Ich habe einen Traum vom Theater das die Welt verändert
Das Koon Theater aus Syrien spielt am 19. Januar „Über Null“ beim Arabischen Theatertreffen im Pavillon. Foto: r

Ich habe einen Traum vom Theater das die Welt verändert

 Fettah Diouri organisiert mit seinem Team das „Arabische Theatertreffen“ im Pavillon

Kann das Theater den Krisen, die wir in den vergangenen Jahren in aller Welt beobachten mussten, etwas entgegensetzen und einen Beitrag zum friedlichen Zusammenleben der Menschen leisten? In meinem Traum schon. Und ich versuche, seit Jahren schon, meinen Traum Realität werden zu lassen. Im Pavillon habe ich den Raum für meinen Traum gefunden, meinem Traum von einem Theater, welches die Welt verändert, sie schöner macht und bunter.
Vor einigen Jahren schon, kurz nach den tiefgreifenden Veränderungen in der arabischen Welt, vorschnell als „Arabischer Frühling“ bezeichnet, habe ich mit meinem Team Theatergruppen aus diesem Teil der Welt nach Hannover eingeladen, die voller Aufbruchsstimmung in ihren Theaterproduktionen die Hoffnungen, Wünsche und Visionen für eine gerechtere Zukunft auf die Bühne gebracht haben.
Uns haben die Theaterstücke berührt, nachdenklich gemacht, und wir konnten uns dem Optimismus der jungen Schauspielerinnen und Schauspieler kaum entziehen.

Fettah Diouri organisiert und koordiniert zusammen mit Mariam Soufi Siavash, Sabine Trötschel, das Arabisches Theatertreffen 2017, das vom 19. bis 25 Januar im Pavillon am Raschplatz stattfindet.
Foto: r

Zwei Jahre später, 2014, hatte der „Arabische Frühling“ seine revolutionäre Kraft zunehmend eingebüßt, aber auf dem 2. Theatertreffen in Hannover konnten wir von den Theatergruppen aus dem arabischen Raum erfahren, wie sich die Situation der Frauen nach den Umwälzungen verändert und verbessert hat und welche Widerstände es nach wie vor zu bewältigen und zu überwinden gab. Kann das Theater vielleicht doch die Welt ein klein wenig besser machen? Ich träume immer noch davon.
Deshalb laden wir im Januar zum dritten Mal Theatergruppen aus Marokko, Syrien, Jordanien, Libanon und anderen nordafrikanischen Staaten zum mittlerweile 3. Arabischen Theatertreffen ein, um gemeinsam mit ihnen die aktuellen Entwicklungen in einer Welt, die aus den Fugen gerät, zu thematisieren. Viele dieser Gruppen haben wir in den vergangenen Jahren auf Theaterfestivals in Casablanca, Tunis, Kairo oder Alexandria kennengelernt und uns hat der Mut, die künstlerische Kreativität, die bildliche Kraft und ihre Radikalität beeindruckt, mit der die Ensembles sich mit der Situation in ihren Heimatländern auseinandersetzen. Hier in Hannover haben sie einen geschützten Raum, um sich auszutauschen, zu diskutieren, gemeinsame Projekte zu entwickeln und Kraft für ihre weitere künstlerische Arbeit zu schöpfen. Und ich träume davon, nein, ich wünsche mir so sehr, dass ihre Visionen von einer besseren und gerechten Welt Gehör finden – hier und in ihren Heimatländern.

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