Ich habe einen Traum von lebendiger Mode
Mode in Bewegung. Foto: Matthias Walther

Ich habe einen Traum von lebendiger Mode

 Modedesignerin Susanne Kümper zeigt neue Formen der Modenschau und setzt ihre Models in Bewegung

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Modedesignerin Susanne Kümper ist die Initiatorin und Organisatorin des Fashion & Dance-Festivals. Sie lebte zwölf Jahre in Kairo und unterrichtete an der dortigen Universität das Fach Modedesign. Seit drei Jahren ist Susanne Kümper wieder in Hannover. Fotos: P. Piontek

Nach zwölf Jahren Leben und Lehren in der 20 Millionen-Stadt Kairo bin ich seit 2013 wieder in meiner Heimat Hannover. Und im Gepäck hatte ich einen Traum. Einen Traum vom „lebendiger“ Mode. Ich träume von einem Fest der Bekleidung, von einer Modenschau, die Mode mit Musik und Tanz kombiniert, die zeigt, wie wunderbar lebendige Körper wunderbar lebendig bekleidet werden.
Das Leben in Ägypten hat mich geprägt. Was mich besonders beeindruckt hat, war, wie wenig die Menschen dort haben und wie viel sie daraus machen. Die Universität ist zwar nur mit einer mit Basisausrüstung ausgestattet, aber was dort entsteht ist Kreativität, die von Herzen kommt und ein Wissensdurst, der seinesgleichen sucht.
Dort zur Uni zu gehen ist ein Privileg, darüber sind sich die Studenten im Klaren und es ist für alle selbstverständlich, sich gegenseitig zu unterstützen. Eine sehr kraftvolle Gruppe – die Studierenden trauen sich trotz widriger Umstände, ihre Träume zu realisieren und sind ständig offen für Neues.
Unabhängig vom Mode- und Trendverständnis der „westlichen Welt“ ist Mode – oder Bekleidung – eine universelle Sprache, die kulturelle und religiöse Gegensätze überbrückt und Einsicht in „Verhülltes“ gibt – das persönliche Umfeld, kultureller und wirtschaftlicher Status, Gewohnheiten und Bräuche, ein persönliches Verständnis von Schönheit, Humor, Würde und mehr.
In Kairo habe ich zusammen mit den Studenten einige Ausstellungen und Modenschauen mit einer Kombination aus Mode, Musik und Tanz gestaltet; ich mag das Fach Modedesign im Sinne von kreativer Gestaltung. Und was dort in Kairo geht, muss doch auch hier funktionieren, dachte ich.
Für mich fängt Mode dann an zu leben, wenn sie greifbar präsentiert wird. Dazu gehört Tanz und Musik. Es geht nicht darum, jemandem Bekleidung auf den Leib zu schneidern, die Konventionen Stand zu halten hat. Es ist genau umgekehrt: Wunderbar lebendige Körper wunderbar lebendig zu bekleiden und darzustellen; ein Fest der Bekleidung zu inszenieren, das Spaß macht. Und dazu gehört selbstverständlich Musik und die tänzerische Darstellung in allen Facetten. Während der Vorbereitung zum Festival FASHION & DANCE war es toll, wie spontan und unkompliziert viele Kreative aus ganz verschiedenen Wirkungsbereichen bereit waren, sich zu engagieren.  Bei der Zusammenarbeit entstehen Momentaufnahmen wie zeitgenössische Mosaike – das Zusammenwirken sehr unter
schiedlicher Akteure, die sich im Anschluss an die Show wie selbstverständlich vertraut wieder begegnen.
Kairo oder Hannover – Mein Traum von „Mode in Bewegung“ funktioniert ortsunabhängig und es war für mich eine großartige Erfahrung, das Festival hier in Herrenhausen durchführen zu dürfen. Dafür danke ich allen, die geholfen haben, meinen Traum zu realisieren.

❱❱  www.fashionanddance.de

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