„Ich habe einen Traum vom Handwerk, das alle Menschen begeistert“

„Ich habe einen Traum vom Handwerk, das alle Menschen begeistert“

Den Ideen Gestalt verleihen: Karl-Wilhelm Steinmann, Präsident der Handwerkskammer Hannover

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Wie indiskret!“ Das war mein erster Gedanke, als ich gebeten wurde, für „Hallo“ meinen Traum aufzuschreiben. Aber dann hatte mich die Idee schon gepackt, und mir fiel auch Martin Luther King ein, der seine berühmte Rede mit den Worten „I have a dream …“ begann.

Damit kann und will ich mich natürlich nicht vergleichen, und mein Traum betrifft auch nicht die ganze Menschheit. Obwohl, eigentlich stimmt das nicht. Denn mein Traum bezieht sich – wie könnte es auch anders sein – auf das Handwerk und auf alle Menschen, die damit zu tun haben. Gerade jetzt, wo es wieder nicht gelungen ist, genügend junge Menschen für alle freien Lehrstellen zu gewinnen, da träume ich davon, wie es wäre, wenn Handwerk alle Menschen so begeistern würde, wie mich selbst.

Ich bin mit dem Handwerk groß geworden, leite ein Bauunternehmen und habe bis heute keine Sekunde lang bereut, mich für diesen Weg entschieden zu haben. Die tiefe Zufriedenheit, die mich erfüllt, wenn ich sehe, wo unser Team überall Gebäude geschaffen hat und wie viele Menschen darin leben und arbeiten, diese Zufriedenheit, wünsche ich den vielen jungen Menschen, die nach der Schule oftmals nicht wissen, was sie denn eigentlich machen sollen.

Handwerk bietet in besonderer Weise die Chance, die Welt zu verändern, den eigenen Ideen reale Gestalt zu verleihen, etwas zu schaffen, was Menschen den Alltag verschönert oder ihre Probleme löst, sei es auch nur ein Dach über dem Kopf oder etwas Leckeres zu essen. Das ist eine unvergleichliche Erfahrung, die stark und selbstbewusst macht, und ich träume davon, dass diese Erfahrung möglichst viele teilen.

In unserer zunehmend komplexer werdenden Welt, in der man alles digitalisieren will, in der die Arbeitswelt sich radikal verändert, da kann leicht der Eindruck aufkommen, dass man sein eigenes Schicksal nicht mehr in der Hand hat. Das Gefühl des Ausgeliefertseins an Strukturen, die man nicht beeinflussen kann, gewinnt die Oberhand.

Ich wünsche mir daher, dass wir jungen Menschen Lust auf Handwerk machen und sie motivieren können, ihre Ideen und ihre Kreativität mitzubringen und initiativ zu werden. Das geht mit Handwerk wunderbar, denn wie heißt es so schön in der aktuellen Imagekampagne des deutschen Handwerks: „Die Welt war noch nie so unfertig. Pack mit an!“

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