Helga Büschking sagt Tschüss. Rethens Ortsbürgermeisterin gibt ihr Amt im Mai nach 25 Jahren ab
In ein tiefes Loch fällt Helga Büschking nicht: Die gebürtige Nienburgerin bleibt – wie hier dem Musikverein – Rethen auf vielfältige Weise verbunden.

Helga Büschking sagt Tschüss. Rethens Ortsbürgermeisterin gibt ihr Amt im Mai nach 25 Jahren ab

Laatzen. Laatzens dienstälteste Ortsbürgermeisterin hat ihren Rückzug aus der Politik angekündigt: Bereits im Mai möchte Helga Büschking ihr Amt zur Verfügung stellen – exakt 25 Jahre nachdem sie es angetreten hat. Eine Nachfolgerin für den Sitz der Sozialdemokratin im Ortsrat Rethen, dem Büschking seit 19191 angehört, gibt es bereits – wer ihr im Amt nachfolgen wird ist hingegen noch offen.

Sie habe sich den Schritt reiflich überlegt und eigentlich schon im vergangenen Jahr gehen wollen, sagt die für ihre ruhige, zugewandte und freundliche Art bekannte 75-Jährige. Mit Blick auf das in diesem Mai anstehende Dienstjubiläum habe sie sich von ihrem Umfeld „nochmal breitschlagen“ lassen, doch jetzt sei es wirklich Zeit.

Ein Vierteljahrhundert Rethener Geschichte hat Büschking als Ortsbürgermeisterin mitgeprägt. Als sie im Mai 1994 ihren Vorgänger Rolf Constabel beerbte – er gab den Posten damals ebenfalls nach der Hälfte der Amtszeit ab – war erst wenige Monate zuvor die Zuckerfabrik geschlossen worden. „Der Bereich ist keine Industriebrache geblieben, sondern hat sich als Wohn- und Geschäftsbereich gut entwickelt“, stellt die gebürtige Nienburgerin fest. „Die Weiterentwicklung Rethens lag mir immer am Herzen.“

Als schwierig habe sie die umstrittene Entscheidung zur Schließung des Hallenbades in Erinnerung. „Ich freue mich, dass wir jetzt ein schönes Familienzentrum haben, aber es tut mir immer noch leid ums Hallenbad“, erklärt Büschking, die von 2006 bis 2016 auch dem Rat der Stadt Laatzen angehörte – mit einjähriger Unterbrechung ab Herbst 2011.

Unterm Strich sei sie sehr zufrieden und habe ihr Amt sehr gern ausgeübt. „Es war fast immer schön und hat mir viel gegeben“, sagt Büschking, deren 1999 verstorbener Mann Rainer und deren Sohn Matthias ebenfalls für die SPD aktiv waren und sind. Politisches Engagement sei wichtig, betont sie: „Man darf nicht nur meckern und den Kopf in den Sand stecken, sondern muss auch für eine Überzeugungen geradestehen.“

Sorge, dass sie nach dem Abschied aus der ihr Leben prägenden Politik in ein Loch fallen könnte, hat die vielfältig engagierte 75-Jährige nicht. Sie behalte den Vorsitz bei der AWO Rethen-Koldingen-Reden, den sie seit 1992 inne hat und mache auch im Regionsvorstand der AWO weiter, versichert Büschking. Außerdem spiele sie weiterhin Klarinette – im Musikverein Rethen und dem Feuerwehrmusikzug – und freue sich auf die bevorstehende Konzertfahrt nach Sylt, auf Besuche bei ihrer Tochter in Südafrika und vieles mehr. Nach einem Wunsch gefragt, muss Büschking nicht lange überlegen: „Dass die Menschen in Deutschland nicht so viel nörgeln, sondern froh sind, wie gut es ihnen geht.“

Für die scheidende Sozialdemokratin rückt Nicole Meermann in den Ortsrat nach. Die medizinisch-technische Assistentin ist Schriftführerin in der SPD-Abteilung Rethen-Gleidingen, gehört als Beisitzerin dem Laatzener SPD-Vorstand an und wird seit einiger Zeit auf ihre Aufgabe im Ortsrat vorbereitet. Welches Mitglied aus dem Gremium das Amt des neuen Ortsbürgermeisters in Rethen übernimmt, ist aber noch nicht klar. „Wir sind noch in der Findungsphase“, teilte der Vorsitzende der SPD-Ortsratsfraktion, Heiko Schönemann, mit.

 

Bildquelle

  • : Andrea Weber

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