum“ zur Aufgabe gemacht, behinderten, schwerstkranken oder sozial benachteiligten Kindern Herzenswünsche zu erfüllen.

Ein Wohnwagen für Hannahs Familie: Volker Rinne (von links/Geschwisterkinder Netzwerk), Holger Damme (Händler Holiday Heinz & Linse), Mutter Sabine Ferdönmez, Helga Berndmeyer (Aktion Kindertraum), Vater Torsten Brandt mit Hannah (9) und Kira (12).

Ein Wohnwagen für Hannahs Familie: Volker Rinne (von links/Geschwisterkinder Netzwerk), Holger Damme (Händler Holiday Heinz & Linse), Mutter Sabine Ferdönmez, Helga Berndmeyer (Aktion Kindertraum), Vater Torsten Brandt mit Hannah (9) und Kira (12).

In einem Brief an den Verein hatte Hannah um das mobile Heim auf Rädern gebeten. „Dieser Brief war so rührend geschrieben, da mussten wir einfach helfen“, schildert Helga Berndmeyer von der „Aktion Kindertraum den Moment, als sie Hannahs Schreiben das erste Mal in den Händen hielt. „Wenn wir einen Wohnwagen hätten,“ schrieb die Viertklässlerin, „wäre unser Zuhause immer dabei. Und es muss ja auch gar nicht Italien sein, aber vielleicht einmal ein paar Tage an die Küste reisen oder egal wohin, das wäre schon sehr schön. Und es reicht auch ein gebrauchter Wohnwagen.“ Lediglich drei Wochen nach Eingang des Briefes hatten Verein und Familie einen passenden Wagen gefunden.

Auf die Idee, diesen Brief überhaupt zu schreiben, hat Hannah ein Treffen des „Geschwisterkinder-Netzwerkes gebracht. „In diesen Gruppen wollen wir Kinder unterstützen, die in Familien mit schwer behinderten Geschwistern leben. Diese Jungen und Mädchen brauchen unsere Hilfe, da sich in den Familien meist alles um den kranken Bruder oder die kranke Schwester dreht“, erläutert Volker Rinne, vom „Netzwerk für die Versorgung schwerkranker Kinder und Jugendlicher“. Ein Umstand, den auch Hannahs Mutter Sabine Ferdönmez bestätigt. „Das ist ein ganz schwieriger Ballanceakt. Wir versuchen natürlich immer beiden gerecht zu werden, nur verliert Hannah dabei häufiger. Das ist leider so.“

Rund 21 000 Kinder und Jugendliche mit lebensbedrohlichen Erkrankungen, schweren oder schwersten Behinderungen leben in Niedersachsen. „Diese Kinder haben rund 11 000 gesunde Geschwister. Für die müssen wir auch etwas tun. Bislang ist da leider viel zu wenig passiert“, sagt Rinne. Um diese Jungen und Mädchen kümmert sich das Netzwerk, erfüllt selber Wünsche der Kinder oder vermittelt sie zu Kooperationspartnern, wie im Beispiel von Hannah an die „Aktion Kindertraum“.

Die konnte es übrigens kaum erwarten den Wohnwagen und die damit gewonnene neue Freiheit sofort auszuprobieren. Dieses Wochenende verbringt die Familie in Mardorf, auf einem Campingplatz am Steinhuder Meer. „Das wird richtig, richtig toll“, freut sie sich auf den ersten gemeinsamen Ausflug mit ihrer Familie seit längerem.

Bildquelle

  • 01_kira_Hannah_Retusche: Thomas Oberdorfer

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