Hinter den Kulissen im Landesmuseum

Hinter den Kulissen im Landesmuseum

Hannover. Die „WasserWelten“ des Landesmuseums gehören zu den beliebtesten Ausstellungen der Stadt. Wo sonst lassen sich gefräßige Piranhas, bunte Clownfische und exotische Echsen in aller Ruhe beobachten. Doch wie sieht es eigentlich auf der anderen Seite der „Schaufenster“ aus? Sechs Gewinner durften am zweiten Adventswochenende einen exklusiven Blick hinter die Kulissen werfen. Dabei kamen sie Reptilien und Meeresbewohnern ganz nahe.

„Achtung giftig! Feuerfisch – Bitte nicht in das Becken fassen.“ Das Warnschild über einem der blau-leuchtenden Riesenaquarien ist eigentlich unmissverständlich. Zumal gleich daneben ein weiteres Schild auf die Nummer des Gifnotrufs der Göttinger Uniklinik hinweist. Trotzdem will Jörg Sundmacher wissen, was passiert, wenn jemand die Warnung ignoriert. „Da kann schon mal ein Arm absterben, bevor Hilfe kommt“, antwortet ihm Tierpfleger Carsten Bödeker und blinzelt dabei der Gruppe zu. Hinter einer unauffälligen Tür im Ausstellungsraum beginnt sein Reich. Dort sieht es aus wie in einem Geheimlabor aus dem Film „Jurassic Park“. In den riesigen Wassertanks blubbert es. Unter einer Wärmelampe liegen Echsen-Eier. Und eine riesige Spinne schlüpft gerade aus ihrer eigenen Haut. Besucher dürfen hier normalerweise nur einmal im Jahr hereinsehen, zur langen Nacht der Museen.

Für die Gewinner des Adventskalenders machen Bödeker und die Kuratorin der Wasserwelten Christine Schilling eine Ausnahme. Über 200 verschiedene Arten von Wassertieren  gibt es nach dem Umbau des ehemaligen Vivariums für die Besucher im Erdgeschoss des Landesmuseums zu entdecken. 40.000 Euro kostet alleine der Unterhalt des Meerwasseraquariums pro Jahr. Strom und Personalkosten exklusive. „Meerwasserfische sind eben zehnmal empfindlicher als Seewasserfische“, erklärt Bödeker. Auf die majestätisch aussehenden Feuerfische sind er und seine Mitarbeiter besonders stolz. Um deren Biotop so natürlich wie möglich zu gestalten, hat das Museum eine eigene Klimaanlage für den Aquarienbereich angeschafft. Nach den Feuerfischen geht es weiter zum Piranha-Becken. Jeden Freitag um 15 Uhr können Besucher mit ansehen, wie sich ein gieriger Schwarm Piranhas hier um das Futter streitet. Im zweiten Teil der Führung übernimmt Kuratorin Schilling die Gruppe. Es geht durch die modern neugestalteten Räume, die keinen Vergleich mit anderen Naturkundemuseen scheuen müssen.

Am Ende haben alle Besucher die Gelegenheit, eine lebende Echse auf die Hand zu nehmen. Als Erster traut sich der Jüngste. Schüler Pascal streichelt das Tier sogar vorsichtig. Seiner Mama Irene reicht die Schilderung des mutigen Sohnemanns. „Ich bin begeistert. Mit so einem exklusiven Einblick hatte ich gar nicht gerechnet“, freut sie sich über den gelungenen Ausflug.

Bildquelle

  • Landesmuseum: Landesmuseum

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