Hohe Auszeichnung für 74-jährige Bentherin
Erika Giesemann-Fraatz nimmt die Auszeichnung von Regionspräsident Hauke Jagau entgegen.

Hohe Auszeichnung für 74-jährige Bentherin

Ein Leben im Dienst ihrer Mitmenschen

Erika Giesemann-Fraatz erhält Auszeichnung

Benthe. Im Alter von 16 Jahren hat sie bei den Johannitern angefangen, und auch mit 74 ist noch nicht Schluss: Erika Giesemann-Fraatz aus Benthe hilft ihren Mitmenschen gern. Nun wurde sie von Regionspräsident Hauke Jagau für ihre Verdienste ausgezeichnet.

Früh hatte Erika Giesemann-Fraatz ihren Vater verloren. „Er war lange ein Pflegefall“, erzählt die 74-Jährige. Gemeinsam mit ihrer Mutter kümmerte sie sich um ihn, als sie noch ein Kind war. „Das war für mich ausschlaggebend dafür, dass das medizinische Helfen für mich das Richtige ist“, sagt Giesemann-Fraatz. „Das habe ich eigentlich so übertragen.“

Kurz nach ihrer Gründung 1952 kamen Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe in ihre Schule, um Kurse anzubieten. „Ich habe mitgemacht, Gefallen daran gefunden und bin schließlich Mitglied geworden“, erzählt Giesemann-Fraatz. Mit 17 besuchte die damals in Hannover lebende Schülerin einen Kurs zur Schwesternhelferin im Annastift und absolvierte ehrenamtliche Dienste in Krankenhäusern – nach dem Unterricht oder am Wochenende.

Nach einem Studium zur Sozialarbeiterin, dem Umzug nach Laatzen und der Geburt von Zwillingen stand zunächst die Familie im Vordergrund. Doch ihren Hang zum ehrenamtlichen Engagement hat sie nie verloren. Kurzerhand ließ sie sich zur Spielkreisleiterin ausbilden und gründete mit weiteren Frauen eine solche Kindergruppe in Laatzen. Auch kirchlich war sie engagiert und ließ sich in den Kirchenvorstand der Thomaskirche wählen.

Nachdem sie ihre berufliche Laufbahn beendet hatte, wollte sich Erika Giesemann-Fraatz keineswegs zurückziehen. „Als ich aufgehört hatte zu arbeiten, habe ich überlegt, wo ich mich engagieren kann“, sagt die in Benthe lebende Rentnerin. Schnell entschloss sie sich, zu ihren Wurzeln zurückzukehren und ließ sich 2007 zur ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterin ausbilden, um wieder bei der Johanniter-Unfall-Hilfe anzuheuern. Seitdem besucht sie auf der Palliativstation der Medizinischen Hochschule Hannover schwerstkranke und sterbende Menschen. „Wenn sie schon sterben müssen, sollten die Menschen dort auch bestmöglich betreut werden“, sagt Giesemann-Fraatz. Schwer falle ihr diese Arbeit nicht. „Sterben gehört nun mal zum Leben dazu. Da kommt mir auch zugute, dass ich von Haus aus Sozialarbeiterin bin.“ So gelinge es ihr, wenn es darauf ankommt, auch die nötige Distanz zu wahren.

In den Genuss ihres Engagements kommen auch die Bewohner der Seniorenresidenz am Nedderntor in Gehrden. Dort organisiert sie Spielenachmittage und hilft bei allem, was so ansteht. Nicht nur die Senioren freut das, auch die Helferin selbst. „Ich bin dankbar dafür, dass ich noch so viel Kraft habe, das zu machen“, sagt Giesemann-Fraatz. „Und durch die Dankbarkeit der Leute bekommt man so viel zurück. Wenn das mehr Menschen wüssten, würden sich glaube ich auch noch mehr engagieren.“

Auf die Feier zur Auszeichnung durch den Regionspräsidenten Hauke Jagau (SPD) am Freitag habe sie sich sehr gefreut. „Es ist schön, dass viele alte Weggefährten zugesagt haben und alte Freunde kommen.“ Für sie und alle älteren Johanniterinnen möchte Erika Giesemann-Fraatz die Auszeichnung stellvertretend entgegennehmen. Dann wartet auch schon das nächste Projekt: Sie und ihr Mann wollen die Flüchtlinge in Ronnenberg als Integrationslotsen unterstützen.

Bildquelle

  • Verdienstmedaille: Privat

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